Co.don: UK-Markteintritt lässt Aktie des Gelenk-Spezialisten haussieren

Die Aktie des Teltower Gelenk-Spezialisten Co.don feiert nach einer Schwäche-Phase ein eindrucksvolles Comeback. Hier alles Weitere dazu: (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Bei den meisten Anlegern fliegt die Co.don mit einem Börsenwert von gut 160 Mio. Dollar immer noch unter dem Radar.

Dabei zeigt Ihnen ein Blick auf den Kurs-Chart, dass sich zumindest im vergangenen Jahr einiges getan hat:

Immerhin schossen die Papiere seit Jahres-Anfang um zwischenzeitlich um über 350% bis auf 12,90 € Ende Juni nach oben.

Dann folgte eine kräftige Konsolidierungs-Phase, in der die Aktie 40% nachgab. Das Niveau von unter 9 € ist inzwischen aber schon wieder Geschichte.

Denn zuletzt konnte der Gelenk-Spezialist mit einigen spannenden Nachrichten wieder die Phantasie der Anleger wecken.

Co.don im Porträt

Co ist ein biopharmazeutisches Unternehmen, das Tissue Engineering-Produkte entwickelt, produziert und vertreibt.

Als Tissue Engineering wird die künstliche Züchtung von implantierbaren Gewebeersatz-Materialien aus körpereigenen Zellen bezeichnet.

Bei den entwickelten Produkten handelt sich um zellbasierte biologische Arzneimittel, um Knochen, Knorpel und Bandscheiben-Schäden durch Regeneration von neuem Gewebe zu reparieren und deren Gewebe-Funktionen zu rekonstruieren.

Alternative zur Knie-Operation

Co.don befindet sich im Wettbewerb mit Herstellern von chirurgischen Knie-Implantaten (z. B. aus Metall), die i. d. R. ein höheres Risiko für den Patienten beinhalten können.

Zudem ist der Aufwand einer Knieersatz-Operation wesentlich komplexer, während der Knorpel-Ersatz von co.don minimalinvasiv eingesetzt werden kann.

Die Kosten für beide Verfahren sind in etwa vergleichbar. In Deutschland werden beide Operations-Verfahren von der Krankenkasse erstattet.

Das Verfahren der co.don wird bereits an über 200 Kliniken eingesetzt.

Vermarktung in Deutschland gestartet

Grund für die jüngste Kurs-Erholung war die Meldung, dass Co.don mit der Markteinführung ihres EU-weit zugelassenen Produktes Spherox im deutschen Markt begonnen hat.

Das zellbasierte Arzneimittel ist zu 100% körpereigen, frei von Zusatzstoffen und kann minimalinvasiv angewendet werden.

Markteintritt in Großbritannien steht unmittelbar bevor

Zugleich rückt der geplante Markteintritt in Großbritannien in greifbare Nähe.

Am vergangenen Donnerstag wurde Spherox vom britischen Nationale Institut für Exzellenz in Gesundheit und Pflege (NICE) als Methode der körpereigenen Knorpelzellen-Transplantation empfohlen.

Zusätzlich hatte Co.don in der Vorwoche von der britischen Aufsichts-Behörde MRHA die Großhandels-Erlaubnis erhalten.

Sie müssen wissen: neben der Zulassung ist das die zweite notwendige Bedingung, die für einen Markteintritt in Großbritannien erfüllt sein muss.

Analysten sehen EU-weites Marktpotenzial von 1,2 Mrd. €

Im Moment ist das Co.don-Präparat das einzige mit EU-weiter Zulassung – kein Wunder also, dass die Anleger die Nachrichten positiv aufnahmen.

Analysten schätzen das von Co.don in Exklusivität adressierte Marktpotenzial immerhin auf rund 1,2 Mrd. €.

Gewinne in weiter Ferne

Ohne Zweifel ist die Entwicklung positiv und das Marktvolumen riesig.

Anleger sollten aber wissen, dass es sich bei Co.don noch um eine Firma mit überschaubaren Umsätzen von zuletzt 5,6 Mio. € handelt.

Der Teltower Konzern operiert seit Jahren in der Verlustzone. Im vergangenen Geschäftsjahr fiel ein Verlust von 3,7 Mio. € an.

Dies dürfte sich zumindest in den kommenden Jahren auch noch nicht ändern.

Denn trotz hoher Umsatz-Zuwächse rechnen die Analysten erst in 2020 mit dem Erreichen der Gewinnschwelle.

Vor diesem Hintergrund dürfte sich die Aktie auch nur für spekulative und ausgesprochen langfristig orientierte Anleger eignen.


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