Comdirect: Kurzes Gastspiel im SDax beendet

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Die Commerzbank-Tochter Comdirect fliegt nach wenigen Tagen schon wieder aus dem Nebenwerte-Index SDax. Erfahren Sie jetzt warum. (Foto: Deutsche Börse AG)

Das Börsenjahr 2020 beginnt mit einer kuriosen Index-Umstellung: Erst am 23. Dezember ist der Online-Broker Comdirect in den Nebenwerte-Index SDax eingezogen. Schon morgen ist das kurze Gastspiel von Comdirect im SDax wieder Geschichte.

Dafür kehrt das Verkehrstechnik-Unternehmen Vossloh nach kurzer Abwesenheit in den SDax zurück und ersetzt ab Mittwoch Comdirect. Dies teilte der Indexanbieter Deutsche Börse am vergangenen Freitag mit.

Hintergrund der Indexumstellung ist, dass der Comdirect-Mutterkonzern Commerzbank nach dem Kauf eines Aktienpaketes vom Investor Petrus Advisors mehr als 90% an Comdirect hält. Für die Berücksichtigung im SDax (gilt auch für die anderen bekannten deutschen Indizes DAX, MDax und TecDax) ist aber ein Streubesitz von mehr als 10% Voraussetzung.

Darüber hinaus entscheiden die folgenden Regeln über einen Auf- oder Abstieg in den bzw. aus dem DAX (analog dazu gilt das auch für die anderen bekannten deutschen Indizes).

Folgende Regeln entscheiden über Auf- und Abstieg

Grundsätzlich gibt es 2 Kriterien, die über den Auf- oder Abstieg im DAX entscheiden. Dabei handelt es sich um den Börsen-Umsatz (Wert der täglich gehandelten Aktien) und die Streubesitz-Marktkapitalisierung (Börsenwert des Unternehmens unter Berücksichtigung des Streubesitzes).

Daneben gibt es jeweils 4 Regeln für einen Auf- und Abstieg, die ich Ihnen jetzt noch kurz vorstellen möchte:

Fast-Entry:

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 25 größten Unternehmen zählt. Aus dem DAX scheidet dann jener Wert aus, welcher in mindestens einer der beiden Ranglisten einen Rang schlechter als 35 (falls ein solcher existiert) ist und die niedrigste Marktkapitalisierung aufweist.

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Regular-Entry:

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 30 größten Unternehmen zählt. Außerdem muss ein Indexwert existieren, der nach mindestens einem Kriterium nicht mehr zu den 35 größten Konzernen zählt.

Fast-Exit:

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien (Börsenumsatz oder Marktkapitalisierung) nicht mehr zu den 45 größten Unternehmen gehört.

Ein Nicht-Index-Wert muss aber gleichzeitig bei der Marktkapitalisierung mindestens Rang 35 und beim Börsenumsatz mindestens Rang 45 erreichen.

Regular-Exit:

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien nicht mehr zu den 40 größten Konzernen gehört, ein Nicht-Index-Wert aber in beiden Kriterien mindestens Rang 35 erreicht.

Machen Sie immer auch einen Fundamental-Check

Schauen Sie genau hin, warum ein Unternehmen aus einem Index herausfliegt (also absteigt) oder in einen nächst höheren Index aufsteigt. Es ist keinesfalls pauschal so, dass die Aufsteiger gekauft und die Absteiger verkauft werden sollten. Sie sollten immer auch die Fundamentaldaten checken.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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