Citigroup und JPMorgan: Mit Vollgas in die US-Berichtssaison – gibt es jetzt das böse Erwachen?

Stift Kurse Geld – shutterstock_458336038 William Potter

Wir starten in die Berichtssaison in den USA und sind gespannt, wie die Zahlen am Ende zu der Marktkapitalisierung passen werden. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Die US-Berichtssaison ist eingeläutet. Jetzt müssen die Zahlen der Unternehmen das zeigen, was die Aktienmärkte prophezeien. Gespannt sein dürfen wir, wie groß die Schere ist, zwischen der Realität bei den Unternehmenszahlen und dem Aktienwert.

Heute haben Citigroup und JPMorgan im Finanzsektor bereits vorgelegt. Beide haben die Erwartungen bereits übertroffen. Das ist im Bankensektor wohl durchaus noch möglich. Während Citigroup 1,9 US-Dollar pro Aktie an Gewinn verzeichnen konnte, war der Gewinn pro Aktie bei JPMorgan bei 2,57 US-Dollar. Die Umsätze der beiden Finanzhäuser lagen auch über den Erwartungen der Analysten. Schauen wir uns die beiden im Chart einmal an.

Chartanalyse Citigroup 2020

Nach den heutigen guten Zahlen ging es prompt weiter nach oben. Die Kurse stiegen bereits vorbörslich, so dass wir hier ein Aufwärtsgap sehen.

Der hier gezeigte Jahresverlauf der Citigroup Aktie 2019 war bombastisch. Bei knapp über 50 US-Dollar ist die Aktie gestartet. Bei rund 80 US-Dollar ging das Jahr zu Ende. Inzwischen notieren wir sogar höher als Anfang 2018. Dort lag das Jahreshoch bei rund 80,70 US-Dollar.

Solange Sie nicht die Aktie vor dem Crash von 2007 gekauft haben, sollten Sie sich auch über Gewinne freuen können. Zur Erinnerung: 2007 lag die Citigroup Aktie bei über 500 US-Dollar. Dann kamen Lehman Brothers und es ging runter auf 9,7 US-Dollar. Seitdem hat sich der Börsenkurs wieder ein wenig erholt.

JPMorgan kurz vor der parabolischen Übertreibung?

Viel steiler können die Kurse von JPMorgan wohl kaum noch ansteigen. Gibt es hier bald einen deutlichen Rücksetzer? Danach sehen die letzten Monate aus, aber wer soll JPM aufhalten? Werfen wir einen Blick auf den Chart seit 2002. Die Jahre bis 2013 gab es eine breite Seitwärtsphase. Erst dann ist der Knoten geplatzt.

Von 2018 bis Sommer 2019 gab es noch einmal wenig Anstieg und dafür viel Hin und Her. Seit Herbst 2019 kopiert der Aktienkurs einen Raketenstart, der seinesgleichen sucht. Sollten die Kurse tatsächlich irgendwann einen Dämpfer bekommen, wäre der Bereich zwischen 100 und 120 US-Dollar auf jeden Fall ein Ort, an dem Käufer wieder zugreifen könnten.

Bis dahin muss die Masse wohl von außen zuschauen. Denn jetzt noch kaufen, ist wohl maximal nur für Anleger sinnvoll, die bereits in JPMorgan investiert haben und ihre Position aufstocken können. Wenn Sie noch keine Aktie von JPM halten, brauchen Sie jetzt vermutlich nicht damit anfangen.

Natürlich kann der Kurs auch noch auf 200 US-Dollar steigen. Warum nicht? Die Aktienmärkte haben sich schließlich von der Realität abgekoppelt. Warten Sie dennoch lieber auf Kaufkurse und steigen Sie nicht jetzt ein, wenn die Rakete vielleicht bald verglüht.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.