Compugroup: Aktie des Softwarespezialist kratzt nach bestätigter Prognose am Rekordhoch

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Compugroup navigiert sicher durch die Krise: Firmenboss bestätigt die Jahresprognose - Aktienkurs nimmt altes Rekordhoch ins Visier (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die Kursentwicklung der Compugroup-Aktie kann sich wirklich sehen lassen. Während der breite Aktienmarkt seit dem Jahreswechsel trotz jüngster rasanter Gegenbewegung weiterhin tief in der Verlustzone steckt, sitzen Compugroup-Anleger bereits wieder auf einem Gewinn von 18%. Angetrieben durch die gerade bestätigte Jahresprognose notieren die Papiere quasi auf dem höchsten Niveau aller Zeiten.

Compugroup – deutscher Medizinsoftwareanbieter im Porträt

Compugroup zählt sich zu den weltweit führenden eHealth-Unternehmen. Was bedeutet das konkret? Der Konzern entwickelt und vertreibt Software und Kommunikationslösungen zur Unterstützung der ärztlichen und organisatorischen Tätigkeiten für Zahnärzte, Ärzte und Kliniken. Die Gesellschaft bietet diesen eine Plattform für die Vernetzung aller Beteiligten im Gesundheitswesen. Das Unternehmen ist mit eigenen Standorten in zahlreichen europäischen Ländern sowie Malaysia, Saudi Arabien, Südafrika und den USA vertreten.

Dabei war der Konzern auch an zwei Großprojekten beteiligt, die Ihnen bestimmt bekannt sind: Der digitalen Patientenaktie und der elektronischen Gesundheitskarte. In den Vorjahren hatte die Compugroup stark von der Einführung der sogenannten Telematik im Gesundheitswesen profitiert, die auch Software und Hardware für die elektronische Gesundheitskarte umfasst.

Beeindruckende Erfolgsgeschichte

Mit seiner Positionierung hat sich Compugroup erfolgreich in einer Nische positioniert. Kennzeichnend für das stabile Geschäftsmodell sind niedrige Kündigungsquoten und das strukturelle Wachstum, da immer mehr Ärzte auf digitale Lösungen setzen müssen.

Zugleich erfährt der Markt durch die zunehmende Regulierung und Digitalisierung des Gesundheitswesens kräftigen Rückenwind. So konnten sich die Zahlen der letzten Jahre durchaus sehen lassen. Seit 2007 kletterten die Umsätze von 180 auf 746 Millionen Euro. Zugleich legte der Gewinn von 22,8 auf 65,8 Millionen Euro zu.

Übernahme soll Wachstum sichern

Um für die Zukunft Wachstum zu sichern, haben die Koblenzer Anfang Februar zugeschlagen und sich für 225 Millionen Euro einen Teil des IT-Healthcare Portfolios von Cerner in Deutschland und Spanien gesichert. Mit dem Zukauf wird das Geschäft mit Informationssystemen für Krankenhäuser deutlich gestärkt. Die Kundenbasis des erworbenen Geschäfts umfasst 251 Krankenhäuser in Deutschland und 65 in Spanien.

Zuletzt erwirtschaftete das Geschäft einen Jahresumsatz von 74 Millionen Euro. Bei einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 13 Millionen Euro erzielte die Sparte eine EBITDA-Marge von 17,5%.

Telemedizin sorgt für Rückenwind

Im Startquartal lief es bei Compugroup ausgesprochen rund. Vor allem die hohe Nachfrage nach Lösungen für Ärzte, Krankenhäuser und Apotheken zum Umgang mit dem Corona-Virus haben für Rückenwind gesorgt. Neben Informationssystemen für die nach oben gefahrenen Testkapazitäten waren es vor allem auch Plattformlösungen für Videosprechstunden für Ärzte. Innerhalb von nur 8 Wochen registrierten sich über 80.000 Ärzte, um mit dem Tool ihre Patienten aus der Ferne betreuen zu können. Offenbar hat die Virus-Krise der lange überfälligen Digitalisierung der Gesundheitsindustrie einen Extraschub verpasst. Entsprechend kletterten in den ersten drei Monaten die Umsätze auf 183 Millionen Euro (+5% zum Vorjahresquartal) nach oben.

Corona-Auswirkungen nur gering – Prognose wird bestätigt

Bislang kommen die Koblenzer weitgehend unbeschadet durch die aktuelle Pandemie. Trotz der geringeren Visibilität hat die Konzernführung ihren Ausblick für das laufende Geschäftsjahr gerade bestätigt. Firmenboss Frank Gotthardt sieht den Umsatz zwischen 765 und 815 Millionen Euro. Beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erwartet das Unternehmen zwischen 195 und 215 Millionen Euro im Jahr.

Fazit: Compugroup dürfte auch für die Zeit nach der Corona-Krise gut aufgestellt sein. Der Konzern trägt mit seinen Lösungen maßgeblich zur Digitalisierung und Effizienzsteigerung im Gesundheitssystem bei. Zudem überzeugt die Firma mit einer hohen Ertragskraft. Gut zwei Drittel der Umsätze sind wiederkehrender Natur und die operative Gewinnmarge dürfte auch in 2020 bei rund 26% liegen. Allerdings dürfte bei der recht hohen Bewertung (KGV rund 30, 5x Umsatz) schon einiges an positiven Neuigkeiten eingepreist sein.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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