Coca Cola-Aktie: Ikone im Umbruch

Sie kennen sie alle. Die berühmte Coca Cola Flasche. Das Symbol für Amerika – Inbegriff von Spaß und Freiheit. Die Marke gehört unbestritten seit Jahren zu den erfolgreichsten und wertvollsten Marken weltweit.

Nicht umsonst zählt der Brausehersteller die Investmentlegende Warren Buffett seit langen Jahren zu seinen Aktionären. Wer früh investiert war, kann sich über beachtliche Renditen freuen. Seit dem Börsengang 1962 stieg der Aktienkurs von Coca Cola jedes Jahr um durchschnittlich 14%.

Zuletzt zeigten sich jedoch Bremsspuren in den etablierten Märkten USA und Europa. Wie reagiert der Getränkehersteller auf die Herausforderungen? Was können Sie von dem Aktienkurs in Zukunft erwarten?

Coca Cola mit neuen Produkten auf Kundenfang

Die letzten Absatzzahlen waren schwach. Die Erlöse gingen in den USA um 1%, in Europa sogar um 3% zurück. Die Schwellenländer gaben auch kaum Anlass zur Freude.

Hier belastete die eingeführte Steuer auf zuckerhaltige Getränke im wichtigen Auslandsmarkt Mexiko. Zur Bekämpfung der hohen Diabetes-Rate wurde eine  Steuer von 0,06 Euro pro Liter Softdrink eingeführt.

Noch schlimmer als der leichte Umsatzrückgang war aber die Gewinnentwicklung. Im letzten Quartal ging es um mehr als 50% auf 770 Mio. US-Dollar bergab. Klar ist, dass 2015 ein Übergangsjahr werden dürfte.

Die Bedürfnisse der Kunden haben sich deutlich verändert. Im Jahr 1998 erlebte Coca Cola im Heimatland USA seinen Höhepunkt.

Im Schnitt schluckten die Amis unglaubliche 212 Liter der Brause im Jahr – mehr als doppelt soviel wie die Deutschen jährlich an Bier trinken. Diese Zeiten sind vorbei. Um mehr als 20% ging der Pro-Kopf-Verbrauch zurück.

Bislang profitierte Coca Cola nur mit seiner Wassermarke Dasani von dem Trend hin zu gesundheitsbewussten Getränken.  Jetzt greift der Konzern zusätzlich mit Hightech-Milch an.

Mit der neuen Marke Fairlife soll der Milliardenmarkt aufgerollt werden. Neben Soja und Mandelmilch-Produkten soll sich Fairlife im Preissegment über der normalen Kuhmilch etablieren. Geworben wird mit  doppelten Protein- und halbem Zuckergehalt.

Imagewandel in kleinen Schritten

Der Konzern muss auf das gestiegene Gesundheitsbewusstsein reagieren. Vor sieben Jahren hat der Konzern als ersten Schritt seine Start-Up-Division „Venturing & Emerging Brands“ ins Rennen geschickt. Ziel ist es, regionale Marken mit mindestens 10 Mio. US-Dollar Umsatz zu entdecken und in Milliardenmarken zu überführen.

Mit den Unternehmen Fuze, Honest Tea oder dem Kokosnusswasser-Produzent Zico konnten bereits erste Erfolge erzielt werden.

Aktienmarkt honoriert Strategieschwenk

Die Anleger honorieren bereits die eingeschlagene Strategie. Konzernchef Kent will die jährlichen Kosten bis 2019 um drei Milliarden US-Dollar kappen. Stellenkürzungen sind bereits geplant. Zudem meldete Coca Cola ein gigantisches Aktienrückkaufprogramm.

Bis 2018 sollen hierfür 12 Milliarden US-Dollar ausgegeben werden. Eine Dividendenerhöhung um 7% auf 2,81 USD je Anteilsschein wurde gleich hinterher geschoben.

Das klingt im ersten Schritt für den Aktionär interessant. Als wichtige Hürde könnte sich jedoch das Image des Konzerns erweisen. Was jahrzehntelang von Vorteil war, muss jetzt behutsam umgekrempelt werden. Denn bis die Verbraucher Coca Cola nicht nur als süßen Brausehersteller wahrnehmen, ist es vermutlich ein langer Weg.

13. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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