Commerzbank Aktie: Kommt doch noch die Fusion mit der Deutschen Bank?

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Spekulationen um eine Fusion von Deutscher und Commerzbank haben wieder Konjunktur – seit beide Aktien aus wichtigen Indizes geflogen sind. (Foto: josefkubes / shutterstock.com)

Gibt es in Frankfurt bald eine große deutsche Bankenhochzeit? Gerüchte um eine mögliche Fusion von Commerzbank und Deutscher Bank kursieren bereits seit Langem und werden immer wieder hochgekocht. Mittlerweile aber erscheinen sie weitaus realistischer als noch vor einigen Jahren.

Das hat jedoch nicht etwa mit besonderem Glanz der beiden Banken zu tun, sondern vielmehr mit ihrem Niedergang. Von der Finanzkrise vor zehn Jahren haben sich beide Institute nicht erholt. Insbesondere die Aktienkurse dümpeln bei einem Bruchteil dessen herum, wo sie vor der Lehman-Pleite und allem, was danach folgte, notierten.

Aktien fliegen aus wichtigen Indizes

Das hat neuerdings handfeste Konsequenzen: Erst kürzlich wurde binnen weniger Tage bekannt, dass einerseits die Deutsche Bank den Euro Stoxx 50 verlassen muss und andererseits die Commerzbank zu Ende September aus dem Deutschen Leitindex Dax fliegen wird. Beide bringen am Parkett schlichtweg nicht mehr genug Gewicht mit, um zu den Top 50 Europas beziehungsweise den Top 30 Deutschlands zu zählen.

Dies wiederum dürfte nicht unbedingt zur Erholung der Aktienkurse beitragen, sondern diese – zumindest kurzfristig – zusätzlich belasten. Denn Indexfonds, die schlicht die größten Indizes abbilden, müssen nun umschichten und die entsprechenden Aktien aus ihrem Depot werfen.

Die Commerzbank – seit der Finanzkrise erheblich geschrumpft und teilverstaatlicht – würde Insidern zufolge wohl lieber heute als morgen eine Fusion mit der Deutschen Bank in die Wege leiten. Sie ist mittlerweile stark spezialisiert auf das Privatkundengeschäft. In diesem Segment fährt die Commerzbank zwar durchaus Erfolge ein und kann mit kräftigem Wachstum des Kundenstamms punkten. Allzu viel Geld verdient sie damit aber nicht.

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Deutsche Bank: Probleme, die sich keiner ins Haus holen will

Auch die Deutsche Bank hat ihren Problemberg längst nicht bewältigt. Fehlentscheidungen früherer Vorstände lasten nach wie vor auf den Bilanzen, dreimal in Folge musste das Geldhaus inzwischen schwere Jahresverluste verkünden. John Cryan hatte daraufhin seinen Hut nehmen müssen, Christian Sewing leitet seither die Geschicke der Deutschen Bank.

Im Vordergrund steht derzeit die Integration der Postbank, die vor einigen Jahren übernommen wurde. Bereits damit macht die Deutsche Bank gerade nicht die besten Erfahrungen und ist dementsprechend zum aktuellen Zeitpunkt wenig interessiert daran, sich auch noch die Commerzbank dazu zu holen.

Auf lange Sicht aber, davon sind Branchenkenner überzeugt, wird kaum ein anderer Weg bleiben als eine Fusion – oder eine Übernahme durch andere europäische Großbanken. An der Commerzbank sollen etwa die französische BNP Paribas oder die italienische Unicredit interessiert sein.

Die Deutsche Bank hingegen will zurzeit niemand auch nur mit der Kneifzange anfassen, zu groß erscheinen die ungelösten Probleme in den Frankfurter Zwillingstürmen.

Das Drama um die deutschen Traditionsbanken – es hat wohl gerade erst begonnen.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.