Commerzbank-Aktie: Was der Cerberus-Einstieg bedeutet

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Der aggressive US-Investor Cerberus ist neuerdings zweitgrößter Anteilseigner der Commerzbank. Was bedeutet das für die Commerzbank Aktie? (Foto: Michael715 / shutterstock.com)

Sie gilt als der älteste Übernahme-Kandidat am Frankfurter Parkett: die Commerzbank.

Immer wieder rankten sich Gerüchte um eine mögliche Fusion, immer wieder stellten sie sich als falsch heraus oder aber entsprechende Verhandlungen platzten.

Diesmal aber könnte es anders kommen, und der Grund dafür liegt nicht in Frankfurt, sondern in New York und heißt Cerberus.

Der aggressive Investor hat sich binnen weniger Monate sowohl bei der Commerzbank als auch bei der Deutschen Bank eingekauft.

Wie groß die Anteile genau sind, darüber herrscht Stillschweigen, nur so viel ist bekannt:

Bei der Commerzbank ist Cerberus derzeit zweitgrößter Aktionär nach dem Bund, dessen Anteile aus der Teilverstaatlichung während der Finanzkrise noch immer bei 15,6% liegen.

Commerzbank-Aktie: Treibt Cerberus den Kurs in die Höhe?

Die Regierung würde grundsätzlich gerne aussteigen, wartet aber noch auf einen passenden Zeitpunkt.

Denn obwohl die Commerzbank Aktie in diesem Jahr kräftig angezogen hat und zuletzt mit gut 12 € mehr als 80% höher notierte als noch vor 1 Jahr, würde der Steuerzahler noch immer Verlust machen, wenn der Bund jetzt ausstiege.

Zumindest ein Nullsummenspiel sollte es aber doch werden aus politischer Sicht, und den Weg dorthin könnte nun ausgerechnet ein aggressiver US-Investor ebnen:

Cerberus ist bekannt dafür sich in heruntergewirtschaftete Firmen einzukaufen, diese über einen längeren Zeitraum knallhart zu sanieren und anschließend so gewinnbringend zu verkaufen, dass für die eigenen Kunden die versprochene Rendite von sagenhaften 18 – 22% herausspringt.

Im Gegensatz zu vielen anderen gelingt es Cerberus in aller Regel dieses Versprechen einzulösen.

Die gute Nachricht ist also: Cerberus sieht einiges an Aufhol-Potenzial im Kurs der Commerzbank-Aktie – trotz der bereits erfolgten Rally. Gleiches gilt für die Deutsche Bank.

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Womöglich wird Cerberus auch auf eine Fusion beider Geldhäuser hinwirken.

Harte Einschnitte

Zunächst aber lobten die Finanz-Experten des Investors die bisherigen Bemühungen und Spar-Anstrengungen der Commerzbank.

Die hat sich einen rigorosen Umbau verordnet und steckt gerade mittendrin die Restrukturierungs-Maßnahmen umzusetzen.

Der Tenor ist jedoch klar:

Sollten die Anstrengungen in dieser Richtung nachlassen oder nicht zum gewünschten Erfolg führen, wird Cerberus nicht davor zurückschrecken, noch einiges mehr an schmerzhaften Einschnitten zu verlangen.

Denn am Ende geht es um die eigene Rendite.

Dass europäische Großbanken als Ziel für international agierende Investoren wieder interessant werden, dürfen unterdessen auch Privat-Anleger als Signal verstehen.

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Es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis auch hier die Zinsen wieder anziehen – und die eine oder andere Fusion im Banken-Sektor dürfte sich wohl auch noch zutragen.

Ob die Commerzbank dabei involviert sein wird oder ob sie ewiger Übernahme-Kandidat bleibt, wird sich zeigen.

2017-12-01 Coba


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.