Clinton oder Trump? Die Charttechnik liefert Ihnen die Antwort

Je länger das Gezappel der Aktienmärkte andauert, umso mehr wird klar: Die Investoren warten mit Ihren Investments augenscheinlich auf das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl am 8. November dieses Jahres.

In meinem Beitrag „Gute Nachrichten für Sie: Fonds-Manager haben Angst!“ vor 1 Woche hatte ich die Sorgen der Portfolio-Manager beschrieben: Sie fürchten sich vor allem vor einem neuen US-Präsidenten Trump.

Clinton oder Trump? Rallye oder Crash?

Also läuft die Entscheidung über den weiteren Trend an der Wall Street auf die Wahl zwischen Clinton und Trump hinaus? Und wie sollten Sie sich als Investor verhalten, wenn es so ist?

Wenn Sie diesem Gedankengang folgen, dann stehen Sie vor einer kniffligen Entscheidung:

  • Gewinnt Hillary Clinton, dann dürften die Kurse nach oben durchstarten. Doch werden Sie dann wohl erst auf einem deutlich höheren Niveau einsteigen können. Wenn Sie Ihre Aktien halten, ist die Welt in Ordnung.
  • Gewinnt Donald Trump, dann dürften die Kurse wohl einbrechen. Doch werden Sie dann wohl erst auf einem deutlich niedrigeren Niveau short gehen können. Wenn Sie Ihre Aktien halten, werden Sie wohl signifikante Verluste hinnehmen müssen.

Klingt wie die berühmte „Wahl zwischen Pest und Cholera“, nicht wahr? Doch muss es wirklich so kommen, wie es uns als logisch erscheint?

Börse hat ihre eigene Logik und „liebt“ Überraschungen

Ich erinnere Sie an den Juni dieses Jahres. Die Logik der Analysten und Experten war schon früh klar: Im Falle einer Brexit-Befürwortung rauschen die Aktienkurse dauerhaft in den Keller!

Im Vorfeld des Brexit-Votums deuteten dann sämtliche Umfragen und Wettquoten auf eine Ablehnung des britischen Austritts aus der Europäischen Gemeinschaft. Die Kurse starteten kräftig nach oben durch.

Dann votierten die Briten anders als erwartet. Die Kurse rutschten tatsächlich ab – ein wenig und nur für 2 Handelstage. Darauf folgte eine Kursrallye von rund +15% in wenigen Wochen!

Dieses Beispiel steht stellvertretend für zahlreiche vergleichbare Situationen, in denen die Finanzmärkte letztlich völlig anders reagierten, als die Masse der Investoren es erwartet hatte.

Natürlich können Sie Umfragen unter den Wahlteilnehmern verfolgen, die Wettquoten für Hillary Clinton und Donald Trump beobachten und Ähnliches. Doch:

Schauen Sie lieber auf die Charttechnik!

Ich halte dies für Zeitverschwendung. Zumal wir an der letztlichen Entscheidung ohnehin nichts ändern können. Und außerdem hält die Charttechnik bereits eine Antwort für Sie bereit!

Der Nasdaq 100 spiegelt die Kursentwicklung der 100 größten US-Technologieaktien wider und erweist sich immer wieder als verlässlicher Frühindikator. So auch diesmal. Schauen wir uns das einmal gemeinsam an:

nasdaq-100_27-10-2016

Nasdaq 100 generierte im Juli ein langfristiges Kaufsignal

Aktienmärkte bewegen sich in Trends. Je langfristiger sie sind, umso bedeutsamer sind sie. Das heißt: Der Trend auf einem Monats-Chart ist weit wichtiger, als der Trend auf einem Tages-Chart.

Eindeutige Rallye-Vorzeichen

Sie können es sowohl an der linken Legende, als auch an der pinkfarbenen Horizontalen ablesen: Der Nasdaq 100 hat in diesem Monat ein neues Allzeithoch markiert. Das ist die Grundvoraussetzung eines Aufwärtstrends.

Der Relative Stärke Index (RSI) auf Monats-Basis ist für mich einer der wichtigsten Indikatoren in meiner Werkzeugsammlung für die Charttechnik: Er generiert durch Trend-Brüche sehr verlässliche Kauf- und Verkaufssignale, wie Sie im Chart sehen.

Die Rallies, die den Kaufsignalen der Jahre 1995, 2002 und 2009 folgten (blaue Kreise), bedürfen wohl keiner Kommentierung. Im Juli bildete der 14-Monats-RSI ein neues Kaufsignal aus (gelber Kreis).

Doch der Nasdaq 100 steht nicht allein, wie der folgende Chart-Vergleich dokumentiert:

4-us-indizes-im-vergleich_27-10-2016

Alle 4 US-Indizes generierten langfristige RSI-Kaufsignale

Alle 4 US-Indizes haben seit August neue Rekordmarken erreicht. Und alle 4 Indizes verbuchten in den zurückliegenden Monaten frische langfristige Kaufsignale in ihrem 14-Monats-Relative Stärke Index (gelbe Kreise).

Fazit

Es ist für die Tendenz an den Aktienmärkten tatsächlich von geringer Bedeutung, ob Hillary Clinton oder Donald Trump die Nachfolge von Barrack Obama antreten. Die politischen Konsequenzen mögen bedeutsamer sein – doch das steht hier nicht zur Diskussion.

Kombinieren Sie nun die Ergebnisse meiner Analyse der Fonds-Manager-Sorgen vor 1 Woche und die derzeitige Charttechnik. Dann kennen Sie den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl schon heute:

Die Aktienmärkte werden letztlich die wahren Sieger sein!

27. Oktober 2016

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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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