Coca-Cola setzt zukünftig auch auf Kaffee

Coca-Cola setzt auf Wachstumsmarkt Kaffee und will die britische Kaffeehauskette Costa Coffee für 5,1 Mrd. US-Dollar kaufen. (Foto: EIroi / shutterstock.com)

Gestern habe ich Ihnen hier im Schlussgong berichtet, dass der Nahrungsmittelriese Nestlé den Geschäftsbereich Kaffee als Wachstumsfeld sieht und dass die Schweizer daher einen Milliarden-Deal mit Starbucks abgeschlossen haben, der die Marktstellung von Nestlé in den USA verbessern soll und mit dem der Nahrungsmittel-Spezialist noch stärker auf Kaffee setzt.

Mit Coca-Cola setzt ganz aktuell auch das weltweit führende Getränkeunternehmen vermehrt auf Kaffee. Das in Atlanta ansässige US-Unternehmen kauft den Starbucks-Rivalen Costa Coffee. Dabei handelt es sich um eine der größten Übernahmen in der traditionsreichen Geschichte von Coca-Cola.

Der Getränkeriese Coca-Cola will sich die Übernahme der britischen Kaffeehauskette 5,1 Mrd. US-Dollar kosten lassen. Bevor Sie gleich weitere Informationen zu Costa Coffee und zu der anstehenden Übernahme durch Coca-Cola erhalten, möchte ich Ihnen noch einen ganz kurzen Überblick über die jüngsten Zahlen des Getränkekonzerns geben.

Coca-Cola: Die jüngsten Quartalszahlen

Dank des steigenden Absatzes von kalorienarmen Getränken kletterte der Gewinn im 2. Quartal des laufenden Jahres auf 2,3 Mrd. US-Dollar. Das entspricht einem kräftigen Zuwachs von 70%.

Der Umsatz sank aber durch den weiteren Verkauf von Abfüllbetrieben um 8% auf 8,9 Mrd. US-Dollar. Der US-Konzern trennt sich weltweit von Soda-Abfüllern und gibt das Geschäft an andere Firmen ab. Dadurch sollen Kosten eingespart werden.

Wenn Sie diese Effekte ausklammern, ergibt sich sogar ein Umsatzanstieg von 5%. Mit seiner stärkeren Konzentration auf kalorienarme Getränke hat Coca Cola den Druck bei den zuckerhaltigen Limonaden abfangen können.

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Weitere Details zur anstehenden Übernahme von Costa Coffee

Die Kaffeehauskette Costa wurde im Jahr 1971 in London gegründet und betreibt weltweit fast 4.000 Cafés. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben Marktführer in Großbritannien. Zum Vergleich: Der US-amerikanische Konkurrent Starbucks betreibt weltweit rund 28.000 Filialen.

Coca-Cola will mit der Übernahme von Costa Coffee die eigene Abhängigkeit von zuckerhaltigen Softdrinks verringern. Getränkekonzerne wie Coca-Cola stehen schon länger etwas unter Druck, da die Menschen immer gesundheitsbewusster werden und es daher schwieriger geworden ist, nur mit zuckerhaltigen Getränken zu wachsen.

Deshalb setzt Coca-Cola bereits seit einiger Zeit auch auf Smoothies, Säfte, Tees und andere zucker- und kalorienarme Getränke; und nun also auch verstärkt auf Kaffee. Coca-Cola-Chef James Quincey kommentierte die bevorstehende Costa-Coffee-Übernahme wie folgt: „Mit diesem Deal setzen wir auf das stark wachsende Kaffeegeschäft.“

Und weiter: „Heißgetränke sind einer der wenigen Bereiche in der gesamten Getränkelandschaft, in denen Coca-Cola keine globale Marke hat.“ Die Übernahme von Costa Coffee soll bis Mitte 2019 über die Bühne gebracht werden.

Der Zukauf ergibt Sinn, da Coca-Cola so eine Lücke im eigenen Portfolio schließen kann. Kritisch zu bewerten ist der hohe Kaufpreis. Der Verkäufer hat ausgenutzt, dass Coca-Cola unter Kaufdruck stand und sich den Premium-Aufschlag auch leisten konnte.

Für mich ist die Coca-Cola-Aktie eine gute Depotbeimischung für konservative Anleger, die auf Unternehmen setzen, die regelmäßig ihre Dividende anheben. Coca-Cola hat in diesem Jahr bereits zum 56. Mal in Serie die Dividende angehoben. Zusätzlich winken schöne Kursgewinne, wenn das Unternehmen seinen Umbau weiter erfolgreich vorantreibt.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.