China interveniert im Markt: Es gibt hier nichts zu sehen, bitte kaufen Sie weiter Aktien!

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Heutzutage gibt es keinen Crash mehr. Die Notenbanken und Börsenaufsicht treten schon rechtzeitig auf die Bremse, damit so etwas nicht passiert. Eigentlich schön für Anleger. (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Ganz so einfach gibt es keinen Crash. Dafür wird schon gesorgt. Das zeigt sich gerade in China sehr deutlich. Leerverkäufe werden verboten und Yuan im Wert von etwa 150 Milliarden US-Dollar wurden in den Markt gepumpt. Die Kurse stabilisierten sich daraufhin. Oh Wunder!

Der DAX öffnete heute sogar mit einem kleinen Aufwärtsgap. Doch danach ging es schon wieder leicht nach unten. Alles in allem ist der heutige Tag bislang aber eher erholsam für den Markt. Kaum Bewegung im DAX und wir notieren auch noch über der 13.000. Das ist schon einmal positiv. Morgen gibt es dann wohl wieder mehr Action.

Die US-Futures haben aufgrund der chinesischen Interventionen am Markt ebenfalls reagiert. Mehr als deutlich schossen die Kurse nach oben und standen zwischendurch schon fast wieder bei den Allzeithochs!

DAX-Chartanalyse

Der graue Bereich entscheidet die weitere Bewegung. Kommen die Bullen hier ans Ruder, könnte der DAX die Aufwärtstrendlinie noch einmal von unten anlaufen. Das wäre dann aktuell wohl im Bereich um 13.400 Punkte. Viel weiter hoch sollte es erst einmal nicht mehr gehen. Zumindest nicht in den nächsten Tagen.

Die grüne EMA-200 bei derzeit 12.640 Punkten dient als Auffangnetz. Die blaue EMA-50 dagegen als erster Widerstand. Bereits im Oktober lagen die Kurse kurz darunter und schossen danach extrem in die Höhe. Wenn das noch einmal passiert, bedeutet das ein neues Allzeithoch. Abwarten. So viel Optimismus habe ich gerade nicht zu verkünden.

Es sei denn natürlich, wir lösen das Thema Coronavirus schnell auf. Doch danach sieht es zumindest derzeit noch nicht aus. Die Zahlen im Moment: 17.489 Fälle, 362 Tote, 530 die sich wieder erholt haben. Noch steigen die Zahlen der bestätigen Fälle weiter rasant an. Sobald sich hier etwas ändert, kann auch die Presse mit Ihrer Panikmache offiziell vom Gas gehen.

Bis dahin ist die Epidemie aber natürlich das vorherrschende Thema in den Nachrichten. Oder das Trump nicht wusste, dass der Gewinner des Super Bowl Kansas City, gar nicht aus Kansas kommt, sondern aus dem Nachbarstaat Missouri. Entscheiden Sie selbst, welche Nachricht wirklich wichtig ist.

Gold und Rohöl beruhigen sich

Gold bildet eventuell gerade eine Bärenflagge aus. Die Kurse halten sich im Bereich zwischen 1.570 und 1.590 US-Dollar. Sollten wir unter 1.563 US-Dollar fallen, könnten wir auch noch einmal das Tief Mitte Januar bei 1.540 US-Dollar testen. Erst über 1.600 US-Dollar kann der Goldpreis richtig zulegen.

WTI hat heute bereits auf dem Tief aufgesetzt, das 2019 mehrere Male angelaufen war. Der Bereich um50,65 US-Dollar dient offenbar als guter Kaufkurs. Hier wurden bereits mehrfach die Kurse wieder nach oben geschoben.

Das bedeutet aber im Umkehrschluss auch: Fällt der Bereich und wir schließen den Tag oder vielmehr noch die Woche unter 50,65 US-Dollar, kommt das Tief von Ende 2018 ins Spiel. Das liegt bei etwa über 42 US-Dollar! Der Preis für Rohöl könnte also noch weitere 8 US-Dollar fallen und würde damit keine außergewöhnliche Bewegung hinlegen.

Mit einem ausgebremsten China und damit weniger Verbrauch, ist es nicht utopisch, dass die Tendenz weiter nach Süden geht im Ölpreis. Um 42 US-Dollar gab es auch im Jahr 2017 zwei Tiefpunkte im Chart. Spätestens dort kann WTI also wieder nach oben drehen.

Noch einen Satz für die Pessimisten: Kommt es ganz dramatisch, sehen wir vielleicht sogar die 26 US-Dollar vom Februar 2016 wieder. Bis dahin ist es aber noch ein gewaltiges Stück und der Preis wird sich kaum über Nacht halbieren.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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