China-Aktien: Aufwärts trotz schwächeren Wachstums

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Die chinesische Wirtschaft wächst so langsam wie seit 20 Jahren nicht mehr. Wir schauen auf den Aktienmarkt. (Foto: aphotostory / Shutterstock.com)

Das chinesische Statistikamt legte heute früh Konjunkturzahlen für das Reich der Mitte vor.

Danach wächst die Wirtschaft im bisherigen Jahresverlauf mit einer Rate von +6,3%. Das ist der niedrigste Wert der letzten 30 Jahre.

Grund zur Beunruhigung? Ich denke nicht!

Denn die chinesische Konjunktur wächst noch immer nahezu doppelt so schnell wie die auf unserem Globus im Schnitt: Im April hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) das voraussichtliche Weltwirtschaftswachstum für 2019 auf +3,3% nach +3,6% im Vorjahr taxiert.

Und auch die USA können mit ihrer Steigerungsrate von +3,0% im 1. Quartal 2019 nicht mithalten. In Deutschland blicken wir, angesichts eines Wirtschaftswachstums von gerade einmal +0,8%, etwas neidisch auf den Rest der Welt.

Wir überprüfen heute einmal, wie die Charttechnik die Lage am chinesischen Aktienmarkt einschätzt.

Erst einmal einen Überblick verschaffen!

Sie kennen das, weil ich es an dieser Stelle immer wieder einmal betone: Wenn Sie mit einem Markt nicht so vertraut sind, dann verschaffen Sie sich möglichst erst einmal einen Überblick.

Das geht in der Charttechnik am besten mit einem Monats-Chart: Darin fasst ein Balken die Handelsspanne eines Kalendermonats zusammen. Das Häkchen links zeigt Ihnen den ersten, das rechte den Schlusskurs der Zeitperiode.

Wir blicken auf den Monats-Chart des SSE Composite: Dieser Index mit dem vollen Namen Shanghai Stock Exchange Composite bildet die Kursentwicklung aller an der Börse Shanghai gelisteten Aktien ab.

Er ist damit der bedeutendste chinesische Index, da keine Hongkonger Werte enthalten sind. Die Berechnung erfolgt kursgewichtet und nach Marktkapitalisierung.

Achten Sie auf kurzfristige Kaufsignale!

Shanghai Composite: Achten Sie auf kurzfristige Kaufsignale!

Beginnen wir mit dem Offensichtlichen: Der einjährige Abwärtstrend wurde im Januar 2019 nach oben verlassen. Damit befindet sich der Shanghai Composite im Aufwärts-Modus, wenngleich aktuell nicht im Aufwärtstrend.

Um letzteren wieder herzustellen, muss der chinesische Index über den im April ausgebildeten Widerstand bei etwa 3.285 Punkten (pinkfarbene Linie) notieren. Dann kann der Aufwärtstrend neu justiert werden und verliefe dann einfach nur flacher.

Langfristige Aufwärtsperspektive bleibt intakt

Dass es so kommen wird, daran hege ich wenig Zweifel: Denn die im letzten Jahresviertel 2018 generierte W-Formation ist ein Kursmuster, das Ihnen in der Regel eine langfristige Trendwende ankündigt.

Daran ändert auch die Entwicklung seit Mai nichts: Erst ein Unterbieten des Dezember-Tiefs aus 2018 würde eine komplett andere Sichtweise erfordern.

Tatsächlich können Sie die Korrektur nach dem Jahreshoch als völlig normalen Pull-Back (Rücksetzer) in Richtung der W-Formation interpretieren.

Fazit

Die chinesische Wirtschaft wächst in diesem Jahr so langsam wie seit rund 3 Jahrzehnten nicht mehr. Doch die aktuell gemessenen +6,3% sind nichtsdestotrotz weltweit ein Spitzenwert, den andere Nationen gerne für sich in Anspruch nähmen.

Die Charttechnik des Shanghai Stock Exchange Index ist langfristig im Aufwärts-Modus. In den zurückliegenden 2 Monaten wurde der chinesische Aktienmarkt lediglich vom wieder aufkeimenden Handelsstreit mit den USA ausgebremst.

Auch wenn im Chart aktuell noch keine konkreten Kaufsignale zu erkennen sind: An der Fortführung des Aufwärtstrends der chinesischen Aktien habe ich keinen Zweifel.

Dafür spricht das langfristige Trendwende-Kursmuster der W-Formation, die im 4. Quartal 2018 ausgebildet und im Januar dieses Jahres aktiviert wurde.

Falls Sie Interesse an Aktien-Investments in dieser Region haben, dann sollten Sie auf entsprechende Kaufsignale (sprich: Trendbrüche) des Großinvestoren-Indikators (On-Balance-Volumen) oder des Schwung-Indikators (50-Tage-Momentum) in den nächsten Wochen achten.

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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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