Compugroup: Aktie des Softwarekonzerns rückt nach starken Zahlen wieder in den Fokus

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Die Compugroup-Aktie überrascht mit starkem Comeback nach guten Quartalszahlen. Der Softwarespezialist profitiert von anhaltender Digitalisierung der Gesundheitsbranche (Foto: Eisenhans - Adobe.com)

So schnell kann es an der Börse gehen. Anfang September schickte eine Gewinnwarnung den Kurs des Koblenzer Softwarespezialisten noch auf eine rasante Talfahrt. Allein von Mitte Juli bis Anfang September lösten sich über 1,2 Milliarden Euro an Börsenwert in Luft auf. Doch seither hat die Stimmung wieder massiv gedreht und die Aktie konnte sich, nicht zuletzt dank starker Quartalszahlen, kräftig erholen. Direkt nach den Zahlen kletterte die Aktie um über 8% auf über 60 Euro nach oben und hat damit seit der Korrektur über 20% an Wert zugelegt.

Compugroup – deutscher Medizinsoftwareanbieter im Porträt

Bevor ich auf die aktuellen Geschäftszahlen eingehe, möchte ich Ihnen den Konzern gerne noch näher vorstellen. Compugroup zählt sich zu den weltweit führenden eHealth-Unternehmen. Was bedeutet das konkret? Der Konzern entwickelt und vertreibt Software und Kommunikationslösungen zur Unterstützung der ärztlichen und organisatorischen Tätigkeiten für Zahnärzte, Ärzte und Kliniken. Die Gesellschaft bietet diesen eine Plattform für die Vernetzung aller Beteiligten im Gesundheitswesen. Das Unternehmen ist mit eigenen Standorten in zahlreichen europäischen Ländern sowie Malaysia, Saudi Arabien, Südafrika und den USA vertreten.

Dabei war der Konzern auch an zwei Großprojekten beteiligt, die Ihnen bestimmt bekannt sind: Der digitalen Patientenaktie und der elektronischen Gesundheitskarte. In den Vorjahren hatte die Compugroup stark von der Einführung der sogenannten Telematik im Gesundheitswesen profitiert, die auch Software und Hardware für die elektronische Gesundheitskarte umfasst.

Beeindruckende Erfolgsgeschichte

Mit seiner Positionierung hat sich Compugroup erfolgreich in einer Nische positioniert. Kennzeichnend für das stabile Geschäftsmodell sind niedrige Kündigungsquoten und das strukturelle Wachstum, da immer mehr Ärzte auf digitale Lösungen setzen müssen. Zugleich erfährt der Markt durch die zunehmende Regulierung und Digitalisierung des Gesundheitswesens kräftigen Rückenwind. So konnten sich die Zahlen der letzten Jahre durchaus sehen lassen. Seit 2007 kletterten die Umsätze von 180 auf 717 Millionen Euro. Zugleich legte der Gewinn von 22,8 auf 92,3 Millionen Euro zu.

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Gewinnknick im zweiten Quartal folgt kräftige Erholung

Nach einem unerwartet schwachen zweiten Quartal (Umsatz -2%, Nettogewinn: -44%) hat Compugroup seine Anleger in der letzten Woche wieder mit überraschend guten Zahlen erfreut. Der Softwarehersteller konnte seinen Umsatz im dritten Quartal 2019 um 7% auf 178 Millionen Euro steigern. Das gelang dem auf die Ausstattung von Arztpraxen und Apotheken spezialisierten Anbieter auch durch Zukäufe. Organisch, also ohne Übernahmen, lag das Umsatzplus bei 3%.

Vor allem die wiederkehrenden Umsätze, die zweistellig zulegen konnten, dürften die Investoren gefreut haben. Immerhin macht der Teil des Geschäfts zwei Drittel der Gesamtumsätze aus und ist ausgesprochen gut planbar für die Zukunft. Beim operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ging es um 24% auf 43 Millionen Euro nach oben. Unter dem Strich stand mit 18,1 Millionen Euro ein um 6,4% höherer Gewinn für die Anteilseigner.

Reduzierte Prognose wird bestätigt

An der im September revidierten Gewinnprognose für das Gesamtjahr halten die Koblenzer weiterhin fest. Beim Umsatz rechnet Compugroup mit einer Bandbreite von 720 bis 750 Millionen Euro. Beim bereinigten Vorsteuerergebnis (EBITDA) sollen zwischen 175 und 190 Millionen Euro (inklusive der Kosten für die am 15. September abgesagte M&A-Transaktion) hängenbleiben.


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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