China und Infrastruktur: eine attraktive Kombination

Ich denke, zu Frankreich und Griechenland haben Sie gestern schon genug gelesen.

Daher möchte ich mich in der heutigen Ausgabe einer anderen, weiter entfernten Region widmen: China.

Stabilisierung auf hohem Niveau statt „harter Landung“

In den letzten Monaten produzierte China einige Negativschlagzeilen.

Nach „nur“ 8,1% Wirtschaftswachstum im 1. Quartal 2012 (der schlechteste Wert seit drei Jahren) riefen einige Kommentatoren schon das Ende des chinesischen Wirtschaftsbooms aus und verunsicherten damit auch so manche Anleger.

Aber getreu dem Motto „es wird nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird“, sind die Befürchtungen erheblich übertrieben. Eine „harte Landung“ der Wirtschaft wird es aller Voraussicht nach nicht geben.

So sehen die Wirtschaftsinstitute und die Weltbank eine Stabilisierung der chinesischen Wirtschaft auf hohem Niveau.

Die Weltbank erwartet für 2012 ein Wirtschaftswachstum von 8,2%, im darauffolgenden Jahr sollen es 8,6% Wachstum werden.

Einige Wirtschaftsinstitute rechnen für 2013 noch mit einigen Zehntel Prozentpunkten mehr. Jede andere große Volkswirtschaft dieser Welt kann von solchen Zahlen nur träumen.

Aus diesem Grund sollten Sie chinesische Aktien nicht abschreiben. Als spekulative Depotbeimischung bleibt China sicherlich keine schlechte Wahl.

Chinas Nachholbedarf bei Infrastruktur

Und mit den richtigen Einzelwerten lässt sich die Erfolgschance noch steigern. Sehr interessant finde ich aktuell den Infrastruktursektor.

Der 2011 in Kraft getretene 5-Jahres-Plan enthält zahlreiche Maßnahmen zur Förderung der Verkehrs- und Energie-Infrastruktur. Dabei setzt China in erster Linie auf den Ausbau des Eisenbahnnetzes. Die Bahn schlägt das Auto über die großen Distanzen im Land in puncto Schnelligkeit und das Flugzeug in puncto Reisekosten.

Neben dem Passagiertransport (jährlich 2 Mrd. Fahrgäste) ist die Bahn für die Beförderung von Rohstoffen wichtig. China importiert so viele Rohstoffe wie kein anderes Land der Erde. Die Bahn übernimmt die Aufgabe, diese von den Hafenstädten ins Landesinnere zu verteilen.

Hohe Investitionen ins Eisenbahnnetz

Dafür greift China tief in die Tasche: Auf der nationalen Eisenbahnkonferenz im Dezember kündigte der zuständige Minister an, allein 2012 die stolze Summe von 400 Mrd. Yuan (ca. 64 Mrd. US-$) in den Ausbau der Bahninfrastruktur zu investieren.

Allein im laufenden Jahr will China über 6.000 Kilometer neue Gleise verlegen. Das ehrgeizige Ziel: Bis 2015 will China das höchstentwickelte Schienennetz der Welt bauen.

Die Technologie dafür besitzt das Land bereits: 2011 präsentierte der staatliche Zughersteller CSR den neuen Hochgeschwindigkeitszug „Asia Star“, der es auf eine Spitzengeschwindigkeit von 500 km/h bringen soll.

Infrastruktur-Aktien aussichtsreich

Das macht Aktien von Streckenbetreibern, Zugherstellern, Zulieferern und Eisenbahn-Dienstleistern aus China und Hongkong in den kommenden Jahren aussichtsreich. Allerdings ist das Risiko bei Einzelaktien relativ hoch.

Hier macht Risikostreuung per Fonds oder Zertifikat Sinn. Ein möglicher Kandidat: Der Invesco Asia Infrastructure mit einem China-Anteil von rund 40%.

Wer noch gezielter investieren will, wirft einen Blick auf das China Railway Zertifikat der Schweizer Privatbank Vontobel. Dieses hat allerdings den Nachteil einer eingeschränkten Laufzeit bis August 2013.

8. Mai 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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