Comeback-Kandidat oder Rohrkrepierer?

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General Electric ist ein Klassiker. Doch wie steht es um die Zukunft? Wir haben den Wert für Sie unter die Lupe genommen. (Foto: Jonathan Weiss / shutterstock.com)

Kennen Sie die Fernsehsendung „Ich trage einen großen Namen“? Bei unserer Analyse der wichtigsten Aktientitel aus aller Welt kommen uns häufig Unternehmen unter, die ebenfalls einen großen Namen tragen und meist auf eine lange Geschichte blicken. Doch wenn eines an der Börse wenig zählt, dann ist es die Vergangenheit. Aus diesem Grund analysieren wir Unternehmen auch unvoreingenommen – egal, ob sie einen großen Namen tragen oder nicht.

General Electric ist eines der größten Industrieunternehmen der Welt. Die Produktpalette ist sehr breit und umfasst Triebwerke, Ausrüstungen, Industrie- und Materialtechnik, Energietechnik, TV-Stationen, die General Electric Capital Services (Finanzierungen) sowie Versicherungen. Damit hat sich General Electric von einem amerikanischen Elektronikkonzern zu einem weltweit tätigen Konglomerat gewandelt.

Die Einschläge kommen näher

General Electric befindet sich in einer schwierigen Umstrukturierungsphase. In 2019 sank der Umsatz um 4,1% auf rund 95,2 Mrd $. Unterm Strich musste ein Fehlbetrag von rund 5,4 Mrd $ ausgewiesen werden. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Verlust aber deutlich eingedämmt werden. Im 1. Quartal hatte  General Electric bereits mit den ersten Anzeichen der Corona-Krise zu kämpfen.

Der Umsatz sank um 7,6% auf rund 20,5 Mrd $. Unterm Strich wurde durch positive Sondereffekte ein Gewinn von 0,72 $ pro Aktie ausgewiesen. Mit dem Verkauf von BioPharma hat das Konglomerat wichtige Liquidität hinzugewonnen. Doch damit sind die strukturellen Probleme noch längst nicht gelöst. Der Konzern steckt in einer tiefen Krise. Das Luftfahrt- Geschäft wurde durch die Corona-Krise fast komplett lahmgelegt. Die wichtigsten Abnehmer Airbus und Boeing haben praktisch alle Aufträge storniert oder vertagt. Fast genauso hart hat es das Industriegeschäft getroffen. Die Umsätze aus diesem Segment haben sich fast halbiert. Einige Abnehmer haben auch hier sämtliche Geschäfte eingestellt.

So sehen wir die Aktie

Bislang taxiert  General Electric die Sonderkosten für die Pandemie auf mehr als 1 Mrd $. Tendenz weiter steigend. Die Pandemie trifft  General Electric mitten in einer Existenzkrise. Das Kerngeschäft ist unprofitabel und wird durch ein schwaches Öl- und Gasgeschäft belastet. Zudem sind die wichtigsten Abnehmergruppen besonders hart von der Krise getroffen worden. Auch wenn die Aktie einen großen Namen hat, raten wir aktuell von einem Investment ab. Bei General Electric gibt es zu viele Baustellen und zu viele Unsicherheitsfaktoren, um mit gutem Gewissen zur Aktie raten zu können. Lassen Sie besser die Finger weg!

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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