Commerzbank Aktie: Ein Charttechnisches Fragezeichen

Konnte die teilverstaatlichte Commerzbank auch operative Gewinne erzielen, wurden diese durch die von der aktuellen Schuldenkrise verursachten Marktturbulenzen, genauer, den griechischen Staatsanleihen, fast vollkommen aufgezehrt.

Wurden im Vorjahr noch 352 Millionen Euro Überschuss eingefahren werden, waren aktuell nicht mehr als 24 Millionen Euro möglich.

Im Geschäft der Kernbank, also das Management das Privatkundengeschäft, die Mittelstandsbank, die Osteuropaaktivitäten und das Investmentbanking, wurden allerdings Gewinne eingefahren.

Den größten Ergebnisbeitrag konnte dabei weiterhin die Mittelstandsbank erzielen – es wurde ein operativer Gewinn von 501 Millionen Euro erwirtschaftet, ein Plus von 29 Prozent. Faule Kredite konnten weiter reduziert werden.

Die weitere Zukunft müsse trotz dieser Positiventwicklung kritisch gesehen werden: Die fragilen Märkte seien Grund genug, um an den eigenen Zielen für 2012, einem operativen Gewinn von 4 Milliarden Euro, zu zweifeln.

„Die im Jahr 2009 beschlossenen Ziele stehen weiterhin unter dem Vorbehalt stabiler Märkte, die wir wegen der Staatsschuldenkrise derzeit nur bedingt sehen“, erklärte Martin Belssing, Vorstandschef der Commerzbank.

Finanzvorstand gesucht

Die zweite Hiobsbotschaft ist sicherlich die Kündigung des Finanzvorstandes Eric Strutz. Nach wie vor hat die Commerzbank Milliarden in die Krisenstaaten Italien, Spanien, Griechenland, Irland  und Portugal.

39 Milliarden Euro, um genau zu sein. Dazu kommt die durch die aktuellen Marktturbulenzen gewachsene Unsicherheit mit Blick auf den Rest des laufenden Geschäftsjahres.

Einen Mann wie Strutz jetzt ersetzen zu müssen, ist nicht nur ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt, sondern darüber hinaus auch eine schwere Aufgabe, konnte sich der ehemalige Finanzchef doch einen guten Ruf auf den Kapitalmärkten erwerben.

So allerdings wird der Vertrag des 46-Jährigen März 2012 auslaufen. Damit sollte es auch wieder möglich sein, mehr Zeit mit der eigenen Familie zu verbringen – der Commerzbank zu Folge der Grund für Strutzs Kündigung.

Commerzbank Aktie: Ende offen

Aktuell steht die Commerzbank Aktie bei 2,11 Euro, was einem Minus von 3,38 Prozent entspricht. Trotz eines anfänglichen ordentlichen Zuwachses, geht die Talfahrt also weiter.

Mit Blick auf die vergangenen 10 Handelstage, ist ein Einbruch von knapp 20 Prozent zu vermerken.

In welche Richtung die Waage schlussendlich charttechnisch ausschlagen wird, ist jedoch unklar. Ein Rutsch der Commerzbank Aktie unter die 2 Euro Marke scheint weiterhin jederzeit möglich.

Sofern die Zone um 2,04 Euro intakt bleibt, seien Kurse in Richtung 2,22 Euro bzw. dem Bereich 2,31/2,35 Euro realistisch. Ein Rebreak hierüber würde wohl der Erholung massiven Schwung geben, erste charttechnische Hürden finden sich dann um 2,50/2,55 Euro.

Anders der Goldmode-Trader in seiner charttechnischen Einschätzung: „Die Käufer in der Commerzbank Aktie versuchen derzeit das alte Bärenmarkttief bei 2,22 Euro zu verteidigen, was bisher aber nur moderat gelingt.

Zusammen mit den Gesamtmarktrisiken und einem in der Commerzbank Aktie weiterhin intakten Abwärtstrend bleibt die Gefahr neuer Tiefs bestehen. Unterhalb von 1,95 Euro könnte es dann sogar weiter abwärts bis auf 1,50 und 1,00 Euro gehen.

Mit einem Anstieg über 2,40 Euro könnten kurzfristig weitere Käufe folgen und deine Erholung in Richtung 2,89 Euro einleiten. Darüber liegt dann bei ca. 3,50 Euro eine nächste Widerstandsmarke.“

Es bleibt also auch weiterhin spannend – Gevestor wird Sie auf dem aktuellen Stand halten.


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10. August 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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