Cisco: Kursrally des Netzwerk-Riesen geht nach starken Zahlen weiter

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Netzwerk-Riese Cisco fackelt nach starken Zahlen Kursfeuerwerk ab. Prognose macht Anlegern weiter Mut. Handelsstreit könnte sogar positive Auswirkungen haben. (Foto: jejim / shutterstock.com)

Die Berichtssaison läuft weiter auf Hochtouren. Ein Thema rückt dabei immer wieder in den Vordergrund: der Handelskonflikt mit China. Welche Auswirkungen haben die Strafzölle auf die Zukunft der einzelnen Unternehmen? Während sich viele Firmen eher wage mit den Aussagen zurückhalten, bezieht Cisco-Firmenboss Chuck Robbins eine klare Stellung zu diesem Thema. Seine Ausführungen im Rahmen der Präsentation der Quartalszahlen scheinen den Anlegern zu gefallen. Die Aktie notierte deutlich fester (+6%) und notiert nur noch knapp unter ihrem bisherigen Jahreshoch.  

Technologieikone im Wandel

Bevor ich auf die jüngsten Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen noch den Traditionskonzern näher vorstellen. Cisco wurde im Dezember 1984 von einer Gruppe von Wissenschaftlern der Stanford University bei San Francisco gegründet. Ziel war es, die Vernetzung von Computern zu vereinfachen und sie effektiver zu nutzen. 1986 brachte Cisco seinen ersten Multiprotokoll-Router auf den Markt – eine Mischung aus Hardware und intelligenter Software, die sich bald als Standard für Networking-Plattformen auf dem Markt etablierte.

Im Zuge des Internetbooms explodierte der Aktienkurs. Kurzzeitig war Cisco mit einem Börsenwert von über 550 Milliarden Dollar das teuerste Unternehmen der Welt.

Mehr als nur Router und Switches

Heute ist Cisco Systems ein weltweit agierender Anbieter von Networking-Lösungen für das Internet. Die Router und Switches von Cisco kontrollieren einerseits den Datenaustausch innerhalb eines Unternehmens und stellen andererseits die Verbindung zum Internet her. Darüber hinaus versucht sich der Konzern auch immer stärker bei Lösungen für Rechenzentren und Echtzeitanalysen zu positionieren. Themen wie Vernetzung, Big Data Analyse und Sicherheitslösungen sollen weiteres Wachstum bringen.

Sechstes Quartal mit Umsatzwachstum

Die gerade vorgelegten Ergebnisse sorgten bei den Anlegern für freudige Gesichter. Im abgelaufenen Quartal steigerte Cisco den Umsatz um 4% auf 13,0 Milliarden Dollar. Bereinigt um eine Übernahme lag das Plus sogar bei 6%. Beim Gewinn ging es sogar noch stärker nach oben. Unter dem Strich kletterte der Nettogewinn nämlich auf 3 Milliarden Dollar (+13%). Damit erreichte der Netzwerkspezialist eine Gewinnspanne von 23%. Bei beiden Kennziffern hatten Analysten mit weniger gerechnet.

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Besonders erfreulich für die Anleger: Cisco-Boss Chuck Robbins betonte in der Mitteilung die starke Entwicklung in allen Geschäftsbereichen.

Weg vom Hardware-Geschäft

Die präsentierten Zahlen aus den einzelnen Geschäftsbereichen zeigen, dass es dem Technologie-Urgestein langsam gelingt, die Abhängigkeit vom in der Vergangenheit wichtigen Hardwaregeschäft zu verringern. So legten die Erlöse in der Sicherheitssparte immerhin um 21% zu. Auch zukünftig will Cisco stärker auf das Geschäft mit Software-Abonnements setzen. Gut für die Investoren, denen vor allem die bessere Planbarkeit und Stabilität der wiederkehrenden Umsätze gefällt. Im dritten Quartal machen die „Abo“-Angebote mittlerweile 65% der Erlöse aus.

Handelskonflikt ohne Auswirkung

Für die Zukunft ist der US-Konzern ausgesprochen zuversichtlich. Wenn der Handelsstreit überhaupt Auswirkungen haben sollte, dann sind diese laut Firmenchef Robbins ausgesprochen minimal und bereits in den Prognosen enthalten. Das ist durchaus einleuchtend: Cisco ist nämlich vom chinesischen Markt ausgeschlossen und erwirtschaftet in China nur minimale Umsätze. Einige Experten gehen sogar soweit, dass sie Cisco als Profiteur der Zollstreitigkeiten sehen. Sollte sich nämlich der Streit verschärfen, könnte Huawei als Rivale in den USA ausgebremst werden. Das dürfte Cisco zusätzlichen Rückenwind verleihen.

Für das laufende Quartal rechnet der Netzwerkgigant mit einem Umsatzzuwachs zwischen 4,5 und 6,5%. Für Sie zum Vergleich: Die Analysten waren bislang nur von 3,5% Wachstum ausgegangen. Unterdessen soll der Gewinn bei 0,80 bis 82 Dollar je Aktie liegen.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.