Chinesische Währung – Das Bombenzertifikat auf den Yuan

Die chinesische Währung „Yuan“ wird gegenüber dem US-Dollar aufwerten. Trotzdem ist ein neues Zertifikat eine extreme Gefahr. (Foto: Khongtham/ shutterstock.com)

Renminbi oder Yuan heißt die chinesische Währung. Die Notenbank hat dank den Billionen-Beständen an Dollar die Finger an der weltweiten Währungsentwicklung.

Sie können sich fast sicher darauf verlassen: die Währung wird aufwerten. Eine Wette allerdings würde jetzt zur Vorsorge-Katastrophe. Seien Sie also vorsichtig.

China: Exporte zu billig, Importe zu teuer

Hintergrund der chinesischen Währungsdiskussion sind die Im- und Exportpreise. Die günstige Währung hat den Export beflügelt – und den Import zu teuer werden lassen. Vor allem Rohstoffe sind angesichts der weiter wachsenden Wirtschaft zu teuer. Profitieren Sie davon.

Vor allem Rohstoffe wie Kupfer und Öl werden für die Chinesen in den kommenden Monaten und Jahren zu teuer, wenn die Währung sich nicht anpasst. Denn: der Anteil der Chinesen am Weltmarkt gerade für diese Güter steigt und steigt.

Chinesen werden ihre Währung aufwerten

Kein Wunder: ist China doch nahezu eine der einzigen Regionen, in denen die Wirtschaft noch wächst. Daher werden sie ihre Währung anpassen.

Langfrist-Investment als Vorsorge-Falle

Wer vorsorgen möchte, investiert am besten „langfristig“. Diese Empfehlung aus meinen Schreiben haben Sie mehrfach lesen können.

Was allerdings für Aktien und damit Sachwerte – auch Immobilien oder Edelmetalle wie Gold und Silber – gilt, ist bei Währungen der vollkommen falsche Weg. Eine besondere Warnung ist dieses neue Zertifikat wert. Es wird zur Bombe.

Die US-Bank „Morgan Stanley“ hat eine so genannte „Performance-Anleihe“ herausgebracht. Dies ist der neue Name für Zertifikate, nachdem die aufgrund der Lehman-Pleite in Verruf geraten sind.

Der neue Name jedoch täuscht: es sind alte Fallen in den Zertifikaten versammelt. Dieses Zertifikat bietet an Fehlern und Fallen nahezu alles, was mir dazu einfällt. Für Sie eine Bewertung.

Kapitalschutz nicht als Vorsorge geeignet

Immerhin hat die Bank aus diesem Zertifikat ein „Kapitalschutz-Zertifikat“ gemacht. Das heißt: Sie investieren jetzt 100 Euro – und erhalten am Laufzeitende theoretisch 100 Euro zurück. Nur:

Die Laufzeit endet – Fehler Nummer eins – erst 2015. Bis dahin ist das Geld allenfalls noch 85% wert, den Rest werden Sie über die Inflation verlieren.

Fehler Nummer zwei: der Kapitalschutz bezieht sich auf den Nominalwert von 100% – Sie aber zahlen zusätzlich noch Gebühren, die Sie schon von vornherein ins Hintertreffen bringen.

Fehler Nummer drei: Zwar gibt es auf die Wertentwicklung einen „Hebel“ von 1,25 – gewinnt der Yuan 1%, gewännen Sie 1,25%, aber: bis 2015 ist eine in Währungsfragen viel zu lange Zeit.

Vermeiden Sie den unsicheren US-Dollar

In vier Jahren kann theoretisch sogar der Dollar abgelöst sein – US-Bundesstaaten beginnen jetzt schon, Edelmetall-Münzen als Zahlungsmittel anzuerkennen.

Ich meine: Ein Zertifikat, das weder als Zockerpapier noch als Vorsorge in irgendeiner Form geeignet ist. Es ist ein Musterfall für Modepapiere, die Sie auf jeden Fall meiden können – wenn Sie die richtige Aktienauswahl für die US-Katastrophe treffen.

Alternative zur chinesischen Währung: ETFs

Direkt auf den Yuan und gegen den US-Dollar zu setzen, kann demnach gefährlich sein. Der Devisenmarkt ist durchsetzt von großen Spekulanten, die aktiv Kurse manipulieren.

Gehen Sie anders vor: investieren Sie in China, wenn Sie auf eine steigende Konjunktur setzen. Eine Möglichkeit: ein ETF auf chinesische Fonds.

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.