Cleverer Schachzug: Wirecard sucht neues Wachstum in Indien

Wirecard kauft rotz der aktuellen Konjunkturschwäche in den Schwellenländern in Indien zu. Da der Kaufpreis variabel ist, dürfte der Zahlungsabwickler jedoch wenig Risiko tragen, falls sich das Konjunkturklima weiter eintrübt. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Schwächer als erwartet ausgefallene Wirtschaftsdaten und rote Schlusskurse in Fernost setzen heute den deutschen Aktien zu. Besonders stark kommt die Manz-Aktie unter die Räder. Nach einer erneuten Gewinnwarnung geht das Papier über 30% in die Knie.

Unter Druck stand auch die BASF-Aktie. Der Chemie-Konzern kassierte die Jahresziele und blickt auch vorsichtig auf das kommende Quartal. Ein niedriger Ölpreis und schwache Geschäfte in den Schwellenländern belasten die Ludwigshafener.

Rezession in Brasilien und Russland: Schwellenländer-Hype ist beendet

Wenn auf die BRIC-Staaten Brasilien, Russland und China geschaut wird, ist das Bild gewiss nicht mehr so vielversprechend wie noch vor 2 Jahren. Russland glitt – teils selbstverschuldet – in die Rezession und in Brasilien bleibt das Wirtschaftsklima auch trübe.

In China sieht es zwar noch recht ordentlich aus, doch ist auch dort eine Wachstumsverlangsamung nicht von der Hand zu weisen.

Zwar bleiben die Wachstumsstorys vieler Unternehmen in China interessant, doch darf angenommen werden, dass der Umsatz- und Gewinnbeitrag bei nicht wenigen Unternehmen geringer ausfallen wird, als noch im Vorjahr angenommen wurde.

Schwäche ist Momentaufnahme: Mittelfristig bleiben Schwellenländer attraktiv

Mittelfristig bleiben die Schwellenländer für die deutschen Unternehmen wichtig. Und auch in der aktuellen Phase kann ein Zukauf interessant sein – besonders dann, wenn der Übernahme-Preis variabel ist.

Wirecard hat heute so einen variablen Deal bekannt gegeben. Der Zahlungsdienstleister übernimmt die Zahlungsdienstleistungssparte von Great Indian Retail Group.

Preisuntergrenze ist 230 Mio. Euro. Je nachdem wie sich die Geschäfte des Übernahme-Kandidaten entwickeln, kommen noch Zahlungen von bis zu 110 Mio. Euro hinzu.

Wirecard mit neuer Wachstumsquelle im Zukunftsmarkt Indien

Der Übernahme-Kandidat gehört zu den Pionieren im südost-asiatischen E-Commerce-Geschäft. Wirecard will sich in der weltweit am schnellsten wachsenden Region für elektronische Zahlungen frühzeitig verstärken.

Gleichzeitig stellt Wirecard heraus, dass Indien der international führende Empfänger von Heimatüberweisungen durch Migranten ist. Wirecard erwartet durch den Zukauf im kommenden Jahr einen Umsatzschub von 75 Mio. Euro und einen Ergebnisbeitrag von bis zu 18 Mio. Euro.

Strategisch guter Zukauf wird von der Börse (noch) nicht honoriert

An der Börse wurde die Übernahme zur Kenntnis genommen – sorgte allerdings nicht für eine nennenswerte Kursreaktion. In einem schwachen Marktumfeld verliert das Papier am Nachmittag 0,8%.

Trotz der heute verhaltenen Kursreaktion brauchen Anleger über den Deal und die Performance nicht zu klagen. Wer vor einem Jahr investierte, hat mit dem Papier etwa 57% Gewinn gemacht und die durch den Sommer verursachte Kursdelle wieder ausgebügelt.

Zudem ist der Zukauf wichtig, um die Wachstumsstory am Leben zu halten. Wenn die Wirecard-Analysten die Übernahme in den Schwellenländern gut heißen, könnte sich die gute Kursentwicklung in den kommenden Monaten fortsetzen.

Die Chancen dafür stehen gut. Denn durch die erfolgsabhängige Kaufpreis-Komponente ist das Risiko zu viel gezahlt zu haben, stark reduziert.


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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