Chinas Wirtschaftswachstum 2011 und 2012 in Gefahr: neue Daten zu Rohstoffen

Immer mehr Angst vor einem Absturz in China - Analysten sorgen sich auch um Rohstoffe wie Kupfer. Der Standpunkt. (Foto: Christopher Halloran / shutterstock.com)

Chinas Wirtschaftswachstum: 2011 und der Rohstoff

Rohstoffmärkte sind in den vergangenen Tagen und Wochen „zusammengebrochen“. So die Meldungen auf den verschiedenen Seiten im Internet und in Zeitungen sowie Magazinen. Dahinter steckt die Angst vor China und dem Wirtschaftswachstum 2011 und 2012. Wie in jedem Jahr sehen Analysten und Volkswirte eine Blase. Wir sichten für Sie.

Diese Sichtung ist nötig, denn die Warnung kommt regelmäßig. Kein Wunder, China ist Haupttreiber an den Rohstoffmärkten. Die Anteile an der Nachfrage werden selbst zum Risiko: Zink – 42%. Kupfer – 42%, Reis – 38%, Eisenerz – 43%, Weizen 18% und schließlich Rohöl mit 10% am Weltmarkt.

Würde Chinas Wirtschaftswachstum zusammenbrechen, sind damit direkt die Rohstoffpreise betroffen. Es lohnt sich, das nachzurechnen.

Preise sind schon genug gefallen

Gerade die Rohstoffmärkte handeln mit echten Gütern. Also Kupfer, Soja und Zink – sowie Derivaten (abgeleiteten Termingeschäften darauf). Aber immer geht es um die reale Lieferung. Das aber bedeutet, das Geschehen in der Realwirtschaft wird die Preise bestimmen.

Die sind an den Rohstoffmärkten bereits zwischen 10% und 20% gefallen – und damit grob kalkuliert schon um die Hälfte dessen, was die chinesische Nachfrage an Preisblasen bewirken kann. Kommt die chinesische Wirtschaft nicht vollkommen zum Stillstand, sind die Preise bereits genügend gefallen.

Dies gilt für nahezu alle Rohstoffe, die wir für handelbar halten. Dauerhaft werden wir nicht mit Soja spekulieren, da Investments hier für uns kaum kalkulierbar sind. Aber Rohöl beispielsweise lässt sich gut beobachten. Der kleine Preisrückgang ist kein Alarmzeichen, auch nicht aus China.

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Rohöl bestes Beispiel: so geht es weiter

Die Chinesen versuchen aktuell „nur“, ihre Inflation in den Griff zu bekommen. Diese liegt bei 5,3% und damit sogar unter den Werten aus dem ersten Quartal. Weil die Zentralbank aber die Mindestreservemenge erhöht, die Banken für Kreditausgaben hinterlegen müssen, wird der Geldzufluss geringer.

Die Währung Yuan stabilisiert sich im Vergleich zu den Preisen und Währungen wie dem US-Dollar. Daher die Angst. Diese ist unbegründet: 2011 wird Chinas Wirtschaft zum 12.Mal (!) hintereinander ohne Unterbrechung eine Wachstumsrate von mindestens 8% schaffen. Dies garantiert eine weitere hohe Nachfrage nach Rohöl.

Der Preiseffekt durch den stärkeren Yuan wird die Nachfrage des dollargehandelten Rohöls sogar noch erleichtern: die Chinesen bekommen mehr Öl für dasselbe Geld.

GeVestor.de meint: Chinas Wirtschaftswachstum ist 2011 und 2012 nicht so sehr in Gefahr wie befürchtet. Warnungen anhand der neuen Daten zu Rohstoffen sind daher übertrieben. Ein mögliches Investment für Sie sind Ölwerte wie „Royal Dutch Shell“, von uns einige Male bereits empfohlen.

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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