Cisco: Netzwerkspezialist vergrätzt Anleger mit schwachen Zahlen

Cisco Logo RED_shutterstock_468881321_JPStock

Anleger senken beim Netzwerkriese Cisco den Daumen: Der Konzernumbau dauert länger als gedacht. (Foto: JPStock / shutterstock.com)

Die Reaktion der Anleger auf die präsentierten Geschäftszahlen fiel deutlich aus. Beinahe 6% sackten die Papiere des Netzwerkgiganten Cisco in den Keller. Das Problem: Die Transformation vom reinen Hardwareanbieter hin zum Geschäft mit Netzwerk-Software und Services dauert deutlich länger als geplant. Für die Anleger entpuppte sich ein Investment in die Aktie zuletzt als Nullsummenspiel. Während der breite Aktienmarkt in den letzten 12 Monaten stramm nach oben marschierte, pendelt der Cisco-Kurs um die Nulllinie.

Cisco im Portrait

Cisco Systems ist ein weltweit agierender Anbieter von Networking-Lösungen für das Internet. Die Router und Switches von Cisco kontrollieren einerseits den Datenaustausch innerhalb eines Unternehmens und stellen andererseits die Verbindung zum Internet her. Die Produktpalette für die Daten-, Sprach- und Videokommunikation reicht von Multiprotokoll-Routern, Workgroup-Systemen über ATM- und Ethernet-Switches bis hin zu Dial-up Access Servern, Software-Routern und entsprechender Netzwerkmanagement-Software (Cisco IOS: Internet Operating System).

Die Access-Lösungen von Cisco ermöglichen firmeninterne Verbindungen und Informationen von außen zu nutzen. Zudem werden die Produktangebote des Unternehmens von einer Reihe technischer und beratender Dienstleistungen ergänzt.

Umsatzrückgang im zweiten Quartal

Die gerade präsentierten Zahlen zur Geschäftsentwicklung fielen enttäuschend aus. Stand im Vorquartal noch ein minimales Umsatzplus von 1% in den Büchern, musste Cisco im gerade abgelaufenen Quartal einen Rückgang der Erlöse von 4% auf 12 Milliarden Dollar verkraften. Besser sah es hingegen bei der Ergebnisentwicklung aus. Der Netzwerk-Riese konnte den operativen Gewinn um 5% auf 3,4 Milliarden Dollar verbessern. Damit kletterte die operative Gewinnmarge auf 28,2%.

Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 2,9 Milliarden Dollar beziehungsweise 68 Cent je Aktie übrig. Das lag immerhin 7,9% über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Security hui, Hardware pfui

Ein Blick auf die einzelnen Segmente offenbart folgendes: Der größte Geschäftsbereich mit Hardware wie Router und Switches (54% der Gesamtumsätze) bröckelt weiterhin ab und zeigte einen Umsatzrückgang um 8% auf 6,53 Milliarden Dollar. Mit dem Softwaregeschäft fuhr der US-Konzern 1,35 Milliarden Dollar ein, was leicht (-1%) unter dem Vorjahresniveau lag. Einen Hoffnungsschimmer lieferte aber der Bereich mit Sicherheitssystemen (Firewalls etc.). Zwar trägt das Segment mit 748 Millionen Dollar erst 6% zu den gesamten Konzernerlösen bei, wuchs zuletzt mit 9% deutlich stärker als der Rest.

Routergeschäft in Bedrängnis

An der grundsätzlich schwachen Entwicklung im alten Kerngeschäft mit Hardware dürfte sich auch in den nächsten Quartalen wenig ändern. Die Server, Router und Switche von Cisco werden zunehmend durch Cloud-basierte Infrastruktur von Unternehmen wie Amazon und der Microsoft ersetzt, was ein strukturelles Problem für den Konzern darstellt.

Zudem sorgt die Investitionszurückhaltung der Kunden laut Firmenboss Chuck Robbins für eine schlechte Planbarkeit der Geschäfte.

Mauer Ausblick für das laufende Quartal

Entsprechend enttäuschend fiel auch der Ausblick für das laufende Quartal aus. Cisco geht von einem weiteren Umsatzrückgang um 1,5 bis 3,5% aus. Der Gewinn pro Aktie soll unterdessen zwischen 0,79 bis 0,81 Dollar liegen.

Fazit: Grundsätzlich ist die Neuausrichtung sinnvoll und sollte sich langfristig in stabileren und gewinnträchtigeren Umsätzen widerspiegeln. Allerdings dauert der Prozess länger als erhofft und stellt die Geduld der Anleger auf eine harte Probe. Aktuell handelt die Aktie mit dem 15-Fachen der Gewinne – zugleich liegt die Dividendenrendite bei 2,8%. Das ist zwar attraktiv, vor dem Hintergrund des schwachen Ausblicks dürfte das aber nicht reichen, um eine nachhaltige Trendwende einzuleiten.

Cisco Logo RED_shutterstock_468881321_JPStock

Cisco: Netzwerkriese versetzt Anleger in SchockstarreCisco: Netzwerkriese schraubt Prognose zurück und sorgt damit für hohen Tagesverlust in der Aktie. Konzernumbau stellt Geduld der Anleger auf harte Probe › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Rene König. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz