Cloud, Industrie 4.0 – Wie Sie von den großen Trends profitieren

“Wir können alles, außer Hochdeutsch.” Mit diesem Slogan wirbt das Land Baden-Württemberg für seine Industrie und Innovationskraft. Wie All for […] (Foto: photobyphm / Shutterstock.com)

“Wir können alles, außer Hochdeutsch.” Mit diesem Slogan wirbt das Land Baden-Württemberg für seine Industrie und Innovationskraft.

Wie All for One Steeb zeigt, ist da auch ein Fünkchen Wahrheit dran.

Denn das Unternehmen aus dem beschaulichen Filderstadt gehört zu den großen Mitgestaltern der digitalen Revolution – und damit auch zu einem ihrer großen Nutznießer.

Was machen die Schwaben?

Big Money mit Big Data, vereinfacht gesagt: Die Schwaben digitalisieren den Mittelstand.

All for One Steeb ist der größte SAP-Partner im deutschsprachigen Raum.

Er vertreibt die Software der Walldorfer samt Wartung und IT-Beratung für rund 2.000 mittelständische Firmen v. a. aus der Automobil-Industrie, dem Anlagenbau und der Konsumgüter-Branche.

Dabei profitiert der Dienstleister in den kommenden Jahren insbesondere von der rasant zunehmenden Digitalisierung der Fabriken (Stichwort: Internet der Dinge) und den Cloud-Dienstleistungen.

All for One Steeb wächst doppelt so schnell wie der IT-Markt

Trotz 2-stelliger Wachstumsraten bei Umsatz und Ergebnis bekam die Erfolgsgeschichte im vergangenen Jahr Risse.

Der Grund: Das Verhältnis von Umsatz-Wachstum und Entwicklung der wiederkehrenden Umsätze hat den Anlegern nicht gefallen.

Tatsächlich legten die wiederkehrenden Umsätze, die durch Wartungs- und Dienstleistungs-Verträge und betreute Cloud-Dienste entstehen, nur um 7% zu, während der Gesamt-Umsatz um 10% stieg.

Das ist zu kurz gedacht, denn das Unternehmen investiert derzeit stark in den Ausbau von Zukunfts-Geschäften.

Und diese sollten sich bereits im kommenden Jahr rechnen und den Aktienkurs wieder anschieben.

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Außerdem wächst der Konzern mit dem organischen Wachstum von 7% immer noch mehr als doppelt so schnell wie der IT-Service-Markt in Deutschland (2016: +2,7%).

Das Potenzial ist riesig

Enormes Potenzial ergibt sich dabei für All for One Steeb aus der Einführung von S/4/Hana.

SAP hat sich mit der Einführung einer komplett neuen Software-Generation mehr als 2 Jahrzehnte Zeit gelassen.

Dafür gelang dem Software-Spezialisten ein Quantensprung, denn Hana kann nahezu in Echtzeit riesige Datenmengen auswerten und analysieren.

Diese Neuentwicklung ist nötig, da immer mehr Geräte und Maschinen über das Internet der Dinge (Internet of Things) miteinander vernetzt sind und untereinander kommunizieren.

Bis 2025 will SAP alle seine Bestands-Kunden auf Hana umgestellt haben. Das betrifft bei All for One Steeb allein 1.200 Kunden.

Schon aus der Umstellung ergibt sich für die Schwaben also ein erhebliches Zusatz-Geschäft.

Das Feld ist bestellt

Für All for One Steeb dürfte neben Hana v. a. das Cloud-Geschäft der wichtigste Wachstumstreiber der nächsten Jahre sein. Denn immer mehr Software-Anwendungen wandern in die Cloud.

D. h., die Software wird nicht mehr für jeden Rechner im Betrieb gekauft und aufgespielt, sondern gemietet und liegt wie die dazugehörigen Daten in der IT-Wolke bereit, wo sie von überall genutzt werden kann.

Bezahlt wird im Abo-Modell, wie Sie das vielleicht von Diensten wie Spotify oder Netflix kennen.

Das Feld ist für All for One Steeb also bestellt. In den kommenden Jahren rechne ich mit einem konstanten Umsatz-Wachstum von rund 10% jährlich.

Nach dem Rücksetzer nimmt die Aktie wieder Fahrt auf. Die Wartezeit wurde Ihnen mit einer kleinen Dividende versüßt.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.