Chemie aus Deutschland ist in aller Welt gefragt

In Zeiten der Globalisierung hat sich die deutsche Chemiebranche gut positioniert. Lernen Sie hier einige Erfolgsfaktoren kennen. (Foto: g0d4ather / Shutterstock.com)

Die Chemiebranche in Deutschland ist ein gutes Beispiel für das Zusammenwirken von Forschergeist und Wirtschaftskraft.

Hinzu kommt noch eine lange Historie: So feierte Bayer erst kürzlich das 150. Firmenjubiläum. Auf der Bayer-Jubiläumsveranstaltung Mitte Juli sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Hinblick auf die gesamte Branche:

„Die Chemiebranche ist mit ihren mehr als 400.000 Beschäftigten eine der großen Stützen der deutschen Industrie.“ Immerhin rangiert diese Branche in der deutschen Industrie auf dem dritten Rang.

Aber in der öffentlichen Wahrnehmung spielt die Chemiebranche keine große Rolle. Da wird Deutschland eher als Automobilland wahrgenommen –weil man eben die deutschen Fahrzeugen an den Markenemblemen überall im Straßenbild gleich erkennt.

Doch schon heute stecken auch viele hochwertige Produkte der Chemieindustrie in den Automobilen – und das wird sich noch ausweiten. So wird die Bedeutung der Spezialchemie durch einen immer höheren Anteil an Elektromobilität und auch Leichtbau im Automobilsektor immer größer.

Spezialchemie bezeichnet dabei den Teil der Branche, bei dem die Chemieunternehmen anlehnend an die Bedürfnisse der Kunden speziell zugeschnittene Produkte entwickeln.

Nach Angaben der Branchenstudie „Innovationsindikatoren Chemie 2012“ sind aktuell rund 85% der Unternehmen in der deutschen Chemieindustrie innovativ tätig.

Damit liegt die Chemieindustrie an der Spitze aller Branchen in Deutschland. Im europäischen Vergleich gibt es kein anderes Land, das eine ähnlich hohe Innovationsorientierung der Chemieunternehmen aufweist.

In der Folge ist es fast schon logisch, dass diese Branche weltweit stark vertreten ist. So bringt es Bayer auf einen Umsatzanteil außerhalb Europas von 63% und bei BASF sind es immerhin 41%.

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Chemiebranche wird vom starken Export angetrieben

Grundsätzlich wächst die Chemiebranche in Deutschland mit 1,5% deutlich schneller als die Gesamtwirtschaft – so war es zumindest im ersten Halbjahr 2013. Für die weitere Entwicklung sagt Dr. Karl-Ludwig Kley, Präsident des Verbands der Chemischen Industrie (VCI):“

Für das Gesamtjahr 2013 zeichnen sich damit folgende Leitplanken für unsere Branche ab: Ein leicht wachsendes Inlandsgeschäft, steigende Ausfuhren in die europäischen Nachbarländer und leicht anziehende Exporte nach Übersee.

Das bedeutet in Zahlen: Für das Gesamtjahr 2013 gehen wir weiterhin von einem Zuwachs der Chemieproduktion um 1,5 Prozent aus.“

Doch langfristig sieht der Branchenverband die Chancen für die Industrie als ehr gut an. So rechnet der VCI bis 2030 mit einem überdurchschnittlichen Wachstum der Branche. Bei den Exporten hält der Branchenverband hier ein jährliches Wachstum von 2,6% für möglich.

Das Forschungsinstitut Prognos hat die Perspektiven der globalen Chemiebranche analysiert. Danach ist sogar ein jährliches Branchenwachstum von 4,5% bis zum Jahr 2030 möglich.

Die europäische Chemiebranche ist dabei im globalen Wettbewerb gut positioniert. Das zeigt auch die Entwicklung des STOXX Europa 600 Chemicals Index.

Auf Sicht von fünf Jahren hat der Index um fast 80% zugelegt und damit den breiten Aktienmarkt gemessen am EuroStoxx 50 deutlich hinter sich gelassen. Dieser europäische Index hat im gleichen Zeitraum mehr als 16% an Wert verloren.

Sie sehen: Die Chemiebranche wächst mittelfristig deutlich schneller als der Gesamtmarkt. Doch als Konjunkturwerte sind diese Aktien auch anfällig für Einbrüche – auch das muss Ihnen bei Investments in dieser Branche klar sein.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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