CompuGroup: Aktie rauf in den MDax, Gewinnprognose runter

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Der Gesundheits-Software-Spezialist CompuGroup streicht seine Gewinnprognose zusammen, steigt dafür aber in den MDax auf. (Foto: Delux/Shutterstock)

Der deutsche Software-Anbieter CompuGroup hat gestern seine Gewinnprognose für das laufende Jahr nach unten anpassen müssen. Grund dafür sind Kosten im Zusammenhang mit einer abgeblasenen Übernahme. Darüber hinaus sind noch andere spannende Dinge bei CompuGroup passiert. Dazu gleich mehr. Zunächst aber stelle ich Ihnen das Unternehmen kurz vor.

Die CompuGroup Medical SE ist nach eigenen Angaben eines der führenden eHealth-Unternehmen weltweit und erwirtschaftete 2018 einen Jahresumsatz von rund 717 Mio. Euro. Seine Softwareprodukte zur Unterstützung aller ärztlichen und organisatorischen Tätigkeiten in Arztpraxen, Apotheken, Laboren und Krankenhäusern, seine Informationsdienstleistungen für alle Beteiligten im Gesundheitswesen und seine webbasierten persönlichen Gesundheitsakten dienen einem sichereren und effizienteren Gesundheitswesen.

Mit eigenen Standorten in 19 Ländern und Produkten in 56 Ländern weltweit ist CompuGroup Medical das eHealth-Unternehmen mit einer der größten Reichweiten unter Leistungserbringern. Rund 5.000 hochqualifizierte Mitarbeiter stehen für nachhaltige Lösungen bei ständig wachsenden Anforderungen im Gesundheitswesen.

Gescheiterte Übernahme führt zu Gewinnwarnung

Kommen wir nun zur gestern veröffentlichten Gewinnwarnung: CompuGroup teilte gestern mit, in den vergangenen Monaten Verhandlungen mit dem Ziel geführt zu haben, außerhalb von Europa ein größeres Healthcare IT Unternehmen zu erwerben.

Die Prüfung der Transaktion sowie die Verhandlungen, die gestern beendet wurden, haben laut Unternehmensmitteilung Transaktionskosten im niedrigen zweistelligen Mio. Euro Bereich verursacht. Der überwiegende Teil dieser Transaktionskosten wird das zweite Halbjahr 2019 belasten.

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Der Vorstand von CompuGroup reduziert daher die Ergebnisprognose und erwartet nun einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) für das Gesamtjahr 2019 zwischen 175 und 190 Mio. Euro.

Die neue Prognose beinhaltet die vorgenannten Sonderkosten im niedrigen zweistelligen Mio. Euro Bereich. Zuvor hatte das Unternehmen einen EBITDA-Gewinn in einer Bandbreite von 190 bis 205 Mio. Euro erwartet. Die Prognose für die Umsatzerlöse für das laufende Jahr liegt unverändert bei einer Bandbreite von 720 bis 750 Mio. Euro.

Aufstieg in den MDax

Soweit die schlechten Nachrichten. Es gab in den vergangenen Tagen aber auch noch eine gute Nachricht. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass CompuGroup in den MDax aufsteigt. Die Veränderung der Indexzusammensetzung wird zum 23. September wirksam.

Der Aufstieg in den MDax bei gleichzeitigem Verbleib im TecDax stärkt unsere Marktbedeutung als ,Digitalisierer’ in der Gesundheitsbranche. Dies freut uns und hilft bei unserem Bestreben, die hier liegenden Effizienzpotentiale weltweit zu erschließen und damit auch zukünftig tragfähige und faire Gesundheitssysteme zu ermöglichen, so CompuGroup-Chef Frank Gotthardt.

Ich halte das Geschäftsmodell von Compugroup für nachhaltig und wachstumsstark. Daher ist der aktuelle Rücksetzer bei der CompuGroup-Aktie meines Erachtens eher ein Grund, die Aktie intensiver zu betrachten als sich zu sorgen. Bleibt die Gewinnwarnung ein Ausrutscher, kann die Software-Aktie mittelfristig attraktiv werden.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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