Coca Cola-Aktie: Anleger strafen Aktien trotz Gewinn-Anstieg ab

Manchmal ist gut eben doch nicht gut genug. Das trifft wohl auch auf die Quartals-Zahlen des Getränke-Riesen Coca Cola zu:

Obwohl der Konzern einen Gewinn-Anstieg erreichen und die Erwartungen der Analysten übertreffen konnte, kam die Aktie nach den Zahlen ordentlich unter die Räder.

Was waren die Gründe für die Enttäuschung? Wie ist es um die langfristigen Wachstums-Möglichkeiten bestellt? Wie begegnet der Konzern dem steigenden Gesundheits-Bewusstsein?

Überraschend hoher Gewinn im 2. Quartal

Auf den 1. Blick sehen die Zahlen eindrucksvoll aus. Denn der Brause-Konzern konnte seinen Gewinn um 11% auf 3,4 Mrd. Dollar verbessern (Vorjahr: 3,1 Mrd. Dollar). Damit lag der Konzern über den Erwartungen der Analysten.

Enttäuscht zeigen sich aber die Anleger von der Umsatz-Entwicklung. Hier drückte die starke Heimat-Währung auf die Bilanz. Denn bei Umrechnung der Erlöse aus dem Ausland sind die Erträge in US Dollar weniger wert.

So sank der Umsatz um 5% auf 11,54 Mrd. Dollar und verfehlte die Analysten-Schätzungen von 11,69 Mrd. Dollar. Dabei entwickelte sich auch die Nachfrage in den Schwellenländern China, Argentinien, Russland schwach.

Ohne den Einfluss von Währungs-Schwankungen, Käufen und Verkäufen stieg der Umsatz dagegen um 3%.

Trend zu gesünderer Ernährung ist große Herausforderung

Unterdessen steht der weltweit bekannteste Getränke-Konzern vor einer großen Herausforderung. Denn der Absatz zuckerhaltiger Erfrischungs-Getränke geht seit nunmehr 11 Jahren zurück. Immer mehr Verbraucher greifen zu  Säften und Wasser.

Auch Coca Cola hat gesündere Produkte im Angebot. Neben eigenen Wassermarken wie Apollinaris oder Dasini verkauft der US-Konzern auch immer mehr Getränke ohne Kohlensäure wie Tee (Nestea).

Zugleich experimentiert Coca Cola mit alternativen Süßmitteln wie dem natürlichen Süßstoff der Stevia Pflanze.

Dies ist auch dringend nötig, denn der Trend zu einer gesünderen Lebensweise dürfte von nachhaltiger Natur sein. Hierauf muss der Brause-Konzern reagieren und seine Produkt-Palette weiter anpassen.

Sondersteuer sorgt für zusätzliche Belastungen

Unterdessen gibt es auch immer mehr Gegenwind von politischer Seite. Da die kalorienhaltigen Getränke für Fettleibigkeit und Diabetes sorgen können, denken immer mehr Länder über eine Sondersteuer nach.

In Belgien und Frankreich ist die Steuer bereits in Kraft, in Gr0ßbritannien wird diese ab April 2018 eingeführt. Damit nähren sich die Sorgen, dass die Getränke-Industrie ähnlich stark wie die Tabak-Industrie reglementiert werden könnte.

Prognose wird zurechtgestutzt

Angesichts des schwierigen Marktumfelds kürzt der US-Konzern seine Umsatz-Prognose. Aus eigener Kraft erwartet Coca Cola jetzt einen Umsatz-Zuwachs um 3%. Zuvor war der Konzern noch von bis zu 5% ausgegangen.

Mögliche Zukäufe oder Währungs-Schwankungen klammert das Unternehmen bei seiner Prognose allerdings explizit aus. Das hat den Anlegern nicht geschmeckt.

Freuen dürften sich die Aktionäre hingegen über die Dividenden-Politik des Konzerns. Seit mehr als 25 Jahren hat die Firma ihre Dividenden jährlich erhöht.

Mit einer Auszahlung von jährlich 1,32 Dollar je Anteilsschein liegt die Dividendenrendite (Dividende im Verhältnis zum Aktienkurs) aktuell bei knapp über 3%.

1. August 2016

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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