Coca Cola: Brausekonzern reitet die Gesundheitswelle

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Coca Cola: Getränkeriese legt starkes Zahlenwerk vor. Strategieschwenk zu gesünderen Getränken macht sich positiv bemerkbar (Foto: Fotazdymak / Shutterstock.com)

Lange Zeit lief die Coca Cola-Aktie in einer engen Seitwärtsbewegung. Zwischen 2015 und 2018 war mit den Papieren des Brauseherstellers kaum Geld zu verdienen. Die Aktien hinkten dem breiten Aktienmarkt deutlich hinterher. Die Sorgen der Anleger waren so trivial wie einleuchtend: Der zunehmende Gesundheitstrend könnte dem Hersteller zuckerhaltiger Softdrinks schwere Zeiten bescheren. Doch seit geraumer Zeit wird die Aktie von Investoren wiederentdeckt. Auf Zwölfmonatssicht verzeichneten die Papiere immerhin einen Wertzuwachs von 25% und die gerade vorgelegten Zahlen belegen: Auch operativ geht es bei dem Getränkeriesen wieder kräftig bergauf.

Coca Cola im Portrait

Sie alle kennen Coca Cola als einen der weltweit größten Softdrink-Produzenten. Das Unternehmen besitzt die Rechte an weltweit rund 500 Marken. Zu den Produkten, die allesamt alkoholfrei sind, gehören Erfrischungsgetränke mit und ohne Zucker, Schorlen, Eistees, Sportgetränke, Säfte, verschiedene Mineral-, Heil- und Tafelwasser sowie gekühlte, trinkfertige Kaffeespezialitäten.

Auch die Angebotsform ist vielseitig. Die unterschiedliche Packungsgrößen sind zugeschnitten auf den Bedarf von Singles, Großfamilien oder eignen sich für unterwegs. Mit den Produkten Coca-Cola, Diet Coke, Sprite und Fanta gehören vier Produkte der Coca-Cola Company zu den ‘World’s top five’ der nicht-alkoholischen kohlensäurehaltigen Getränke.

Daneben zählen zu den erfolgreichsten Marken Coca-Cola Zero, Minute Maid, Powerade, Aquarius, Dasani, Glacéau Vitaminwater, Simply oder Georgia. Die internationale Coca-Cola Company arbeitet im Lizenzsystem. Als Markeninhaberin hat das Unternehmen Lizenzverträge mit Partnern weltweit, den sogenannten Konzessionären, die für die Produktion und den Vertrieb der Coca-Cola Produkte verantwortlich sind.

Es geht auch ohne Zucker

Die gerade gemeldeten Quartalszahlen hatten es durchaus in sich. Immerhin steigerte der US-Konzern seine Umsätze um 8% auf 9,5 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn legte sogar um 38% auf unterm Strich 2,6 Milliarden Dollar zu. Dabei profitiert der Konzern von seinem bereits vor längerem eingeleiteten Strategieschwenk. Die Stoßrichtung wurde klar definiert: Das Produktportfolio soll erweitert und auf den gesundheitsbewussteren Kunden besser angepasst werden. Offenbar mit Erfolg: Das vergangene Quartal zeige, dass die Strategien bei Kunden Anklang finden, verkündete Vorstandschef James Quincey.

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Geschäft mit Kaffee boomt

Vor allem die vor einem Jahr übernommene, zweitgrößte Kaffeehauskette der Welt, Costa Coffee macht sich positiv bemerkbar. Von Großbritannien aus will die Tochter nun nach und nach in zehn europäische Länder expandieren, darunter Griechenland, Polen, Russland, Rumänien und die Schweiz. Speziell die Schweiz ist potenziell sehr attraktiv.

Bereits kurz nach der Übernahme von Costa brachte Coca-Cola, quasi als erste Amtshandlung, drei kalte Kaffeegetränke in Dosen auf den Markt. Damit folgt der Konzern seinem Ziel entgegen, Getränke für alle Tageszeiten anzubieten. Doch auch das Geschäft mit Kaffeekapseln ist potenziell höchst lukrativ. Inzwischen hat Costa Coffee Kaffeekapseln für gleich mehrere Systeme der Konkurrenz im Angebot. Dazu gehören Kapseln für das Nespresso- und Dolce Gusto-System des Konkurrenten Nestlé und das Tassimo-System von Jacobs Douwe Egberts.

Prognose wird angehoben

Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern aus Atlanta mit einem organischen Umsatzwachstum um mindestens 5%. Das bereinigte operative Ergebnis soll um 12 bis 13% wachsen. Zuvor hatte das Unternehmen beim operativen Ergebnis ein währungsbereinigtes Plus in der Bandbreite von 11 bis 12% und ein organisches Umsatzplus von 5% erwartet.

Beeindruckend stabile Dividendenpolitik

Nicht nur operativ macht der Konzern seinen Anlegern derzeit richtig Spaß. Auch die Dividendenpolitik kann sich sehen lassen. Seit 1920 zahlt der Konzern ohne Pause eine Dividende. Momentan werden 40 Cent im Quartal ausgeschüttet. Aufs Jahr hochgerechnet ergibt sich damit eine Dividendenrendite von rund 3%. Das dürfte vor allem auch den Großaktionär Warren Buffett freuen, der 9,35% aller Coca Cola-Stimmrechte hält. Insgesamt hat die Investmentlegende 20 Milliarden Dollar in dem Brausekonzern investiert. Bei 400 Millionen Aktien, die Buffett hält, kann er sich über einen jährliche Dividendenzahlungen von 640 Millionen Dollar freuen.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.