Commerzbank-Aktie fällt auf neues Rekordtief

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Die Aktien der deutschen Großbanken sind ja schon seit geraumer Zeit im Crash-Modus. In der vergangenen Woche wurde ein neuer Negativ-Rekord erreicht. (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

Wir haben ja an der Stelle schon sehr, sehr oft über den historisch wohl einmaligen Zusammenbruch der Aktien der deutschen Banken berichtet. Wir sind hier ja schon seit Jahren im Crash-Modus. Und wir haben Sie ja schon seit Jahren vor diesem Geldgrab eindringlich gewarnt.

Die Aktionäre der Banken werden ja nun schon seit Jahren mit anhaltenden epochalen Kursstürzen zum Aderlass gezwungen. In der vergangenen Handelswoche wurde ein neuer Höhepunkt erreicht. Die Aktie der Commerzbank fiel auf ein neues Rekordtief.

Von knapp 200 Euro auf unter fünf Euro

Der Zusammenbruch der Aktie der zweitgrößten Privatbank Deutschlands wird sicherlich in die Lehrbücher eingehen. Die Enteignung der Anteilseigner hat wahrlich historisch einmalige Formen angenommen. Vor der Finanzkrise, genauer gesagt im Mai des Jahres 2007, notierte die Aktie der Commerzbank bei sage und schreibe gut 197 Euro! Jetzt, im August des Jahres 2019, also gut zwölf Jahre später, standen im Tief nur noch 4,66 Euro auf der Tafel. Ein Kursverlust von knapp 98 Prozent kann wahrlich als einzigartiges Desaster bezeichnet werden.

Steuerzahler mit im Boot

Leider sitzen wir alle als Steuerzahler, als Staatsbürger mit im Verlustboot. Seit dem Winter 2008/9 ist ja der deutsche Staat Anteilseigner der Bank. Aktuell ist der Bund mit ca. 15,6 Prozent der ausstehenden Aktien größter Einzelaktionär des Frankfurter Geldhauses. Der damalige Einstandskurs lag bei ca. 26 Euro.

Mithin liegen wir alle gemeinsam mit gut 82 Prozent in den Miesen. Damals stieg der Staat mit einem Volumen von gut fünf Milliarden Euro bei der Commerzbank ein. Der Wert des Aktienpakets beträgt aktuell nicht einmal mehr eine Milliarde Euro. Jeder Bürger, jede Bürgerin hat also in den vergangenen gut zehn Jahren um die 50 Euro verloren. Bitter, aber wahr.

Realisiert der Staat den Verlust?

Noch handelt es sich bei den gut vier Milliarden nur um einen nicht realisierten Buch-Verlust. Der Staat lässt aber jetzt prüfen und sich von Investmentbanken und Wirtschaftsprüfern beraten, wie mit der Beteiligung an der Commerzbank weiter verfahren werden soll. Alle Optionen stehen wohl auf dem Prüfstand, wohl auch ein Verkauf mit der Realisierung des Verlustes. Immerhin wäre dann zumindest für den Staat, für die Steuerzahler das Verlustdrama beendet.

Ja, liebe Leser, für die Aktionäre geht das Drama aber weiter. Selbst auf dem aktuellen Niveau können wir keinen Kauf empfehlen. Wir wissen nicht, welche Leichen noch in den Büchern der Banken kleben. Und wir wissen auch nicht, wie hoch die anstehenden Kreditausfälle in der aufziehenden Rezession sein werden. Diese könnten nochmals gigantische Verlustlöcher erzeugen. Und am Ende wären wir wohl alle als Steuerzahler wieder gefordert, wenn über eine Notkapitalmaßnahme oder Verstaatlichung die Geldhäsuer vor dem totalen Untergang gerettet werden müssen. Selbstverständlich alternativlos. Wie immer.

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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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