China fällt als Wachstumslokomotive aus

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Lange galt das Riesenreich der Mitte ja als die Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft. Diese Zeiten sind allerdings vorbei. (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Lange galt China ja als die Hoffnungsmacht für das Wachstum der Weltwirtschaft. Nicht zuletzt nach der Finanzkrise 2008/9 zog China die Weltwirtschaft mit für westliche Verhältnisse phänomenal hohen Wachstumsraten wieder nach oben. Die Chinesen galten ja als Werkbank der Welt und brillierten mit sagenhaften Wachstumsraten, insbesondere beim Export. Diese Zeiten gehören aber der Vergangenheit an.

Handelskrieg zeitigt Wirkung

Nun aber zeigen sich doch recht deutliche Zeichen der Schwäche. Vor dem Hintergrund des Handelskriegs mit den USA hat sich Chinas Außenhandel im September deutlich schwächer entwickelt als erwartet. Die Exporte der zweitgrößten Volkswirtschaft fielen im Vergleich zum September des Vorjahres um 3,2 Prozent auf 218,1 Milliarden US-Dollar, rund 197,5 Mrd Euro.

Die Importe gingen um 8,5 Prozent auf 178,5 Milliarden US-Dollar zurück. Das teilte jüngst die Zollbehörde in Peking mit. Das ist schon eine sehr, sehr beachtliche Nachricht. Es gab im September also keinerlei Wachstum mehr. Im Gegenteil, Schrumpfung war Trumpf. Das spricht wahrlich für sich und auch für den maladen Zustand der Weltwirtschaft.

Spannend war wieder mal, dass alle Beobachter zwar mit schlechten Nachrichten rechneten. Aber, selbst diese wurden einmal mehr unterboten. Sowohl die Ex- wie auch die Importdaten lagen weit unter den ohnehin schon geringen und gesenkten Erwartungen der Volkswirte. Fakt ist jedenfalls, dass der Handelskrieg das Geschäft der Chinesen mit den Amerikanern schwer belastet.

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Wegen der gegenseitig verhängten Strafzölle und der schlechten Stimmung zwischen beiden Staaten sackten Chinas Exporte in die USA im September um 21,9 Prozent ab. Die Importe brachen um 15,2 Prozent ein. Das sind wahrlich epische Verwerfungen im Welthandel. Andererseits zeigt das auch klar, dass der chinesische Binnenmarkt in nicht wirklich robuster Verfassung ist. Die Importe brachen ja auch drastisch ein.

Selbst die von der Agentur Reuters befragten Volkswirte zeigten sich mit Blick auf die Zukunft skeptisch. Eine grundsätzliche Lösung für die Streitigkeiten zwischen China und den USA sei trotz der Meldungen über teilweise Fortschritte in den Gesprächen nicht in Sicht. Es sei sehr, sehr schwer vorstellbar, dass die USA tatenlos zusehen würden, dass China an seinem Ziel festhält, in den nächsten Jahrzehnten zur Supermacht, also zur Nr. 1 auf der Welt aufzusteigen.

Ja, liebe Leser, unter dem Strich bleibt festzuhalten, dass China die Weltwirtschaft wohl dauerhaft wie gewohnt beflügeln kann. Das wird sich auch in deutschen Landen zeigen. Die wechselseitigen Abhängigkeiten sind hoch und schlagen nun wie ein Bumerang zurück. Stellen wir uns daher auf eine jahrelange Wirtschaftsflaute ein.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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