Chemieriese in Turbolenzen! Lohnt sich der Einstieg?

Das weltweit führende Chemieunternehmen gehört auch zu den sieben deutschen Dividenden-Dauerläufer über die ich in den letzten Wochen berichtet habe.

BASF schüttet seit 1953 ununterbrochen Dividenden aus und gehört beim Dividendenwachstum der vergangenen 5 Jahre mit 120% zu den Spitzenreitern unter den Dauer-Zahlern. Allerdings zeigt sich BASF in letzter Zeit in keiner so guten Verfassung.

Solider Jahresabschluss – mehr nicht

In einem weiterhin volatilen und herausfordernden Marktumfeld erreichte die BASF einen Umsatz von 70,4 Mrd. €, das waren 5% weniger als im Geschäftsjahr 2014. Maßgeblich hierfür war der Umsatzrückgang im 4. Quartal um 23% durch den Tausch von Vermögenswerten mit Gazprom.

Dadurch entfielen im Segment Oil & Gas für das 4. Quartal 2015 die Beiträge des Gashandels- und Gasspeichergeschäfts von rund 3 Mrd. €. Insgesamt führten Portfoliomaßnahmen im 4. Quartal zu einem Rückgang des Umsatzes um 19%.

Die Preise gingen infolge gesunkener Rohstoffpreise um 11% zurück, während der Absatz um 4% zunahm. Währungseinflüsse wirkten sich mit 3% positiv aus.

Schwaches Ergebnis

Das operative Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen fiel im 4. Quartal um 436 Mio. € auf rund 1 Mrd. €. Der Rückgang resultierte insbesondere aus den im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich niedrigeren Ergebnissen der Segmente Oil & Gas sowie Chemicals.

Während das Ergebnis bei Oil & Gas vor allem preisbedingt abnahm, waren hierfür im Segment Chemicals hauptsächlich Margenrückgänge im Bereich Petrochemicals ausschlaggebend. Das EBIT der BASF-Gruppe lag im Jahr 2015 mit 6,2 Mrd. € um 1,4 Mrd. € € unter dem Wert des Vorjahres. Das Ergebnis je Aktie sank von 5,61 € auf 4,34 €.

BASF setzt auf Wachstum in Asien

BASF setzt sich in Asien-Pazifik bei der Umsetzung der weltweiten “We create chemistry”-Strategie ehrgeizige Ziele. Um bis 2020 mit Kunden in der Region einen Umsatz von 25 Mrd. € zu erzielen, plant BASF im Rahmen ihrer Asien-Pazifik-Strategie Investitionen in Höhe von 10 Mrd. €, die Schaffung von rund 9.000 neuen Arbeitsplätzen und jährliche Einsparungen von 1Mrd. €.

Bis 2020 will BASF rund 75% ihrer Produkte, die in Asien-Pazifik verkauft werden, vor Ort herstellen. Auf diese Weise soll die Zusammenarbeit mit und die Lieferantenposition gegenüber Kunden aus der Region gestärkt werden. Zugleich trägt die regionale Produktion zur effizienteren Nutzung von Ressourcen bei.

Ausblick

Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2016 ist mit besonders hohen Unsicherheiten behaftet. Öl- und Rohstoffpreise sowie Währungen entwickeln sich volatil, die Schwellenländer wachsen langsamer und geopolitische Konflikte dämpfen die Weltwirtschaft.

Dennoch erwartet BASF für 2016 ein leichtes Wachstum der Weltwirtschaft, der Industrieproduktion und auch der Chemieindustrie verglichen mit 2015. Ein Grund ist unter anderem der niedrigere Ölpreis. Ohne Berücksichtigung von Akquisitionen und Devestitionen will die BASF den Absatz steigern.

Anspruchsvolle Dividendenpolitik

BASF steht zu ihrer Dividendenpolitik und will der Hauptversammlung eine Dividende von 2,90 € pro Aktie vorschlagen. Dies entspricht einer Steigerung um 3,6% gegenüber dem Vorjahr. Auf Basis des aktuellen Kurses bietet die BASF-Aktie wieder eine hohe Dividendenrendite von 4,7%.

Damit bleibt die BASF ihrer anspruchsvollen Dividendenpolitik treu, die Dividende jedes Jahr zu erhöhen oder zumindest auf dem Niveau des jeweiligen Vorjahres zu halten.

14. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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