Cisco-Aktie: Netzwerkriese stärkt mit Milliardendeal das Sicherheitsgeschäft

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Cisco-Aktie: Netzwerkspezialist stärkt Sicherheitsgeschäft mit Milliardendeal (Foto: JPStock / shutterstock.com)

Auch wenn die Aktie des Netzwerkspezialisten Cisco zuletzt eher seitwärts dümpelte – ein Zwölfmonatsplus von 35% kann sich durchaus sehen lassen. Dabei stagnieren die Geschäfte seit knapp fünf Jahren. Mit stabilen Umsätzen von gut 48 Milliarden Dollar erwirtschaftete der US-Konzern zuletzt einen Jahresgewinn von 9,6 Milliarden Dollar. Die Gewinnmarge lag mit 20% in etwa auf dem gleichen Niveau wie 2013. Auch wenn es nach Stillstand aussieht – ganz so ist es nicht. Denn die Technologie-Ikone versucht seit Jahren den Konzern umzubauen und für die Zukunft besser aufzustellen.

Fokus auf Trendthemen

Früher drehte sich bei Cisco alles um Netzwerktechnik. Der Netzwerkspezialist stellt Geräte für den Internet- und Datenverkehr her, so genannte Router und Switches, Technik für Firmen-Netzwerke. Doch gerade hier schwächelt das Geschäft. Kunden geben weniger für Netzwerktechnik aus, die starke Konkurrenz durch Huawei und Juniper Networks macht Cisco nicht gerade leicht.

Daher versucht sich Cisco schon seit mehreren Jahren am Konzernumbau. In Zukunft soll weniger Hardware- sondern mehr Software und Cloud-Geschäft generiert werden. Cisco setzt auf die zukunftsträchtigen Wachstumsfelder wie Sicherheit und Internet der Dinge. Der Netzwerkspezialist mischt nicht nur bei der reinen Vernetzung der Internetwelt, sondern auch bei der Speicherung von Daten: im Cloud-Geschäft, der Auslagerung von Unternehmens-Daten auf externe Server.

Milliardendeal für die Sicherheit

Jetzt hat Cisco die Übernahme von Duo Security angekündigt, um das Sicherheitsgeschäft weiter zu stärken. Dafür will der Netzwerkspezialist immerhin 2,35 Milliarden Dollar auf den Tisch legen. Im Gegenzug erhält der Konzern ein Sicherheitsunternehmen mit weltweit mehr als 12.000 Kunden. Darunter namhafte Firmen wie Facebook, Yelp oder Paramount Pictures. Der Deal ist der größte Zukauf seit AppDynamics (3,7 Milliarden Dollar) im letzten Jahr und die größte Akquisition im Sicherheitsbereich seit dem 2,7 Milliarden Dollar schweren Zukauf von Sourcefire im Jahr 2013.

Dabei macht der Deal durchaus Sinn. Das Unternehmen zieht bei der Anmeldung zu Onlinediensten einen doppelten Boden ein, der Hackern das Leben erschweren soll. Die Duo-Plattform ermöglicht es Benutzern, ihre Identität mit einem zweistufigen Authentifizierungsprozess zu verifizieren. Cisco rechnet damit, dass sich das Produkte vor allem bei Cloud-Anwendungen gut durchsetzen wird.

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Kooperation mit Google

Vor wenigen Tagen kündigte der US-Konzern auch eine Kooperation mit dem Internetriesen Google an. Beide Firmen wollten ihre Produkte enger integrieren. Die Unternehmen setzen auf integrierte Lösungen aus der Cloud im Bereich Kommunikation. So wird etwa das Contact Center von Cisco mit einer AI-Lösung (Künstliche Intelligenz) von Google aufgebohrt.

Das Kontaktportal für die Kundenbetreuung soll mit den AI-Features etwa in der Lage sein, selbstständig kontextrelevante Inhalte finden und für Berater bereitstellen zu können und aus vergangenen Interaktionen weiter lernen, um den Service laufend zu verbessern.

Trendwende in Sicht

Die Transformation macht sich auch langsam in den Zahlen bemerkbar. Im vergangenen Quartal erhöhten sich die Umsätze um 4,4% auf 12,5 Milliarden Dollar. Während das Hardwaregeschäft ein Wachstum von 2% zeigte, verbesserte sich die Applications-Sparte um 19%, das Sicherheitsgeschäft legte um 11% zu. Der Gewinn erhöhte sich parallel dazu um 7% auf 2,7 Milliarden Dollar.

Gigantisches Aktienrückkaufprogramm

Im Zuge der US-Steuerreform hat Cisco die stolze Summe von 67 Milliarden Dollar wieder in die USA zurückgeholt und will davon einen Großteil an seine Anleger ausschütten. Im Januar hat der Konzern ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 25 Milliarden Dollar bekanntgegeben. Das ist immerhin das zweitgrößte Aktienrückkaufprogramm aller S&P 500-Unternehmen. Zugleich schüttet Cisco eine Quartalsdividende von zuletzt 33 Cent je Aktie aus. Auf das Jahr hochgerechnet ergibt sich damit eine Auszahlung 1,32 Dollar, was einer Dividendenrendite von 3,1% entspricht.

Das dürfte für Anleger die Wartezeit versüßen. Denn bis der Konzernumbau komplett abgeschlossen ist und die neuen Zukunftsthemen richtig an Fahrt gewinnen, wird es noch einige Zeit dauern.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.