Cisco-Aktie: Netzwerkgigant geht nach starken Zahlen durch die Decke

Der Netzwerkriese Cisco ist nach glänzenden Zahlen im Höhenflug - der Konzernumbau macht sich offenbar bezahlt. (Foto: JPStock / shutterstock.com)

Gestern zog die Cisco-Aktie kräftig an und verzeichnete ein Kursplus von über 4%. Damit summieren sich die Kursgewinne seit Jahresbeginn auf 17%. Die Anleger zeigten sich geradezu begeistert von den vorgelegten Geschäftsergebnissen zum letzten Quartal. Mittlerweile beginnt der seit langem angestoßene Konzernumbau Früchte zu tragen.

Cisco – nur Netzwerktechnik war gestern

Bevor ich auf die jüngsten Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen kurz das Geschäftsmodell der Technologieikone vorstellen. Sie müssen wissen: Längst dreht sich bei Cisco nicht mehr alles um Netzwerktechnik. Früher standen Geräte für den Internet- und Datenverkehr, sogenannte Router und Switches im Vordergrund. Heute konzentriert sich der US-Konzern immer stärker auf Trendthemen wie das Cloud-Geschäft, Cybersecurity und das Internet der Dinge.

Ergebnisse deutlich über den Analystenerwartungen

Mittlerweile macht sich der Konzernumbau auch in den Zahlen positiv bemerkbar. Zuletzt lief vor allem das Softwaregeschäft glänzend. Auch der Ausbau des Geschäfts im Wachstumsmarkt der Internetsicherheit sorgte für Rückenwind. Unter dem Strich kletterten die Erlöse im letzten Quartal um 6% auf 12,8 Milliarden Dollar. Für Sie zum Vergleich: Die Analysten waren im Vorfeld lediglich von einem Erlösplus von 3,7% ausgegangen. Damit erreichte das Unternehmen das beste Quartal der kompletten Firmengeschichte.

Beim Gewinn konnte der Tech-Gigant sogar einen Anstieg um 57% auf 3,8 Milliarden Dollar beziehungsweise 81 Cent je Aktie erzielen. Hier macht sich bezahlt, dass Cisco den Anteil an wiederkehrenden gewinnträchtigen Erlösen zuletzt weiter steigern konnte. So waren im zurückliegenden Quartal bereits 32% der Erlöse wiederkehrender Natur.

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50 Milliarden Dollar Marke im Visier

Im abgelaufenen Geschäftsjahr summierten sich nach dem starken Schlussquartal die Erlöse auf 49,3 Milliarden Dollar. Auch für die Zukunft zeigt sich der Konzern zuversichtlich. Für das laufende erste Quartal peilt Firmenboss Chuck Robbins ein Umsatzplus von 5 bis 7% an. Sollte das hohe Wachstum beibehalten werden, dann dürfte Cisco im laufenden Geschäftsjahr erstmals die magische Marke von 50 Milliarden Dollar Umsatz knacken.

Handelsstreit sorgt für Dämpfer

Einen kleinen Dämpfer mussten die Anleger bei Vorlage der Geschäftszahlen hinnehmen. Robbins zeigte sich nämlich wegen dem andauernden Streit um Einfuhrzölle besorgt. Vor allem die Einfuhrzölle auf Switches und Router, die Cisco in China herstellen lässt, könnten sich negativ auswirken. Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump die Strafzölle auf Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar ausgeweitet.

Analysten sehen weiteres Kurspotenzial

Nach den vorgelegten Zahlen haben auch die Analysten ihre Schätzungen und Kursziele überarbeitet. Von insgesamt 32 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, raten 20 zum Kauf. Weitere 11 Analysten sehen in dem Papier eine Halteposition, während ein Banker zum Verkauf der Aktie rät. Bei einem erwarteten Gewinn von 2,95 Dollar je Aktie ergibt sich momentan ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14. Das durchschnittliche Kursziel aller Analysten liegt derzeit mit 49,42 Dollar 8% über dem aktuellen Kursniveau.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.