China: Rohstoffbedarf wächst schneller als Bruttoinlandsprodukt

Zwischen 2000 und 2010 wuchs die chinesische Wirtschaft durchschnittlich um 10 Prozent. Auffällig: der Rohstoffbedarf ist größer als das BIP (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

In der ersten Dekade dieses Jahrhunderts wuchs die chinesische Wirtschaft mit Wachstumsraten von durchschnittlich 10%.

Nach und nach überholte China große Volkswirtschaften wie Italien, Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Japan. Auch die Frage wann die USA als führende Wirtschaftsmacht abgelöst werden, scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

China: Rohstoffverbrauch wächst schneller als Wirtschaft

Dabei ist auffällig, dass Chinas Rohstoffverbrauch schneller wächst als die Volkswirtschaft insgesamt. Der Energieverbrauch des Landes wuchs beispielsweise viermal so schnell wie das Bruttoinlandsprodukt und belief sich bereits im Jahr 2006 auf 16% des Weltbedarfs; Tendenz weiter steigend.

Auch der Bedarf an anderen Schlüsselrohstoffen wächst stärker als es das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts erwarten lässt. Beim Stahl liegen die Wachstumsraten derzeit bei 16%, beim Aluminium bei 20%. Auch Kupfer liegt mit 13% über dem BIP Wachstum, jedoch nicht ganz so stark wie Nickel, dessen Verbrauch mit 23% deutlich schneller wächst als die Wirtschaft des Landes als Ganze.

WTO Beitritt hat Chinas Wachstum enorm beschleunigt

Inzwischen ist China zum größten Stahlproduzenten aufgestiegen und obwohl die Bedeutung der Leichtindustrie stark gewachsen ist, hat die Schwerindustrie für das Land noch immer einen hohen Stellenwert. Verglichen zu anderen OECD Ländern wuchs die chinesische Wirtschaft seit dem WTO Beitritt stärker.

2008 war die chinesische Industrieproduktion für 28,6% der weltweiten Leistung verantwortlich. Im Jahr 2000, also unmittelbar vor dem WTO Beitritt, hatte der Anteil nur bei 6,7% gelegen.

Angeführt wurde dieser Wandel von der Stahlindustrie, die 2000 in eine Periode rasanten Wachstums eintrat. Während der vergangenen 10 Jahre wuchs die Stahlproduktion jährlich um 18,3%, während der Rest der Welt nur eine jährliche Wachstumsrate von 4,3% verzeichnete.

Heute ist China der mit Abstand größte Stahlproduzent und steht für 50% der weltweiten Stahlerzeugung. Zwar werden 90% dieser gewaltigen Menge für den heimischen Bedarf erzeugt, doch die exportierte Restmenge reicht völlig aus um den Weltstahlmarkt zu dominieren.

Es passt zu diesen Wachstumszahlen, dass China inzwischen die USA und Deutschland als führende Produzenten industriell gefertigter Güter abgelöst hat und zum größten Automobilmarkt aufgestiegen ist.

Chinesischer Rohstoffbedarf als Spiegel der wirtschaftlichen Entwicklung

Besonders in den letzten Jahren hat sich die Entwicklung nochmals beschleunigt. Ablesen lässt sich das unter anderem am enormen Energiebedarf des Landes. Allein zwischen 2006 und 2007 installierte China neue Kraftwerke mit einer Kapazität von 200 Gigawatt.

Diese zusätzliche Leistung ist nur geringfügig kleiner als die gesamte Strommenge, die in Italien und Deutschland erzeugt wird.

Von 1998 bis 2008 hat sich der chinesische Ölverbrauch verdoppelt, der Verbrauch von Nickel und Eisenerz verdreifachte sich während dieser Periode, während sich der Bedarf an Aluminium im gleichen Zeitraum sogar vervierfacht hat.

Es verwundert daher nicht, dass China für zwei Drittel des weltweiten Mehrbedarfs an Stahl und Aluminium steht und auch bei anderen strategischen Metallen wie Kupfer und Nickel fast im Alleingang für die zusätzliche Nachfrage verantwortlich ist.

Den Abschluss unserer kleinen Serie widmen wir morgen der interessanten Frage wie China seinen enormen Rohstoffnachschub sicherstellt. Dazu hat die Regierung in Beijing eine eigene Strategie entwickelt, die ich ihnen morgen vorstellen möchte.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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