Chinas Weizenernte durch Dürre bedroht: Die Preise steigen

Dürre in China gefährdet Weizenernte

Im Norden Chinas ist es trocken, seit Wochen und teilweise Monaten hat es nicht mehr geregnet oder geschneit. Die Landschaft ist ausgedorrt und nun geht die Angst um, denn dem auf die Felder ausgebrachten Winterweizen fehlt die Feuchtigkeit.

Wenn sich die Situation nicht bald entspannt, droht eine Dürrekatastrophe. Inzwischen sind nicht nur die chinesischen Behörden, sondern auch die Welternährungsorganisation FAO alarmiert.

Betroffen sind die Provinzen im Norden Chinas. Sie sind wichtige Anbaugebiete für Weizen. Am härtesten betroffen sind die fünf Provinzen Shandong, Jiangsu, Henan, Hebei und Shanxi.

Zusammen wird hier in normalen Erntejahren rund zwei Drittel der gesamten chinesischen Weizenproduktion eingebracht. Durch die anhaltende Trockenheit ist die Weizenernte im Sommer akut gefährdet.

In Chinas Ministerien wird schon seit Wochen von der Gefahr einer Missernte gesprochen. In der Provinz Shandong im chinesischen Kernland fielen seit vergangenen September lediglich 12 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter.

Alternativ Wasser aus den Flüssen zu entnehmen und damit die Felder zu bewässern ist auch nicht möglich, denn der Gelbe Fluss, der in Shandong ins Meer mündet, führt momentan ebenfalls verhältnismäßig wenig Wasser.

Massiver Anstieg der Weizenpreise

Sollten bis Ende Februar keine ergiebigen Niederschläge gefallen sein, droht die schlimmste Dürre seit zweihundert Jahren. Sie wird das in China ohnehin im Steigen begriffene Niveau der Lebensmittelpreise weiter steigen lassen. Die Dürre trifft China somit zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt.

Um die Preissteigerungen bei den Lebensmittelpreisen zu dämpfen, werden in China die Preise für eine Reihe wichtiger Nahrungsmittel inzwischen reguliert. Außerdem gibt die Regierung Lagerbestände an den Markt ab, um den Preisauftrieb zu bremsen. Zur Eindämmung der Inflation wurden auch die Leitzinsen mehrfach erhöht, letztmalig am 8. Februar.

Der Bericht der Welternährungsorganisation FAO benennt den Wassermangel als Hauptgrund für die massiven Preisaufschläge für Weizenmehl im Einzelhandel.

Allein in den vergangenen zwei Monaten sind die Preise um 8% gestiegen und im Januar 2011 kostete ein Kilo Weizenmehl gut 16% mehr als zwölf Monate zuvor. Schon in ihren früheren Berichten hatte die FAO der Regierung in Beijing dazu geraten, zur Eindämmung der Inflation kurzfristig Maßnahmen zu ergreifen.

China muss Weizen importieren …

Weltweit stellen sich die Weizenproduzenten nun auf eine verstärkte Weizennachfrage aus China ein. Wegen des schlechten Wetters in Australien ist das Angebot jedoch begrenzt. Hinzu kommt der Exportstopp für Weizen, den die russische Regierung für die Dauer von sechs Monaten verfügt hat.

Er ist eine Folge der großflächigen Brandkatastrophe in Russland im Sommer des vergangenen Jahres. Eine verstärkte Nachfrage aus China trifft am Weltmarkt auf dieses negative Umfeld. Die Weizenpreise sollten vor diesem Hintergrund eher hoch bleiben.

Zwar rechnet die in New York ansässige Beratungsfirma Commodore Research & Consultancy damit, dass China auch weiterhin der weltweit größte Weizenproduzent sein wird, doch für das laufende Jahr haben sich die Ernteaussichten durch die anhaltende Dürre massiv verschlechtert.

Chinas Kornkammer liegt im Norden des Landes und ist damit von der anhaltenden Trockenheit massiv betroffen. Außerdem könnte eine dünne Schneedecke die Ursache dafür sein, dass die Weizensaat verspätet aufkeimt.

… und die eigenen Lagerbestände angreifen

Offizielle chinesische Quellen sprechen davon, dass in den fünf Provinzen 5,16 Millionen von insgesamt 14 Millionen Hektar von der Dürre betroffen sind. Bereits jetzt leiden 2,57 Millionen Menschen und 2,79 Mio. Stück Vieh unter einem Mangel an Trinkwasser.

Hält die Trockenheit im Frühjahr an oder behindern ungewöhnlich niedrige Temperaturen im Februar und März das Aufkeimen der Saat, könnte sich die Situation weiter zuspitzen.

Eine direkte Hungersnot ist in China nicht zu befürchten, denn die chinesische Regierung hält einen umfangreichen Weizenvorrat vor.

Ende 2010 soll er sich nach Angaben von Ma Wenfeng von der Orient Agribusiness Consultant Ltd. aus Beijing, einem Unternehmen, das Entwicklungen auf dem chinesischen Getreidemarkt aufmerksam verfolgt, auf mindestens 53 Millionen Tonnen belaufen haben.

Zwar hat die chinesische Regierung schon im vergangenen Jahr große Mengen ihres Weizenvorrats abgegeben um die Preisanstiege abzufedern, aber noch immer werden genügend große Vorräte vorgehalten, sodass es auch bei einer extrem schwachen Ernte nicht zu ernsthaften Versorgungsengpässen kommen sollte.

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7. März 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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