Chile: Der neue Star in Lateinamerika

Chile ist unter den Schwellenländern ganz klar eine Empfehlung wert. Die Details gibt es hier. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen einen der interessantesten Aufsteiger unter den Schwellenländern vorstellen: Chile.

Große Volkswirtschaften abgehängt

Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von knapp 12.000 US-Dollar hat Chile schon heute die große Volkswirtschaften der Region – Brasilien, Argentinien und Mexiko – allesamt abgehängt.

Und wenn es nach dem Willen von Staatspräsident Pinera geht, dann ist dies erst der Anfang.

Bis 2018 soll Chile mit seinem Pro-Kopf-Einkommen zu den Industrieländern aufrücken. Ein sehr ambitioniertes Ziel.

Aber selbst wenn es nicht ganz so schnell geht, dürfte das Land in den kommenden Jahren stark aufholen.

Erfolgsfaktor freie Marktwirtschaft

Während es andere kleinere Staaten in der Region mit einem sozialistischen Wirtschaftmodell versuchen, setzte Chile seit dem Ende der Militärdiktatur vor zwei Jahrzehnten konsequent auf den Systemwechsel zur freien Marktwirtschaft. DAs hat sich ausgezahlt.

Und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben gut: Im Jahr 2010 legte das BIP um 5,2% zu.

Für das laufende Jahr liegen die Wachstumsprognosen sogar bei 6,0%. Die Inflation scheint mit 3,0% weiter unter Kontrolle – dank vorbildlicher Haushaltsdisziplin. Auch damit ragt Chile in Lateinamerika heraus.

Chile profitiert vom „Rohstoff der Zukunft“

Einen wichtigen Anteil am Aufschwung des Landes besitzen die Rohstoffvorkommen.

Chile ist der größte Exporteur von Kupfer, Jod und Lithium. Vor allem Lithium dürfte für das Land als „Rohstoff der Zukunft“ noch Gold wert sein.

Schließlich ist Lithium für Hochleistungsbatterien unerlässlich. Wenn der Elektroautoboom erst richtig beginnt, wird das der chilenischen Wirtschaft einen zusätzlichen Schub verleihen.

Aussichtsreich, aber unterentwickelt

Chile ist der neue Musterknabe in Lateinamerika. Wenn Sie noch auf der Suche nach einer renditestarken Depotbeimischung sind und das Risiko, das Schwellenländer mitbringen, nicht scheuen, ist Chile auf jeden Fall einen Blick wert.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Der chilenische Aktienmarkt hinkt dem Aufstieg der Wirtschaft des Landes deutlich hinterher.

Die Kurse sind in den letzten Jahren zwar gestiegen. Doch die Liquidität ist gering und die Auswahl an Einzeltiteln dürftig – kein Vergleich zu den Aktienmärkten von Brasilien oder Mexiko.

Andererseits ist dies auch eine Chance: Je mehr Chile in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, desto mehr institutionelle Investoren entdecken das Land und sorgen für weiter steigende Aktienkurse.

Einzelwerte kaum geeignet

Einige wenige chilenische Aktien können Sie auch an deutschen Börsenplätzen handeln.

Ich kann es jedoch nicht empfehlen. Das Risiko bei Einzelwerten ist hoch. Außerdem sind die Informationsmöglichkeiten sehr eingeschränkt.

Die Qualität eines Unternehmens lässt sich nur schwer beurteilen und dann auch nur mit hohem Zeitaufwand.

Fonds nur mit mickrigem Chile-Anteil

Fonds sind bei Schwellenländern in der Regel die bessere Wahl. Hier investieren Sie mit breiter Risikostreuung und überlassen die Einzeltitelauswahl Profis, die sich die Unternehmen vor Ort anschauen können.

Allerdings funktioniert dies bei Chile nicht. Die Lateinamerika-Fonds investieren fast ihr gesamtes Kapital in die liquiden Aktienmärkte Brasilien und Mexiko.

Der Chile-Anteil schwankt von Fonds zu Fonds im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

16 Aktien in einem Zertifikat

Nachdem ein Chile Zertifikat mit 10 Einzelaktien relativ schnell ausverkauft war, legte die Royal Bank of Scotland im Herbst vergangenen Jahres ein weiteres Chile-Zertifikat auf. Dieses Mal auf den MSCI Chile TR Index mit 16 Einzelwerten.

Obwohl die Gebühren mit 2,0% Spread und 1,25% jährlicher Managementgebühr für ein Index-Zertifikat recht happig sind, stellt das MSCI Chile TR Index Open End Zertifikat derzeit das einzig sinnvolle Chile-Investment dar.

Bleibt zu hoffen, dass mehr Anbieter auf diesen Aufsteiger aufmerksam werden und weitere Produkte auf den Markt kommen.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die deutsche Wirtschaft AG
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