China und Fed drücken Dax erneut ins Minus

Die Dax-Achterbahn hat am Dienstag wieder Fahrt aufgenommen: Zum Monatsstart rauschte der Leitindex gehörig in die Tiefe bis auf einen Tagestiefstwert von 9.928 Zählern. Am Ende rettete sich das Barometer aber doch noch knapp in die Fünfstelligkeit und ging mit 10.015 Punkten aus dem Handel – 2,4 Prozent schwächer als am Vortag.

Die beherrschenden Themen waren dabei dieselben, die schon seit Wochen die Anleger in Atem halten und die Kurse fest im Griff haben: Chinas Konjunktur und die Zinsentscheidung der Fed. Über beidem schweben zahlreiche Fragezeichen, sodass die Nervosität weiterhin hoch bleibt – ebenso wie die Volatilität bei Dax und Co.

China und Fed bleiben dominierend

Die chinesische Industrieproduktion ist im August weiter zurückgegangen, der Einkaufsmanagerindex fiel mit 47,3 Punkten auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren. Das von der Regierung angepeilte Wachstumsziel von 7 Prozent im laufenden Jahr scheint nicht erreicht zu werden. Da China als globaler Wachstumsmotor gilt, werden daher weitreichende Folgen auch für die weltweite Konjunkturentwicklung befürchtet.

Aus den USA ist derweil nichts wirklich Neues zu vernehmen. Die Notenbanker der Federal Reserve halten sich gewohnt bedeckt, wenn es um die Zeitplanung für die Zinswende geht. Zwar soll die schrittweise Zinsanhebung noch in diesem Jahr beginnen – doch wann genau, steht in den Sternen.

Wochenlang gab es Hinweise darauf, der Schritt könnte schon im September vollzogen werden. Doch die jüngsten Konjunkturschwächen und Börsenturbulenzen haben zuletzt Zweifel genährt, ob es die Fed tatsächlich so eilig hat, oder ob sie nicht doch auf ruhigeres Fahrwasser wartet. In zwei Wochen findet die nächste Sitzung statt, auf der dann womöglich eine Entscheidung getroffen wird.

Alle Dax-Werte im Minus

In dieser schwierigen Gemengelage rutschten sämtliche Dax-Werte deutlich in die Verlustzone. Spitzenreiter war die Münchener Rück mit einem Abschlag von 0,8 Prozent, gefolgt von Beiersdorf mit 1,2 Prozent und Henkel mit einem Minus von 1,5 Prozent.

Besonders tief stürzten die Papiere von Volkswagen, Infineon, Bayer und Schlusslicht ThyssenKrupp ab, die sich um 3 bis 3,4 Prozent verbilligten.

2. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt