Clevere Ingenieurskunst erobert die Welt

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Ein Überflieger im Bereich Verkehrstechnik ist Schaltbau. Was das Unternehmen Anlegern zu bieten hat, lesen Sie hier. (Foto: Delux/Shutterstock)

Deutsche Unternehmen haben oftmals den Ruf, sich in einer bestimmten Nische etabliert zu haben und durch clevere Technik zum Marktführer aufgestiegen zu sein. Was wie ein Märchen klingt, wird beim Blick auf die Entwicklung von so manchem Unternehmen aus SDAX oder MDAX Wirklichkeit.

Eines dieser Unternehmen ist Schaltbau. Schaltbau ist in 3 Bereichen tätig: Mobile Verkehrstechnik umfasst Türsysteme für Bus und Bahn. Stationäre Verkehrstechnik bietet Signal- und Schaltanlagen, Bahnübergangssysteme, Energieversorgungsanlagen für Bahnen sowie Kran-, Windkraft- und Industriebremsen an.

Der Bereich Komponenten steht für Steckverbinder und Schnappschalter. Zum Kundenkreis gehören Bushersteller, Bahnindustrie sowie der Maschinen- und Apparatebau. Schauen wir doch mal, wie sich das Unternehmen zuletzt operativ geschlagen hat.

Gute Entwicklung bei Türsystemen und Rangiertechnik

Schaltbau hat seinen Wachstumskurs fortgesetzt. Nach vorläufigen Zahlen stieg der Umsatz im vergangenen Jahr um 7,9%. Alle Sparten haben besser abgeschnitten.

Besonders dynamisch entwickelten sich die Bremssysteme in der Sparte Stationäre Verkehrstechnik und die Türen für Schienenfahrzeuge in der Sparte Mobile Verkehrstechnik.

In der Sparte Komponenten profitierte Schaltbau von der Serienbelieferung der russischen Bahn mit Hochspannungs-Schützen sowie der starken Nachfrage nach Schaltelementen.

Im laufenden Jahr will Schaltbau den Umsatz auf 410 Mio € und den Gewinn auf 3,50 € pro Aktie steigern. Das operative Ergebnis sieht der Konzern wegen hoher Investitionen in künftiges Wachstum auf Vorjahresniveau bei etwa 36 Mio €.

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Grundlage für den Optimismus ist die robuste Entwicklung der Auftragseingänge im vergangenen Jahr mit einem Plus von 5% auf 391 Mio €. Besonders hohe Zuwächse gab es bei Türsystemen und in der Rangiertechnik.

Schaltbau ist ein Wachstumswert

Auftragsverzögerungen in der Signaltechnik und bei Bahnsteigtüren verhinderten einen stärkeren Anstieg. Die Prognose berücksichtigt keine Übernahmen und Beteiligungen.

Derzeit verhandelt Schaltbau über einen Einstieg beim spanischen Eisenbahntechnik-Spezialisten Albatros S.L. Gleichzeitig will Schaltbau die ebenfalls spanische ALTE Transportation (Umsatz: 20 Mio €) übernehmen,einen Hersteller von Toilettensystemen und Klimaanlagen.

Die Aktie ist trotz der guten Kursentwicklung im vergangenen Jahr noch nicht zu teuer. Vor allem in Russland, Asien und dem Nahen Osten sehen wir weiteres Wachstumspotenzial.

Werden dort Schienennetze weiter ausgebaut, was im Zuge der demografischen Entwicklung und auch der Umwelt-Problematik vor allem in Asien naheliegend ist, ist Schaltbau bereits optimal positioniert.

Zwar lockt die Dividendenrendite von 1,9% bislang niemanden hinter dem Ofen hervor, doch ist Schaltbau aus unserer Sicht auch mehr eine konservative Wachstumsaktie als ein reiner Dividendenwert.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.