Chinesischer Automarkt wächst wieder zweistellig

Der deutsche Leitindex DAX konnte seinen Aufwärtstrend heute nicht fortsetzen.

Die Werte aus der Banken-Branche sorgten für leichte Kursabschläge.

Es fehlte das positive Gegengewicht, um diese Abschläge auszugleichen.

Ein solches Gegengewicht könnte im Jahresverlauf der Automobil-Sektor werden, wenn die Sicherheits-Abschläge reduziert werden.

Während bei VW aufgrund der zu erwartenden Strafen im Abgasskandal ein Risikoabschlag angemessen ist, spiegeln die Bewertungen der Premium-Hersteller Daimler und BMW nicht den fairen Wert der Aktien wider.

Hier ist eine positive Neubewertung schon längere Zeit überfällig.

Im vergangenen Jahr sorgten Ängste um den Zustand der chinesischen Konjunktur und speziell um den Zustand des chinesischen Automarktes für Kursabschläge bei den meisten Autoherstellern und Zulieferern.

Aktuell zeigt sich – zumindest was den chinesischen Automarkt angeht –, dass die Ängste weitgehend unbegründet waren. Denn der chinesische Automarkt wuchs im vergangenen Monat wieder 2-stellig.

China: 11,4% mehr Autos verkauft

Das Wachstum des chinesischen Automarktes hat sich zuletzt wieder deutlich belebt. Wie der Branchen-Verband PCA heute in Peking mitteilte, ist die Zahl der verkauften Autos im Mai um 11,4% auf 1,76 Mio. Stück gestiegen.

Damit fiel der Anstieg wieder deutlich höher aus als in den Vormonaten. In den ersten 5 Monaten des Jahres 2016 zog der Absatz auf dem weltgrößten Automarkt um 7,7% auf knapp 9,13 Mio. Stück an.

Der Automarkt Chinas profitiert damit weiterhin von Steuer-Erleichterungen. Schon in den letzten 3 Monaten des vergangenen Jahres war der Absatz von Autos deshalb jeweils zweistellig gewachsen.

Mercedes-Benz mit besonders starken China-Zahlen

Besonders gut verkauften sich im Mai die Fahrzeuge von Mercedes-Benz im Reich der Mitte. Die Auto-Sparte von Daimler (Mercedes-Benz Cars) verkaufte im Mai 38.300 Fahrzeuge in China. Das entspricht einem Plus von 39%.

Insgesamt verkaufte Mercedes-Benz im Mai 183.447 Fahrzeuge. Das entspricht einem Plus von 13%. In den ersten 5 Monaten des laufenden Jahres waren es rund 878.500 Autos, was einem Zuwachs von 12,7% entspricht.

„Unser zweistelliges Wachstum in Europa und Asien-Pazifik hat entscheidend zum guten Absatzergebnis von Mercedes-Benz im Mai beigetragen“, sagte Vertriebsvorstand Ola Källenius.

Weiteren Schub verspricht sich Daimler in den kommenden Monaten insbesondere von der Neuauflage der Limousine der E-Klasse, die vor allem in Konkurrenz zum 5er BMW und zum A6 von Audi steht.

Fazit: Autobauer und Zulieferer bieten attraktive Einstiegschancen

Aus meiner Sicht ist festzuhalten, dass von einer Krise am chinesischen Automarkt derzeit nichts oder zumindest nichts mehr zu spüren ist.

Die Ängste, die die Kurse der Autohersteller und Zulieferer im vergangenen Jahr deutlich gedrückt haben und zum Teil noch immer drücken, waren also unbegründet.

Für Sie als Anleger bedeutet das, dass es sich lohnt, die Aktien der deutschen Automobilhersteller und Zulieferer genauer anzuschauen – vor allem auf dem aktuell niedrigen Bewertungs-Niveau.

Zu den Herstellern, die aus meiner Sicht einen Blick wert sind, zählen vor allem Daimler und BMW und zu den attraktiven Zulieferern beispielsweise Unternehmen wie Grammer, SHW, ElringKlinger, Leoni, PWO und der Dienstleister Bertrandt.

8. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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