Cloud-Boom: 2 Gewinner für Ihr Depot

Der Cloud-Boom geht weiter. Mit diesen beiden Aktien profitieren Sie von dem Trend. (Foto: photobyphm / Shutterstock.com)

Der Boom bei Cloud-Software, also dem Vermieten von Software über das Internet,  hält unvermindert an. Zweistellige Wachstumsraten sind die Regel.  In der heutigen Ausgabe möchte ich Ihnen 2 interessante Werte mit unterschiedlichen Chance/Risiko-Profilen aus diesem Bereich vorstellen: Intuit (konservativ) und ServiceNow (spekulativ).

Intuit: Finanzsoftware als lukrative Nische

Der US-Konzern Intuit entwickelt Software im Bereich Finanzen überwiegend für Privatpersonen und kleine Unternehmen. Dazu zählt Software für Finanzbuchhaltung, Finanzmanagement und Einkommenssteuer-Ausfüllhilfen. Die wichtigsten und bekanntesten Produkte sind Quicken (Online-Banking), Quickbooks (Finanzbuchführung) und Turbo-Tax (Steuerformular-Ausfüllhilfe).

In den vergangenen Jahren hat der US-Konzern sein Geschäft konsequent auf die Cloud aus-gerichtet. Kunden profitieren davon u.a. durch Zugriff zu jeder Zeit und von jedem Ort auf persönliche Finanzdaten oder die Finanzbuchhaltung per Smartphone. Außerdem können sie die benötigten Softwarepakete individueller auf ihre eigenen Bedürfnisse zuschneiden.

Die jüngsten Quartalszahlen können sich einmal mehr sehen lassen: Der Umsatz kletterte um 15% auf 2,925 Mrd. US-Dollar (Prognose: 2,842 Mrd.). Der Gewinn stieg um 24% auf 4,82 US-Dollar pro Aktie (Prognose: 4,67 US-Dollar).

Mit einem 2019-er Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 30 ist die Intuit-Aktie im Branchenvergleich immer noch relativ niedrig bewertet. Allerdings fällt auch das Wachstum nicht ganz so hoch aus wie bei manch anderen Cloud-Spezialisten. Unterm Strich bietet die Intuit-Aktie somit auch konservativen Anlegern eine Chance, am Cloud-Boom zu partizipieren.

SAP-Aktie: Nach Gewinnziel-Verschiebung unter Druck SAP-Aktie nach Gewinnziel-Verschiebung unter Druck  › mehr lesen

ServiceNow: Wachstumsstarker Herausforderer der Technologie-Giganten

Der US-Konzern bietet seinen (Unternehmens-)Kunden eine Internet-basierte einheitliche Plattform zur Steuerung, Überwachung und Optimierung ihrer IT-Infrastruktur an. Damit sind Unternehmen in der Lage, einen Großteil ihrer Routinetätigkeiten in diesem Bereich zu automatisieren und effizienter zu arbeiten. Dank umfangreicher Analysewerkzeuge werden dabei Kostensenkungspotenziale aufgedeckt.

Im gigantischen Markt der IT-Service-Management-Tools (ITSM) tummeln sich auch Technologie-Giganten wie Microsoft, IBM, HP und SAP. Ein regelrechtes „Haifischbecken“! ServiceNow kann sich gegen diese scheinbar übermächtige Konkurrenz nicht nur behaupten, sondern gewinnt kontinuierlich Marktanteile dazu. Allein in den vergangenen 5 Jahren gelang es dem Unternehmen, seinen Umsatz auf knapp 2 Mrd. US-Dollar zu verachtfachen.

Die jüngsten Quartalszahlen belegten einmal mehr die – trotz zunehmender Größe – weiterhin sehr hohe Wachstumsdynamik: Im 1. Quartal steigerte ServiceNow seinen Umsatz um +37% auf 589 Mio. US-Dollar. Der Gewinn pro Aktie kletterte sogar um +81% auf 56 Cent und konnte die Analystenprognosen von 36 Cent geradezu pulverisieren.

Die hohe Wachstumsdynamik hat allerdings auch ihren Preis. Auf Basis der 2019-er Prognosen wird die ServiceNow-Aktie mit dem 55-Fachen des Gewinns bewertet. Der Wert ist also längst kein Schnäppchen mehr und somit eher etwas für spekulativere Anleger. Klar ist: Sollte das Unternehmen die hohen Erwartungen mal nicht erfüllen, kann es mit dem Aktienkurs schnell abwärts gehen. Doch danach sieht es derzeit nicht aus. Am Cloud-Himmel ist kein Wölkchen zu sehen.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.