Commerzbank-Aktie: Gewinnankündigung ja, Kaufempfehlung nein

Erst kürzlich kündigte die Commerzbank an, sie werde knapp 90% der Kredite aus der Staatshilfe zurückzahlen. Das sind 14,3 Milliarden von insgesamt 16,2 Milliarden Euro. Die Commerzbank will das mittels einer großen Kapitalerhöhung von rund 11 Milliarden Euro schaffen.

Der Markt bewertete das positiv. Die Aktie legte in der Spitze um 6% bis auf 5,96 Euro zu, fiel dann aber auf den Kursbereich um 5,70 Euro zurück, ein prozentualer Gewinn von knapp 2%.

Commerzbank: Kapitalverwässerung statt Unternehmensgewinne

Die Commerzbank will sich vom Staat befreien und wieder selbständig(er) werden. Dabei kann sie die Schulden aber nicht durch operative Gewinne zurückzahlen, sondern „nimmt neue Schulden“ auf, richtiger gesagt, sie führt eine enorme Kapitalmaßnahme, größtenteils eine Kapitalerhöhung, durch.

Das spricht nicht für ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell, das in den vergangenen Jahren (nach Ausbruch der Finanzkrise) schon richtungweisend installiert worden wäre.

Commerzbank: Gewinnankündigung statt Gewinne

Um den Aktionären die immense Kapitalverwässerung schmackhaft zumachen, hat die Commerzbank für das kommende Jahr einen Gewinn von 4 Milliarden Euro angekündigt. Das kritisiere ich doppelt:

1. Es wäre besser, auf vorhandene Gewinne verweisen zu können, als diese nur anzukündigen.

2. Die Commerzbank hat „vergessen“ zu erklären, dass künftige Gewinne gegebenenfalls durch deutlich erleichterte Bilanzierungsregeln erzielt werden können.

Commerzbank-Aktie verkommt zum Zockerpapier

Chart wurde erstellt mit tradesignal“

Die Commerzbank-Aktie war gestern Tagesgewinner im DAX. Das war Thema in vielen Kommentaren. Alt-Aktionäre konnten darüber nur resignierend lächeln.

Denn was dieser Tagesgewinn wirklich bedeutet, zeigt der o.a. Chart. Ein paar Cent Gewinn im Zockerbereich.

Commerzbank: Es gibt auch langfristige Gewinner

Alt-Aktionäre werden wohl „ewig“ warten müssen, bis sie ihren Einstandskurs wieder sehen, wenn denn überhaupt jemals. Denn die jetzt geplante Kapitalverwässerung, genannt Kapitalerhöhung, wird den Kurs eher nach unten als nach oben bringen.

Zocker mögen den „einen oder anderen Euro“ Gewinn erzielen, wenn sie im Kursbereich zwischen 5 und 5,96 Euro „rumspielen“, das ist schon alles. Und doch: Es gibt auch langfristige Gewinner.

Bei staatlich unterstützten Banken sind die Vorstandsbezüge auf 500.000 Euro pro Jahr gedeckelt. Diese Beschränkung der Bezüge von maximal 500.000 Euro im Jahr fällt weg, wenn die Staatshilfe zurückgezahlt wurde.

Danach haben Commerzbank-Vorstandschef Martin Blessing und Kollegen wieder „freien Zugriff“. Natürlich genehmigen sie sich ihre Vorstandsbezüge nicht selbst. Das läuft eleganter.

Der eine sitzt im Aufsichtsrat des anderen und umgekehrt. Das passt schon, wetten dass? Und damit haben wir die wahren (und vermutlich einzigen) Profiteure dieser ganzen Angelegenheit.

Zum guten Schluss: Heute vor 64 Jahren, also am 07.04.1947, verstarb Henry Ford, der Gründer von Ford Motor Company. Von ihm stammen die Worte:

„Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“

Daraus leite ich ab: „Wer immer schon handelt, was er kennt, lernt nie die Vorteile von Optionen kennen.“

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

7. April 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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