Chinas Börsen auf Talfahrt – kommt der nächste Crash?

Allmählich scheint das Grexit-Gespenst seinen Schrecken zu verlieren – zumindest aus Sicht der Börsianer. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ließ verlauten, dass man sich im Detail auf einen solchen Fall vorbereitet habe, ihn aber lieber vermeiden wolle.

Und Alexis Tsipras signalisierte in Brüssel so etwas wie Kompromissbereitschaft. Am kommenden Sonntag nun steht einmal mehr ein Tag der Entscheidung an, wenn nicht nur die Euro-Zone, sondern die Staats- und Regierungschefs aller EU-Staaten über das weitere Vorgehen beraten.

Dax auf Erholungskurs

Der Dax übte sich am Mittwoch im Aufwärtskurs und legte zwischenzeitlich um bis zu 1 Prozent zu. Am Ende schrumpften die Gewinne etwas in sich zusammen. Unterm Strich blieb aber dennoch ein Plus von 0,7 Prozent, das Barometer ging mit 10.747 Zählern in den Feierabend.

Doch es ist noch zu früh, um aufzuatmen – zumal sich die nächste Krise bereits abzeichnet. In China befinden sich die Kurse seit Wochen im freien Fall. Der chinesische Leitindex hat seit seinem Höchststand im Juni rund 27 Prozent verloren und rauschte von 5.178 auf nur noch knapp über 3.500 Punkte.

Allein am Mittwoch gab der Index um 6 Prozent nach, Börsianer sprechen von Panikverkäufen. Die Alarmstimmung schwappte auch auf die Nachbarländer über, und auch in Europa bildete sich so manche Sorgenfalte auf der Anlegerstirn.

China drückt Autowerte ins Minus

Angesichts der beunruhigenden Nachrichten aus Fernost rutschten vor allem die Automobilwerte in Frankfurt ins Minus. Daimler, BMW und Volkswagen verbilligten sich um 0,7, 1,9 und 2,6 Prozent. Schlusslicht war Zulieferer Continental mit einem Abschlag von 3,3 Prozent.

Für Deutschlands Autobauer gilt das Reich der Mitte als wichtigster Exportmarkt, ein Großteil der Fahrzeugverkäufe wurde in den letzten Jahren dort erzielt. Bricht nun die chinesische Börse ein, könnte dies dramatische Auswirkungen auf das Konsumverhalten der Bevölkerung haben – und somit auch für die Absatzbilanz der Autokonzerne.

An die Dax-Spitze setzte sich Bayer mit einem Plus von 2 Prozent, gefolgt von ThyssenKrupp und der Deutschen Post, deren Aktien um 1,9 und 1,8 Prozent vorrückten.

9. Juli 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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