CompuGroup: Digitalisierungs-Gewinner enttäuscht mit Zahlen

infineon

CompuGroup profitiert von der Coronakrise. Der jüngste Quartalsbericht konnte jedoch nicht überzeugen. (Foto: spainter_vfx/Shutterstock)

Eigentlich schien alles, was derzeit mit Digitalisierung zusammenhängt, wie geschmiert zu laufen. Der deutsche Tech-Konzern CompuGroup konnte gestern diese Erwartungen allerdings nur zum Teil erfüllen: Bei der Umsatzentwicklung gab es eine positive Überraschung – bei der Margenentwicklung überwogen dann doch lange Gesichter.

Unternehmensportrait

CompuGroup Medical SE ist ein in Deutschland ansässiger Softwareentwickler. Das Unternehmen konzentriert sich auf Softwarelösungen für die Gesundheitsbranche, darunter Ärzte, Apotheken, Krankenkassen, Labors, Krankenhäuser sowie Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen. Damit zählt CompuGroup zu den Treibern der Digitalisierung des deutschen Gesundheitssektors.

Deutliches Umsatzplus erwartet

Wie nicht anders zu erwarten, kann CompuGroup auch im kommenden Jahr einen deutlichen Wachstumskurs einlegen. Insgesamt soll der Umsatz in 2021 – nicht zuletzt wegen der getätigten Zukäufe in den USA und Europa – um rund 20% auf eine Milliarde Euro zulegen. Lässt man die Wechselkurse und die Zukäufe außen vor, so beläuft sich das Umsatzplus auf über 5%.

Damit wurden die schon ohnehin hochgestochenen Erwartungen für das nächste Jahr übertroffen. Doch dann gab es die „Hiobsbotschaft“. Die in das Wachstum vorgenommenen Investitionen fallen höher aus als von Marktbeobachtern vermutet: Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wird dem Unternehmen nach gerade einmal auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Damit sinkt die entsprechende Marge auf 20 bis 23% – bisher wurden hier 25% in Aussicht gestellt.

Dieses Jahr im „Lot“

Insgesamt wurde der Ausblick auf das laufende Jahr zudem bestätigt. Bei einem Umsatz zwischen 820 und 860 Mio. Euro, soll ein bereinigtes Ebitda von 205 bis 220 Mio. Euro erzielt werden. Dies entspricht einem Umsatzwachstum von 10% und einem Plus des operativen Ergebnisses von 15%.

Verkäufe setzten ein

Doch dieser Ausblick konnte über die Enttäuschung mit Blick auf das kommende Jahr nicht hinwegtäuschen. Die Anleger sorgten für Verkäufe und drückten die Aktie zwischenzeitlich im zweistelligen Prozentbereich.

Langfristig aussichtsreiche Branche

Da half es dann auch nicht, dass der mittel- bis langfristige Ausblick verheißungsvoll klingt: Für die Jahre ab 2021 soll es zu einem starken organischen Wachstum und einer attraktiven Marge kommen.

Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung sind Wachstumsaussichten für das Unternehmen gut. Und dass die derzeitige Situation für einen weiteren kleinen Zukauf in den USA genutzt wird, zeigt, dass CompuGroup auch weiterhin den Wachstumsgedanken verfolgt. So wurde aktuell in den USA der Laborsoftwarespezialist Schuyler House gekauft. Erst im Juli wurde der Zukauf von Teilen des deutschen und spanischen Krankenhaus-Informationssystems (HIS) verkündet. Zudem gab das Unternehmen im November bekannt, den US-amerikanischen Informationssystem-Betreiber eMDs zu erwerben.

Langfrist-Perspektiven stimmen, aber weder Schnäppchen noch Selbstläufer

Auch wenn die Aussichten für das kommende Jahr etwas eingetrübt sind, ändert das nichts an den positiven Langfrist-Perspektiven des Unternehmens. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 45 in diesem Jahr ist die Aktie nicht gerade ein Schnäppchen. Allerdings sollte die zunehmende Digitalisierung im Gesundheitswesen auch in Zukunft für so manche positive Überraschung sorgen – und das dann nicht nur bei der Umsatzentwicklung. Aber natürlich muss die Margenentwicklung im Auge behalten werden. Ein Selbstläufer ist die CompuGroup-Aktie daher nicht.

Sujet Kurs Gold Bulle Bär

Diese Aktie bringt Glanz in Ihr DepotAn WashTec, dem Marktführer im Bereich der Waschanlagen, kommen Sie damit nur schwer vorbei. Nach den jüngsten Zahlen fahren Sie mit der Aktie von WashTec ziemlich gut. Ich beleuchte für Sie, welche Chancen sich mit dem Weltmarktführer bieten. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Sascha Mohaupt. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz