Comeback-Chance Deutsche Bank?

Deutsche Bank: Die Stimmung ist schlecht, doch liegt gerade darin die Chance? Wir haben das angeschlagene Kredit-Institut genau analysiert. (Foto: Vyautas Kielaitis/ shutterstock.com)

Seien Sie doch einmal ehrlich: Das Vertrauen in Banken hat doch während der vergangenen 10 Jahre ganz schön gelitten!

Noch vor der großen Krise waren Banken absolute Standardwerde, über fast jeden Zweifel erhaben und sehr solide.

Nach der Krise hat sich alles geändert; noch immer haben die Banken ein schlechtes Image.

Deutsche Bank: Die größte Geschäftsbank Deutschlands

Geradezu exemplarisch für diesen Niedergang steht die Deutsche Bank: Das ehemalige Vorzeige-Institut kämpft am Markt und vor Gericht.

Doch in jeder Krise liegen auch Chancen. Gerade wenn man eine schlechte Meinung hat, sollte man sich objektiv informieren, um nicht abgehängt zu werden.

Lesen Sie daher unbedingt unsere hier vorliegende Analyse zur Deutschen Bank!

Die Deutsche Bank ist die größte Geschäftsbank Deutschlands und seit der Integration von Bankers Trust eines der führenden internationalen Finanzhäuser.

Die Geschäfts-Aktivitäten umfassen Bank-Dienstleistungen aller Art. Die Konzern-Struktur ist in diese 3 Bereiche gegliedert:

  1. Firmenkunden & Investment Bank (CIB),
  2. Privatkunden & Vermögensverwaltung (PCAM)
  3. und Unternehmens-Beteiligungen (CI).

Verbesserte Kernkapitalquote

Bei der Deutsche Bank stand 2016 unterm Strich ein Verlust von 1,36 Mrd. €. 2015 hatte die Bank noch einen Verlust von 6,8 Mrd. € ausgewiesen.

Die Einnahmen waren mit 30,0 Mrd. € um 10,5% niedriger als 2015.

Die Kosten sind um 6% auf 24,7 Mrd € gesunken; sie enthalten keine Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten, keine Restrukturierungs-Kosten und keine Aufwendungen im Versicherungs-Geschäft.

Die harte Kernkapitalquote verbesserte sich von 11,1 auf 11,8%. Die risikogewichteten Aktiva sanken um 10% auf 358 Mrd. €.

Das 1. Quartal 2017 hat die  Deutsche Bank gut gemeistert. Allerdings wurden die Erträge noch durch einen negativen Effekt von mehr als 700 Mio. € beeinträchtigt.

Hauptsächlich geschah dies aufgrund der Veränderungen der Risiko-Prämien auf Verbindlichkeiten.

Die Risiko-Vorsorge im Kredit-Geschäft profitierte von einer besseren Situation im Metall-, Minen-, Öl- und Gas-Sektor.

Die zinsunabhängigen Aufwendungen sowie die bereinigte Kostenbasis lagen unter dem Niveau des Vorjahres und spiegeln die Kosten-Einsparungen wider.

Der Konzern-Umbau schreitet voran

Jetzt plant die  Deutsche Bank die Postbank und den Geschäftsbereich Privat- und Firmenkunden zu verschmelzen.

Gleichzeitig soll ein Minderheits-Anteil der Deutsche Asset Management Vermögens-Verwaltung an die Börse gebracht werden, um eine integrierte Firmen- und Investmentbank zu schaffen.

Die Kapital-Erhöhung wurde erfolgreich Anfang April mit einem Brutto-Erlös von rund 8 Mrd. € umgesetzt.

Diese Maßnahmen sind ein wichtiger Schritt, um eine einfachere und stärkere Bank zu schaffen und um wieder wachsen zu können.

Wir erwarten noch eine unterdurchschnittliche Kurs-Entwicklung. Zwar macht die Bank Fortschritte, doch sollten vorsichtige Anleger von der Aktie noch immer die Finger lassen!

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt