Chemiebranche: Vom Trend zum strukturellen Wachstum

Genveränderte Lebensmittel wurden erst skeptisch beäugt.

Anfangs konnte man mit chemisch-optimierter Nahrung nur wenige Agrarwirte überzeugen. Zu groß war die Liebe zum eigenen Produkt, zu groß die Angst vor Negativeffekten.

Die Politiker haben vor allem in Europa den Markt stark begrenzt. Produktzulassungen für genverändertes Saatgut oder für stark optimierte Pflanzenschutzmittel wurden nur selten vergeben. Mittlerweile ist Europa liberaler geworden.

In den Schwellenländern und den USA sah es von Anfang an anders aus. Das verbesserte Saatgut wächst schneller zur Pflanze heran, ist resistenter gegen Schädlinge und wirft auch noch einen größeren Ertrag ab. In den Schwellenländern konnten sogar bei schlechter Bodengüte Weizensorten angebaut werden.

Das wäre ohne diese Chemieprodukte undenkbar gewesen. In den USA herrscht dagegen Profitgier. Die Welle ist auf Europa übergeschlagen. Die Globalisierung zwingt auch hiesige Bauern, mit chemischen Produkten nachzuhelfen. In der Chemie-Branche zählt das Geschäft mit Agrochemikalien zu den am schnellsten wachsenden Geschäftsbereichen.

Eine Branche ist sich einig

Gleich sieben Unternehmen investieren gezielt in den Ausbau des Geschäfts mit Agrochemikalien. Dow Chemical, Monsanto und Yara International zählten zu den ersten Akteuren auf dem Markt. Später kamen dann Bayer, BASF und Syngenta hinzu. Auch DuPont hat diesen Geschäftsbereich für sich entdeckt.

Dass gleich so viele Konzerne auf diesem Markt mitspielen möchten zeigt, wie attraktiv die Wachstumschancen sind. Allerdings ist das Geschäft mit Agrochemikalien auch sehr teuer. Zunächst müssen enorm hohe Investitionen für Forschung und Entwicklung getätigt werden. Kleinere Unternehmen haben deshalb kaum eine Chance. Die großen Konzerne teilen die Marktanteile unter sich auf. Dabei geht es um Forschungserfolge, Marktmacht und Patente.

Ein Klassenkampf mit klaren Siegern …

BASF, Bayer und Yara gehen zunächst als Sieger aus dem Klassenkampf hervor. Allerdings ist das Wettbewerbsumfeld sehr dynamisch. Daher müssen herausgearbeitete Marktstellungen auch vehement verteidigt werden.

Yara hat es mit einer Umstrukturierung geschafft, seine Profitabilität deutlich zu erhöhen. Bei einem Umsatzplus von 12% konnte der Gewinn um fast ein Drittel zulegen. Auch bei Bayer und BASF sorgten die Agrochemikalien für eine dynamische Umsatz- und Gewinnentwicklung.

… und Verlierern

Bei DuPont sah es dagegen deutlich schlechter aus. Die teuren Investitionen und die Umstrukturierung haben den Konzern in die Knie gezwungen. Der Gewinn brach um über ein Viertel ein. Weitere Sonderbelastungen stehen noch an. Zudem wurden 1.500 Mitarbeiter entlassen.

Bei Syngenta standen zwar keine größeren Sonderbelastungen an, dafür hat der starke Franken die operative Geschäftsentwicklung stark belastet. Der Umsatz ging im 1. Quartal um 14% zurück.

Jetzt sollen neue Produkte den Umsatzrückgang bis zum Ende des Geschäftsjahres wieder aufholen. Dazu setzt Syngenta auf Komplettangebote von Saatgut und Pflanzenschutz.

10. August 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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