Coca-Cola – charttechnisch sieht das nicht gut aus

Der Absatz im amerikanischen Heimatmarkt rettet dem Brausehersteller die Bilanz. Doch im Chart ist noch viel Platz nach unten. (Foto: EIroi / shutterstock.com)

Eine Erfolgsbilanz ohnegleichen schreibt seit Jahren die Coca-Cola Corporation. Der amerikanische Softdrink-Konzern legte gestern seine Quartalszahlen vor und konnte demnach seinen Überschuss im Vergleich zum Quartal des Vorjahres um 6% steigern.

Mit einem Gewinn vor Steuern und Abschreibungen in Höhe von 2,45 Mrd. US-Dollar (ca. 1,8 Mrd. Euro) und damit 8% höher als im Vorjahr, wurden die Erwartungen der Analysten voll getroffen.

Zweifelsohne gute Zahlen, die das Unternehmen da vorlegte, doch wie so oft, ganz zufrieden zeigten sich Analysten und Anleger nicht.

Mit einem kleinen Kursplus reagierte der Aktienkurs auf das jüngste Zahlenwerk, bevor gestern gegen Handelsschluss Verkäufe einsetzten, die die Aktie wieder auf das Vortagesniveau drückten.

Für die Börsianer scheinen die Quartalszahlen damit abgehakt, sie kehren zum Alltagsgeschehen zurück. Und hier spielt die Coca-Cola-Aktie derzeit keine große Rolle. Denn, der Blick auf den Point&Figure-Chart zeigt es, die Käufer lassen auf sich warten.

Coca-Cola-Chart 16-10-2013

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Nach einem neuen Allzeit-Hoch im Mai diesen Jahres (die „5“ im Chart) und dem vergeblichen Anlauf, dieses zu überwinden (danebenliegende X-Säule) kann der Ausbruchversuch über die Kursmarke bei 43,00 US-$ mit den danach gesunkenen Kursen als gescheitert angesehen werden.

Der Aktienkurs kommt ins Wanken und generiert ein tieferes Tief nach dem anderen. Die hieraus resultierenden Point&Figure-Verkaufssignale habe ich Ihnen im Chart jeweils mit den entsprechenden roten Kreisen markiert.

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Point&Figure-Verkaufssignale mit Kurszielen bei 31,50 US-$

Die Signallage der Charttechnik ist eindeutig, sie empfiehlt die Coca-Cola-Aktie derzeit zum Verkauf, die entsprechende Kurszielbestimmung liegt im Bereich der 33,50 bis 31,50 US-Dollar und damit auf dem Niveau der Aktienkurse von vor 2 Jahren.

Charttechnisch spricht nichts dagegen, dass die Aktie diese Bereiche noch ansteuert, nur knappe -12% trennen den aktuellen Kurs noch von der nächsten Unterstützung bei 33,50 US-$ (obere waagerechet Linie).

Die aktuelle Formschwäche im Aktienkurs erklärt das Management um Konzernchef Muhtar Kent mit der gesunkenen Nachfrage nach Softdrinks in Südeuropa und ungünstigen Währungs-einflüssen.

Auch die abgestoßenen Abfüllanlagen auf den Philippinen kosten erst einmal Geld, ebenso wie die neu erworbenen Abfüllanlagen in Brasilien, wo 2 Anlagen für zusammen 2,2 Mrd. US-$ erworben wurden, um die Abhängigkeit von externen Abfüllern zu verringern.

Eine Straffung der Produktion auf der einen Seite, und neue Geschäftsfelder wie die Errichtung von geplanten 2.000 sogenannter Ekocenter-Kioske (Container-Verkaufsstellen für Batterie- und Handystrom, gereinigtes Frischwasser und Coca-Cola-Produkte) in Entwicklungsländern zeugen von der Energie, die die Konzernspitze umtreibt.

Und betrachtet man sich die Quartalszahlen in Ruhe, stellt man fest, so schlecht sieht es doch um Coca-Cola gar nicht  aus. Die Produktfamilien (Coca-Cola, Sprite, Fanta, Minute Maid, Powerade, Aquarius etc ) sind feststehende Begriffe in der weltweiten Markenwelt.

Der Absatz steigt konstant, wenn auch nicht mehr mit so deutlichen Steigerungsraten wie vor einigen Jahren. Doch die Tendenz ist klar, die Nachfrage bleibt hoch. Und steigt weiter, je mehr Einkommen die Konsumenten zur Verfügung haben, egal ob in den USA, in Europa, Asien oder Afrika.

Somit ist klar, langfristig ist die Coca-Cola-Aktie ein Favorit auf der Kaufliste der multinational tätigen Unternehmen. Auch wenn  der Point&Figure-Chart momentan noch anderer Meinung ist.

Warten wir als geduldig auf neue Point&Figure-Kaufsignale, denn bei Coca-Cola läuft uns die Zeit ja schließlich nicht davon. Denn in mehr als 200 Ländern dieser Welt wird es eine Nachfrage für Coke, Fanta und Co. immer geben, immer!


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Von: René Neukirch. Über den Autor

René Neukirch, Jahrgang 1963, ist Händler. Parketthändler. Zumindest nannte man es damals, vor über 26 Jahre so. Mit nur 22 Jahren hatte er sich schon vom einfachen Bankkaufmann hochgearbeitet zum Parketthändler und ist seitdem der Leidenschaft Börse verfallen.