China: Rohstoffe werden immer beliebter

Rezession, Wirtschaftskrise, Börsen-Crash – wir können es nicht mehr hören.

Die Chancen werden derzeit zu wenig beleuchtet, sie bieten sich im Rohstoff-Sektor, wo die Preise kräftig eingebrochen sind.

Für die Verbraucher und Abnehmer dieser Rohstoffe ist der Trend durchaus positiv. Tatsächlich macht China das Beste aus der Lage.

China steigt bei Rio Tinto ein

China nutzt die weltweite Rohstoff-Rezession zur Expansion: In der vorigen Woche wurde bekannt, dass der Staatskonzern China Aluminum (Chinalco) seinen Anteil beim hoch verschuldeten Erz- und Kupfer-Konzern Rio Tinto verdoppelt.

Insgesamt zahlen die Chinesen dafür 19,5 Milliarden Dollar. Dies ist die bislang größte Investition eines chinesischen Unternehmens in einen ausländischen Konzern überhaupt.

China kauft Rohstoffe: Kupfer und Alu

Chinalco erhöht mit der Kapitalspritze seinen Anteil an dem britisch-australischen Konzern von neun auf 18 Prozent. Die Vereinbarung muss noch von der australischen Regierung genehmigt werden – die Australier befürchten, dass China das ganze Land aufkauft.

Chinalco bekommt mit dem Deal Zugriff auf die Escondida Kupfermine in Chile, sowie auf die Hamersley Erzmine und die die Bauxit-Vorkommen in Australien. Bauxit ist der Rohstoff, aus dem Aluminium gewonnen wird, Erz wird in Stahl verarbeitet.

Rio Tinto braucht Geld – China hat Geld

Rio Tinto braucht dringend Geld, denn wegen der stark gefallenen Rohstoffpreise ist der Konzern in der zweiten Jahreshälfte tief in die roten Zahlen gerutscht.

2008 konnte das Unternehmen aber insgesamt noch einen Gewinn von 3,7 (Vorjahr: 7,3) Milliarden US-Dollar verbuchen. Das Reich der Mitte hat das Geld, das den Rohstoff-Konzernen derzeit fehlt.

Die Regierung in Peking setzt seit einigen Monaten verstärkt auf eine Expansion im Rohstoff-Sektor – China will sich damit vom Preisdiktat der Förderkonzerne bei Erzen, Kupfer und Bauxit befreien.

China ist Motor der Weltwirtschaft

China ist der neue Motor der Weltwirtschaft Insbesondere das bevölkerungsreichste Land der Erde – China – treibt die Rohstoffpreise nach oben. Die 1,3 Mrd. Chinesen sind schon jetzt der größte Konsument von Getreide, Fleisch, Kohle und Stahl.

Allein an einem Tag werden mehr als 1 Mio. Tonnen Stahl, 14 Mio. Paar Schuhe und mehr als 50 Mio. Kleidungsstücke produziert. Längst hat China die Vereinigten Staaten als Wachstumsmotor der Weltwirtschaft abgelöst.

Während das Wirtschaftswachstum in den USA nur noch rund 2 bis 3% beträgt, hat China sein Wachstum auf jährlich über 10% heraufgeschraubt.

Chinas Rohstoffhunger ist grenzenlos

Wachstum benötigt Rohstoffe. In den vergangenen 10 Jahren steigerte die chinesische Wirtschaft ihren Verbrauch an Aluminium um durchschnittlich 13,6% pro Jahr, der Kupferverbrauch wuchs um 14,9%, der Nickelverbrauch um 13,0% und der Stahlverbrauch um 9,2%.

Diese gigantische Nachfrage nach Rohstoffen kann längst nicht mehr im Inland gedeckt werden, sondern nur vom Weltmarkt. Folge: Chinesische Unternehmen kaufen im großen Stil Rohstoffe im Ausland ein.

Dabei konkurrieren sie direkt mit den anderen Großverbrauchern: den USA, Europa und anderen Schwellenländern. In den kommenden Jahren wird sich diese Konkurrenzsituation noch verschärfen. Die Rohstoffpreise werden daher zwangsläufig weiter steigen.

Aufstieg von der Agrar- zur Industriegesellschaft

Die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten ist beeindruckend. In den letzten 27 Jahren stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Jahr um durchschnittlich 9,4%.

Das reale Pro-Kopf-BIP hat sich im gleichen Zeitraum versechsfacht. In dieser Phase hat sich die chinesische Wirtschaft von einer Agrargesellschaft in eine Industriegesellschaft gewandelt. Gleichzeitig entwickelt sich die Wirtschaftsform von einer Plan- schrittweise zu einer Marktwirtschaft.

Was für uns heute selbstverständlich ist, zählt in China derzeit noch zu den Luxusgütern, beispielsweise ein eigenes Auto. Bis zum Jahr 2013 wird sich die Anzahl der Pkws im Land auf rund 100 Mio. Stück verdreifachen. Um diese Autos zu bauen und die wachsende Mittelschicht mit allen Annehmlichkeiten des täglichen Lebens zu versorgen, werden gigantische Rohstoffvorkommen benötigt.

Die Aufholjagd der chinesischen Konsumenten hat gerade erst begonnen. Bis China den westlichen Standard erreicht hat, wird es noch mehrere Jahrzehnte dauern. Gute Aussichten für einen anhaltenden und profitablen Rohstoff-Boom.


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17. Februar 2009

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Robert Hsu
Von: Robert Hsu.

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