China verzeichnet Rekord beim Außenhandel

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Die Handelsbilanz Chinas verzeichnet im Mai einen neuen Rekordwert – allerdings unter bemerkenswerten Umständen. (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Die Weltwirtschaft liegt am Boden, auch die aufstrebende Volkswirtschaft China – seit Jahren globaler Konjunkturmotor – macht dabei keine Ausnahme. Dennoch erzielte das Reich der Mitte im Mai einen Rekordüberschuss im Außenhandel.

Was sich auf den ersten Blick gut liest, verdeutlicht beim Blick auf die Details jedoch verheerende Entwicklungen. Die Exporte gingen demnach um 3,3 Prozentpunkte zurück im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – doch die Importe stürzten im gleichen Zeitraum um 16,7 Prozent ab. Der Außenhandelsüberschuss liegt also weniger an erfolgreichen Exportgeschäften als vielmehr am brachliegenden Import.

Exporte lassen nach, Importe brechen ein

Bei beiden Werten hatten die vorangegangenen Schätzungen der Experten danebengelegen: Sie hatten der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt im Schnitt bei den Exporten weniger zugetraut, bei den Importen allerdings weniger Schlimmes befürchtet. Unterm Strich summierte sich der Handelsüberschuss Chinas im Mai auf fast 63 Milliarden Dollar und verzeichnete damit den höchsten bislang je gemessenen Wert.

Die Tendenz, dass die Exporte insgesamt besser liefen als die Importgeschäfte, bestätigt sich unabhängig von der jeweiligen Handelsregion. Ob Deutschland, Europa oder die USA, überall ging die Handelsbilanz insgesamt zurück und überall brachen die Importe wesentlich drastischer ein als die Exporte Chinas.

Keine Konjunkturprognose für 2020

Nach einem Wachstum von 6,1 Prozent in 2019 wagt die chinesische Regierung derzeit keine Konjunkturprognose für das laufende Jahr. Klar ist allerdings bereits jetzt, das Ergebnis wird verheerend ausfallen, wie überall auf der Welt.

Das mehrmonatige Herunterfahren der meisten Wirtschaftszweige hat sämtliche Industrie- und Handelsnationen hart getroffen. China bildet allerdings einen Sonderfall: Hier war das Virus Ende 2019 erstmals aufgetreten, das Land war als erstes betroffen und hatte zigtausende Tote zu beklagen.

Die einschränkenden Maßnahmen wurden in China zuerst umgesetzt, der Rest der Welt folgte erst im März und April. So ist es nun aber auch China, das als eines der ersten Länder seine Beschränkungen wieder gelockert hat und die Wirtschaft schrittweise wieder hochfährt.

China fährt hoch – Ölpreis zieht an

Dieser Effekt zeigt sich nicht nur in den jüngsten Handelsbilanzen der Volksrepublik, sondern hat auch Auswirkungen etwa auf den Ölpreis: Weil im Reich der Mitte die Nachfrage allmählich wieder steigt, zieht auch der Ölpreis nach heftigem Einbruch seit einigen Wochen wieder kräftig an. Um die 40 US-Dollar wurden am Dienstag fällig für ein Barrel Rohöl der Sorten WTI oder Brent.

Zur Erholung und Stabilisierung des Ölpreises trägt zudem ein Beschluss der Opec+ Staaten bei, die Drosselung der Ölförderung auch im Juli beizubehalten. Auf diese hatte sich das Kartell bereits im April verständigt, im Mai und Juni wurden täglich rund 10 Millionen Barrel weniger gefördert als zuvor. Diese Größenordnung soll nun auf Juli ausgeweitet werden.

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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