China steht im Zentrum der Rohstoffbörsen

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Die Preise vieler Industriemetalle und Rohstoffe hängen vom Bedarf Chinas ab. Der Handelsstreit mit den USA könnte für eine Abkühlung sorgen. (Foto: aphotostory / Shutterstock.com)

China ist der weltweit bedeutendste Rohstoffimporteur. Vor allem die Preisentwicklung von Industriemetallen hängt primär von dem chinesischen Heißhunger auf Rohstoffe ab. 43% des weltweiten Eisenerzverbrauchs gehen auf die Rechnung Chinas, bei Zink und Kupfer sind es 42%. Angesichts dieser Zahl überrascht es wenig, dass die politischen Machtkämpfe zwischen den USA und China die Volatilität an den Rohstoffbörsen kräftig ankurbeln.

Der Handelsstreit eskaliert

Der Handelsstreit zwischen den USA und China geht in die nächste Runde. Nachdem die US-Regierung erst im September neue Strafzölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Mrd. $ verhängt hat spricht US-Präsident Trump bereits wieder davon, die Strafzölle auszuweiten. Bisher werden bereits rund die Hälfte aller Importe aus China mit den 10%-igen Zöllen belegt. Ab 2019 sollen dann 25% erhoben werden. Die USA rechnen mit zusätzlichen Einnahmen von mehr als 56 Mrd $ jährlich. Sollten die USA die weiter angedrohten Strafzölle verhängen, würde der Gesamtumfang auf weit über 500 Mrd. $ steigen.

Chinas Wachstum verliert an Dynamik

Die Auswirkungen zeichnen sich bereits ab: Chinas Wachstum verliert deutlich an Dynamik und fiel im 3. Quartal auf das tiefste Niveau seit Anfang 2009. Und das, obwohl sich der Außenhandel in Anbetracht der sich abzeichnenden US-Strafzölle gut entwickelt hat. Chinesische Unternehmen stockten die Lagerbestände erheblich auf. Das dürfte vor allem dem Wachstum im 4. Quartal einen zusätzlichen Dämpfer versetzen.

Rohstoffpreise im freien Fall

Der politische Druck, die hohen Lagerbestände und das schwache chinesische Wachstum zeichnen sich an den Rohstoffbörsen ab. Während der Nickelpreis mehr als 30% von seinem Jahreshoch im Sommer abgab, verlor der Ölpreis der Marke WTI innerhalb weniger Wochen 32,5%. Aber auch die Preise für Zink-, Kupfer-, und Aluminium kamen dieses Jahr unter die Räder.

Dem negativen Trend entfliehen konnte lediglich der Eisenerzpreis, der seit Sommer moderat zulegen konnte. Auf eine Abkühlung der weltweiten Außenhandelsaktivität deutet auch die Entwicklung des Baltic Dry Index (BDI) hin. Der BDI erfasst die Kosten für Zeit- und Reisecharter auf 26 Hauptschifffahrtsrouten im Trockenschüttgutverkehr und notiert derzeit 32% unter dem Jahreshoch im September.

Goldminenaktien tendieren uneinheitlich

Während die robusten Konjunkturdaten aus den USA und ein starker US-Dollar Gegenwind für Goldinvestoren darstellen, tendierten die Goldminenaktien sehr uneinheitlich. Aktien von AngloGold Ashanti sind seit unserer letzten Besprechung um etwa 30% gestiegen. Grund waren die zunehmenden Erfolge in der Restrukturierung des Unternehmens.

Von den Kursständen vor drei Jahren sind die Aktienkurse von AngloGold Ashanti allerdings noch weit entfernt. Aktien von Barrick Gold notieren in etwa so hoch wie vor 6 Monaten, während die Aktien des direkten Konkurrenten Newmont Mining um 15% nachgaben. Auch diese Diskrepanz hatte außerordentliche Gründe. Bis September entwickelten sich beide Aktien in etwa gleich.

Danach profitierten Barrick-Aktien von der Ankündigung zur Übernahme von Randgold Resources, was den Abstand zum nächstgrößeren Konkurrenten Newmont weiter vergrößert.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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