Charttechnik Umlaufrendite: Wie lange geht das noch so weiter?

Investoren legen zurzeit Ihr Geld für 1,53% jährliche Rendite an. Glauben Sie nicht? Dann schauen Sie auf den Chart der Umlaufrendite! (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Erinnern Sie sich noch an die Charts, die ich Ihnen in den letzten Wochen in meinen Beiträgen zum Euro/CHF präsentiert hatte?

Dort ging es um exponentielle Kurskurven.

Wenn sich eine Kursbewegung nach einem längeren Auf- oder Abstieg noch einmal massiv, also fast senkrecht, in Trendrichtung beschleunigt, dann können Sie sich darauf vorbereiten, dass diese Trend-Bewegung ihrem Ende nahe ist.

Unsere Emotionen spielen uns einen Streich

Der Grund dafür liegt in der Psychologie des Menschen. Genauer gesagt sind es unsere Emotionen Angst und Gier.

Vielleicht kennen Sie die folgende Situation sogar von sich selbst – vielleicht haben Sie so etwas ja auch schon mal miterlebt?

Sie beobachten einen Markt und sind sich sicher, dass er sich in eine bestimmte Trend-Richtung bewegen wird. Aber aus irgendeinem Grund verpassen Sie den Einstieg.

Und nun schauen Sie nur zu, wie sich der Trend entwickelt, statt selbst von Ihrer richtigen Idee zu profitieren.

Sie hoffen auf einen nachträglichen Einstieg zu einem günstigeren Kurs. Doch keines Ihrer Kauflimits geht auf. Sie werden jedes Mal knapp verfehlt und der Markt dreht wieder.

Je weiter sich der Trend entwickelt, umso mehr ärgern Sie sich, dass sie nicht dabei sind, obwohl Sie doch den Markt richtig analysiert und eingeschätzt hatten.

Endlich drin!

Schließlich hebt der Markt regelrecht in die von Ihnen erwartete Trend-Richtung ab. Jetzt ist Ihnen alles egal: Sie steigen ein, weil Sie den Druck nicht mehr aushalten können, bei diesem so extrem profitablen Investment nicht dabei gewesen zu sein.

Doch plötzlich stoppt der Markt seine Bewegung und dreht in die andere Richtung. Sie nutzen die „günstige“ Gelegenheit und kaufen noch einmal zu.

Tatsächlich gibt der Markt noch einmal richtig „Gas“: Ihr Markt steigt / fällt kräftig in die von Ihnen erwartete Richtung und Sie fühlen sich gut, weil Sie endlich in „Ihrem“ hoch profitablen Trade sind.

Was ist nun wieder los?

Doch während Sie noch davon träumen, dieses Mal „ganz groß abzuräumen“, wendet sich plötzlich das Blatt. Der Markt bewegt sich urplötzlich und für Sie völlig überraschend in die andere Richtung.

Und das mit einer Geschwindigkeit und Dynamik, die Sie geradezu unfähig macht, zu reagieren. Das zu tun, was eigentlich erforderlich wäre: Ihre plötzlich dramatisch wachsenden Verluste zu begrenzen.

So sind exponentielle Kurskurven

Was ich Ihnen soeben beschrieben habe, ist eine Kursbewegung, die wir an den Finanzmärkten immer wieder erleben können. Es ist die oben genannte exponentielle Kurskurve. Eine Falle, in die uns unsere Gier gestellt hat und in die wir vor allem als weniger Börsenerfahrene gerne und häufig hineintappen.

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Eine solche Kurskurve erlebten wir jüngst beim Währungspärchen Euro / CHF. Und nun erleben wir sie am deutschen Anleihemarkt.

Umlaufrendite: Exponentieller Kursverlauf

Doch schauen Sie selbst auf die nachfolgende Grafik der Umlaufrendite. Als Umlaufrendite bezeichnen wir die durchschnittliche Rendite aller im Umlauf befindlichen, deutschen festverzinslichen Wertpapiere bzw. Anleihen erster Bonität, also vor allem Staatsanleihen.

Exponentielle Kurskurven erkennen Sie wie gesagt daran, dass ein Markt entweder beinahe senkrecht ansteigt oder wie ein Stein fällt. Es sind typische Endphasen, weil sie eine Kauf- bzw. Verkaufspanik anzeigen.

Im Falle der deutschen Anleihen versuchen Investoren derzeit um jeden Preis noch deutsche Anleihen kaufen zu können. Und das senkt im Gegenzug die Renditen, die diese Anleihen abwerfen.

Am deutschen Anleihemarkt regiert der Wahnsinn

Den Lesern meines Börsendienstes Momentum Trader schrieb ich zu diesem Thema am Wochenende Folgendes:

„Die Renditen für 10-jährige Staatsanleihen erreichten in den USA und in Deutschland soeben neue Allzeittiefs. Auch dieses Bild erinnert fatal an 2008. Der Unterschied zu damals ist jedoch: Wie weit kann eine Rendite für eine 10-jährige Anleihe nun noch sinken, die schon jetzt nur noch 1,73% bzw. 2,00% beträgt? Bedenken Sie bitte: Wenn Sie Ihr Geld heute in eine solche Anleihe investieren, dann erhalten Sie in den kommenden 10 Jahren nur die genannten Prozentsätze als ‚sichere‘ Rendite.

Zum Vergleich: Allein mit unseren beiden bereits erfolgreich abgeschlossenen ‚Hit & Run-Investments‘ in den DAX-Short ETF und den Gold-Long-ETF haben wir in nur 4 und 15 Tagen 1,8x so viel Rendite eingefahren (+14,8% und +15,8% = +30,6%) wie deutsche Anleihe-Investoren in den nächsten 10 Jahren insgesamt verdienen werden!

Daran mögen Sie den Wahnsinn einer Anleihe-Investition heute erkennen. Wer jetzt noch in langlaufende Anleihen investiert, verschenkt aber nicht nur Rendite: Wenn ich die Schuldensituation der Staaten heute betrachte, bin ich mir nicht so sicher, dass Anleihe-Investoren ihr Geld in 10 Jahren ‚garantiert‘ zurückerhalten.“

Gestern haben die Momentum Trader-Leser übrigens 2 weitere lukrative Trades eingefahren: In 11 Tagen haben Sie mit einem Banken-Short-ETF +16,4% und mit einem DAX-Short-ETF in 18 Tagen +14,2% Gewinn realisiert. Und da meine Leser ansonsten keine Aktien, sondern Bargeld halten, schauen Sie dem Kursverfall an den Aktienmärkten sogar mit einem regelrechten „Wohlfühl-Effekt“ zu.

Wie lange werden die Renditen noch sinken können?

Doch nun schauen Sie sich den Chart der Umlaufrendite noch einmal an. Glauben Sie ernsthaft, dass dieser Renditeverfall noch sehr lange so weiter gehen wird?

Klar: Die gestern in der Umlaufrendite erreichte Marke von 1,53% muss noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Es kann durchaus noch etwas niedriger gehen.

Exakt bis zu dem Punkt, an dem Investoren wieder beginnen, rational zu denken und erkennen, dass es einfach Wahnsinn ist, sein Geld für eine jährliche Rendite von weniger als 1,72% auf 10 Jahre festzulegen.

In meinem Börsendienst Momentum Trader werde ich übrigens in Kürze eine Empfehlung geben, mit der meine Leser von dem zu erwartenden Ende dieses Wahnsinns profitieren können. Denn: Nur weil Aktien-Investments derzeit wenig Sinn machen, müssen meine Leser nicht darauf verzichten, Geld zu verdienen.

Bis die Zeit für Aktien-Investments wieder reif ist, suche ich für meine Leser eben solche alternativen Investmentchancen, mit denen sie in wenigen Tagen Gewinne von +14,8%, +15,8%, +16,4% oder +14,2% einfahren.


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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.