Coca-Cola oder PepsiCo, wer ist der Bessere?

Coca Cola Flasche Dose Glas RED -shutterstock_532172443 Fotazdymak

Diese Frage beschäftigt seit Jahrzehnten die Anleger. Derzeit hat für mich PepsiCo aufgrund des guten Produktportfolios die Nase vorn. (Foto: Fotazdymak / Shutterstock.com)

Die pandemiebedingte Schließung von Restaurants, Bars und Kinos sowie die Absage von kulturellen und sportlichen Großveranstaltungen hat auch Coca-Cola nicht verschont. Allerdings hielten sich die Auswirkungen bisher in Grenzen. Bei einem Umsatzrückgang um 13,5% ging der Gewinn in den ersten 9 Monaten nur um 8,5% zurück. Auch die operative Marge verringerte sich nur von 28,1 auf 27,3%.

Eine Jahresprognose hat Coca-Cola wegen vieler Unwägbarkeiten nicht abgegeben

Abgesehen von den Belastungen durch die neuerlichen Lockdowns in vielen Ländern droht dem Konzern eine Steuernachzahlung von mindestens 3,3 Mrd. $. Denn Coca-Cola hat in der Vergangenheit Gewinne auf ausländische Tochtergesellschaften verlagert, die eigentlich dem Mutterkonzern hätten zugerechnet werden müssen.

Strategische Neuausrichtung trägt Früchte

Positiv zu beurteilen sind dagegen die Fortschritte im Rahmen der strategischen Neuausrichtung. Mehr als die Hälfte der Marken erwirtschaften zusammen nur 2% des Gesamtumsatzes. Dominiert wird das Geschäft von Coke, Fanta und Sprite. Entsprechend soll die Zahl der Marken um 40% auf 300 verringert werden.

Die Ressourcen können dann auf die profitablen Produkte konzentriert werden. Gleichzeitig ist die Markteinführung neuer Produkte geplant, die den Geschmack der gesundheitsbewussten Konsumenten treffen. Zudem werden weltweit Stellen abgebaut und die Marketingaufwendungen gekürzt. Operativ hat Coca-Cola die Talsohle noch nicht durchschritten. Die Aktie entwickelt sich im Gleichschritt mit dem Dow Jones und ist nicht mehr preiswert.

Unternehmensporträt

Coca-Cola ist der weltgrößte Hersteller von Softdrinks und kontrolliert rund 50% des Weltmarkts für alkoholfreie Erfrischungsgetränke. Der Konzern vertreibt 500 verschiedene Marken und 3.500 Produkte in 200 Ländern, darunter vier der fünf weltweit bekanntesten Getränkemarken (Coca-Cola, Fanta, Sprite und Schweppes).

Die Corona-Pandemie hat kaum Spuren in der Bilanz von PepsiCo hinterlassen

Bei einem Umsatzwachstum von 3% ging der Gewinn in den ersten 9 Monaten nur 4,9% zurück. Im 3. Quartal sind Umsatz und Gewinn sogar gestiegen. Die Profitabilität hat sich ebenfalls verbessert. Abgesehen von Lateinamerika haben alle Sparten und Regionen in den ersten 9 Monaten besser abgeschnitten. Insgesamt übertraf das Zahlenwerk die Erwartungen des Marktes.

Anders als Konkurrent Coca-Cola hat PepsiCo eine Jahresprognose abgegeben. Für das Gesamtjahr wurde ein organisches Umsatzwachstum von 4% und ein bereinigter Gewinn von 5,50 $ pro Aktie in Aussicht gestellt. Tatsächlich dürfte der Konzern 69,5 Mrd. $ umgesetzt und 7,1 Mrd. $ verdient haben. PepsiCo verfügt über ein breit diversifiziertes Portfolio mit attraktiven Getränke- und Snack-Marken, die das Fundament auch für langfristig profitables Wachstum bilden.

Getränke und Snacks sind immer gefragt, auch in Krisenzeiten

23 Marken erzielen jährlich jeweils einen Umsatz von mindestens 1 Mrd. $. Auf den Trend hin zu gesünderen Getränken mit weniger Zucker und Kalorien hat der Konzern frühzeitig mit Zukäufen und der Entwicklung eigener Marken reagiert. Als Kassenschlager hat sich der Wasser-Sprudler SodaStream entwickelt, der sich bereits in weltweit mehr als 14 Mio. Haushalten findet. Mit dem Fußballstar Lionel Messi als Werbebotschafter soll das Wachstum weiter angekurbelt werden. Die hohe Bewertung ist angesichts des risikoarmen Geschäftsmodells gerechtfertigt.

Unternehmensporträt

PepsiCo ist der weltweit zweitgrößte Hersteller von Softdrinks und mit der Marke Frito-Lay die Nummer 1 im Snack-Bereich. Daneben werden Fertiggetränke der Marke Lipton Tea, das Mineralwasser Aquafina und der Fruchtsaft Tropicana vertrieben. Die mit der Übernahme von Quaker Oates erworbene Marke Gatorade beherrscht den US-Markt für Sportgetränke.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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