Compugroup: Softwarekonzern weiter auf der Suche nach attraktiven Zukäufen

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Der Medizinsoftware-Anbieter Compugroup will weiter durch Übernahmen wachsen. Telemedizin dürfte in den kommenden Jahren für Rückenwind sorgen. (Foto: NicoEINino / shutterstock.com)

Die Aktie des Medizinsoftware-Konzerns Compugroup zeigt sich in diesem Jahr ausgesprochen robust und notiert nur knapp unter ihrem Allzeithoch. Seit dem Jahreswechsel liegen die Papiere rund 20% im Plus. Dabei scheint die Kursentwicklung fundamental gut untermauert. Trotz eines leichten Umsatzrückgangs im zweiten Quartal konnte die Gewinnmarge gesteigert werden. Zukünftig sind die Weichen des Softwareunternehmens ohnehin auf Wachstum gestellt. Dabei stehen nicht nur organische Zuwächse, sondern auch gezielte Übernahmen auf der Agenda.

Compugroup – deutscher Medizinsoftwareanbieter im Porträt

Compugroup zählt sich zu den weltweit führenden eHealth-Unternehmen. Der Konzern entwickelt und vertreibt Software und Kommunikationslösungen zur Unterstützung der ärztlichen und organisatorischen Tätigkeiten für Zahnärzte, Ärzte und Kliniken. Die Gesellschaft bietet diesen eine Plattform für die Vernetzung aller Beteiligten im Gesundheitswesen. Das Unternehmen ist mit eigenen Standorten in zahlreichen europäischen Ländern sowie Malaysia, Saudi Arabien, Südafrika und den USA vertreten.

Dabei war der Konzern auch an zwei Großprojekten beteiligt, die Ihnen bestimmt bekannt sind: Der digitalen Patientenaktie und der elektronischen Gesundheitskarte. In den Vorjahren hatte die Compugroup stark von der Einführung der sogenannten Telematik im Gesundheitswesen profitiert, die auch Software und Hardware für die elektronische Gesundheitskarte umfasst.

Beeindruckende Erfolgsgeschichte

Mit seiner Positionierung hat sich Compugroup erfolgreich in einer Nische positioniert. Kennzeichnend für das stabile Geschäftsmodell sind niedrige Kündigungsquoten und das strukturelle Wachstum, da immer mehr Ärzte auf digitale Lösungen setzen müssen.

Zugleich erfährt der Markt durch die zunehmende Regulierung und Digitalisierung des Gesundheitswesens kräftigen Rückenwind. So konnten sich die Geschäftsentwicklung der letzten Jahre durchaus sehen lassen. Seit 2007 kletterten die Umsätze von 180 auf 746 Millionen Euro. Zugleich legte der Gewinn von 22,8 auf 65,8 Millionen Euro zu. Im ersten Halbjahr erzielte Compugroup bei einem Umsatz von 363 Millionen Euro einen Gewinn von 29 Millionen Euro.

Telemedizin beflügelt Compugroup

Zuletzt profitierte Compugroup auch von seinem Angebot für die Telemedizin. Vor allem Clickdoc, ein Programm mit dem Ärzte Videosprechstunden durchführen können, erfreute sich großer Beliebtheit. Während der Pandemie-Hochphase im Frühjahr registrierten sich 90.000 Ärzte weltweit. War das Angebot zu Beginn kostenlos, so zählt Compugroup mittlerweile 7.000 zahlende Kunden. Bis im Jahr 2022 rechnet Firmenboss Michael Rauch mit einem Umsatzbeitrag im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.

Wachstum durch Übernahmen

Seit jeher gehören bei Compugroup auch Übernahmen zum Programm, um das Wachstum anzukurbeln. Daran wird sich auch zukünftig nichts ändern. Das hat Firmenlenker Rauch gerade in einem Interview mit der Börsenzeitung klar zum Ausdruck gebracht. Vor dem Hintergrund der niedrigen Verschuldung und einer auf 1 Milliarde Euro vergrößerten Kreditlinie kann der Konzern problemlos auch größere Deals stemmen. Darüber hinaus hat Compugroup durch Aktienverkäufe einen Erlös von 340 Millionen Euro eingefahren.

Neue Rechtsform sichert zusätzlichen Finanzierungsspielraum

Zudem soll auch die Umwandlung in eine KGaA die Möglichkeit schaffen, weiteres Eigenkapital einzusetzen. Die Gründerfamilie Gotthardt könnte nun die Mehrheit behalten, auch wenn Sie bei Kapitalerhöhungen keine weiteren Anteile zeichnen würde. Wie auf dem jüngsten Kapitalmarkttag dargelegt, könnten Zukäufe in allen der vier Geschäftsbereiche erfolgen. Ob im Apotheken- oder Klinikgeschäft, im Consumer & Health-Bereich oder Technologieakquisition im Segment Telemedizin – alles ist denkbar, sofern der Preis stimmt und der strategische Nutzen gegeben ist.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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