CompuGroup mit interessantem Zukauf

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Das Koblenzer Unternehmen CompuGroup hat wieder zugeschlagen: Für 72 Mio. Euro hat der Mittelständler einen französischen Mitbewerber übernommen. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Zwischen den Feiertagen hat ein im TecDax und seit wenigen Monaten auch im MDax gelistetes Unternehmen für Schlagzeilen gesorgt: Die CompuGroup Medical SE aus Koblenz hat die französische Epsilog SAS für 72 Mio. Euro aufgekauft.

Ich möchte diese Übernahme zum Anlass nehmen, Ihnen die wohl nur in Insiderkreisen bekannte CompuGroup Medical SE einmal näher vorzustellen.

Führender Softwareentwickler im Medizinbereich

Die CompuGroup Medical SE ist ein international tätiges Softwareunternehmen, dass Informations- und Praxissysteme für Ärzte, Zahnärzte, Apotheker, Labore und Klinken entwickelt und vertreibt.

CompuGroup Medical hat seinen Hauptsitz in Koblenz, hat aber europaweit größere Niederlassungen in Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Spanien und Tschechien.

Darüber hinaus besitzt das Unternehmen größere Standorte in den USA, der Türkei, Südafrika, und Malaysia. Weltweit beschäftigt CompuGroup Medical etwa 5.000 Mitarbeiter. In 2018 erzielte das Unternehmen einen Jahresumsatz von gut 717 Mio. Euro und einen Gewinn vor Steuern von 129 Mio. Euro.

Die Koblenzer rechnen für das gerade abgelaufene Jahr mit einem Umsatz von 720 bis 750 Mio. Euro, was eine Umsatzsteigerung von 1,4 bis 4,6% bedeuten würde. CompuGroup ist somit eines der führenden eHealth-Unternehmen in Europa.

Weltweit hat die Softwareschmiede über 1 Mio. Kunden, darunter Ärzte, Zahnärzte, Apotheker, Labore, Krankenhäuser und andere Dienstleister im Gesundheitswesen. Das Unternehmen vertreibt seine Informationssysteme in 56 Ländern.

Nach holprigem Start auf Expansionskurs

Das Unternehmen wurde 1984 von 5 Gesellschaftern als Compudent GmbH gegründet und ging bereits zwei Jahre später an die Börse. Die Compudent AG wurde 1986 als erfolgreichste Neuemission gehypt. Als jedoch 4 Jahre später Walter Schäfer, seines Zeichens Mitbegründer und technischer Leiter, das Unternehmen verließ, brach der Aktienkurs ein.

2 Jahre später erwarb der Koblenzer Mitbewerber, Frank Gotthardt, alle Stammaktien der Compudent AG und fusionierte das Unternehmen mit seiner Firma Gotthardt Computer GmbH. Die neue Gesellschaft firmierte danach als Compudent AG, da dieser Name einen höheren Bekanntheitsgrad hatte.

Nach mehreren Umfirmierungen wurde das Unternehmen 2016 schließlich in die CompuGroup Medical SE umbenannt. Am 23. September 2019 wurde das Unternehmen neu in den MDax aufgenommen.

Wachstum durch zahlreiche Übernahmen

Die internationale Ausweitung des Unternehmens erfolgte häufig durch Zukäufe von Mitbewerbern im Ausland. Die Übernahme der französischen Epsilog SAS, einem Anbieter von Informationsdiensten für ambulante Pflegedienste und Physiotherapeuten, ist also nur das letzte Glied in der langen Reihe von Zukäufen.

Epsilog ist mit seinem Informationssystem Vega Marktführer in Frankreich. In 2018 erzielte Epsilog einen Umsatz von mehr als 14 Mio. Euro bei einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von rund 5 Mio. Euro. Durch den Zukauf stärkt CompuGroup Medical seine Position in Frankreich und ergänzt dort sein Portfolio um neue Kundengruppen.

Verstärkter Einsatz neuer Technologien

Für die Zukunft setzt CompuGroup Medical auf eine verstärkte Vernetzung der unterschiedlichen Akteure im Gesundheitswesen. Dabei setzt das Unternehmen auch auf die Cloud-Technologie.

Die Koblenzer sind an einem von 2 Konsortien beteiligt, das im Rahmen eines Pilotprojektes an einer flächendeckenden Versorgung mit einem eigens für die Gesundheitsversorgung erstellten, sicheren Netz arbeitet.

Ich rechne für die kommenden Jahre mit weiterhin ansehnlichen Wachstumsraten und einer vergleichsweise hohen Profitabilität. Bei größeren und vor allem unbegründeten Rücksetzern sollten Sie die Aktie auf dem Schirm haben.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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